ängstigen

GrammatikVerb · ängstigte, hat geängstigt
Worttrennungängs-ti-gen (computergeneriert)
formal verwandt mitAngst
Wortbildung mit ›ängstigen‹ als Erstglied: ↗Ängstigung  ·  mit ›ängstigen‹ als Letztglied: ↗abängstigen
eWDG, 1967

Bedeutung

jmdm. angst machen, jmdn. in Angst versetzen
Beispiele:
ein Kind unnötig ängstigen
ein böser Traum hat mich geängstigt
sich ängstigensich fürchten
Beispiele:
sich vor jmdm. ängstigen
sich vor dem Examen, der Zukunft ängstigen
die Mutter hat sich um ihr Kind geängstigt (= gesorgt)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Angst · ängstigen · ängstlich
Angst f. ‘beklemmendes Gefühl des Bedrohtseins, Furcht’. Die nur im Kontinentalwestgerm. bezeugten ahd. angust f. (8. Jh.), mhd. angest f. m., mnd. angest, anxt m., mnl. anxt m., anxte f., nl. angst m., afries. ongost, angst gehen auf germ. *angusti- bzw. *angustu- zurück, Abstraktbildungen zum Adjektiv germ. *angu- (s. ↗eng). Die mit dem Zugehörigkeitssuffix ie. -st- gebildeten Abstrakta bezeichnen das, ‘was mit der Eigenschaft ‘eng’ verbunden ist’, ‘das Engsein, den Zustand der Enge (Beklemmung)’; vgl. Krahe in: PBB 71 (1949) 238. Eine andere Bildungsweise zeigen die im folgenden genannten außergerm. Verwandten. Aind. áṁhaḥ (Stamm áṁhas-) ‘Angst, Bedrängnis’, awest. ązah- ‘Ein-, Zusammenschnürung (der Kehle), Bedrängung, Not, Enge, Gefangenschaft’, lat. angustus (aus *angostos) ‘eng, schmal’, angustia, meist im Plur. angustiae ‘Enge, Beklemmung, Schwierigkeiten’ gehören zu einem von der gleichen Wurzel ie. *ang̑h- ‘eng, einengen, schnüren’ gebildeten es-/os-Stamm ie. *ang̑hes-, *ang̑hos- ‘Beklemmung, Bedrängnis’. Im Nhd. wird Angst in bestimmten festen Wendungen nicht mehr als Substantiv empfunden: mir ist, wird angst (und bange); vgl. auch angst machen. ängstigen Vb. ‘angst machen, in Angst versetzen’, mhd. engstigen (12. Jh.; vgl. das Adjektiv frühnhd. engstig ‘sorgsam, eifrig, bange’) für älteres, heute meist nur in gehobener Sprache verwendetes ängsten, ahd. angusten (8. Jh.), mhd. angesten, mnd. ang(e)sten, mnd. mnl. anxten. ängstlich Adj. ‘furchtsam, voll Angst, besorgt’, ahd. angustlīh (9. Jh.), mhd. angestlich, engestlich, mnd. ang(e)stlīk, mnl. anxtelijc.

Thesaurus

Synonymgruppe
Angst einflößen · ↗beängstigen · ↗einschüchtern · ↗erschrecken · ↗verschrecken · ↗verängstigen · ängstigen  ●  ins Bockshorn jagen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aussicht Bürger Gedanke Gespenst Hund Maschinenwesen Nachbar Nichts Schlange Sicherheitslage Tod Vorstellung bedrängen bedrücken beunruhigen davor derart du einerseits erfreuen erregen erschrecken faszinieren ihr manchmal offenbar quälen sehr unnötig verunsichern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ängstigen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie sollten ihn morgens nicht darauf ansprechen, damit ängstigen sie ihn nur.
Bild, 28.01.2006
Der Bürger ängstigt sich vor den Kosten, die mit der medizinischen Versorgung auf ihn zukommen könnten.
Der Tagesspiegel, 27.07.2003
Doch er ängstigt sich nicht mehr so arg darüber wie die ersten Male.
Salten, Felix: Bambi, Frankfurt a. M.: Fischer 1956 [1923], S. 40
Man ängstige sich nicht, wenn er einmal überkocht, er beruhigt sich auch schnell wieder.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 3486
Er hatte sie, nach dem letzten Brief zu urteilen, auf alle Art bedroht und geängstigt.
Friedländer, Hugo: Ein Liebesdrama im Berliner Tiergarten. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1921], S. 8123
Zitationshilfe
„ängstigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ängstigen>, abgerufen am 19.01.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Angsthase
angsthaft
Angstgewinsel
Angstgewimmer
angstgeweitet
Ängstigung
Angstkauf
Angstlaut
ängstlich
Ängstlichkeit