ängstigen

Grammatik Verb · ängstigt, ängstigte, hat geängstigt
Aussprache 
Worttrennung ängs-ti-gen
formal verwandt mitAngst
Wortbildung  mit ›ängstigen‹ als Erstglied: Ängstigung  ·  mit ›ängstigen‹ als Letztglied: abängstigen
eWDG

Bedeutung

jmdm. angst machen, jmdn. in Angst versetzen
Beispiele:
ein Kind unnötig ängstigen
ein böser Traum hat mich geängstigt
sich ängstigensich fürchten
Beispiele:
sich vor jmdm. ängstigen
sich vor dem Examen, der Zukunft ängstigen
die Mutter hat sich um ihr Kind geängstigt (= gesorgt)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Angst · ängstigen · ängstlich
Angst f. ‘beklemmendes Gefühl des Bedrohtseins, Furcht’. Die nur im Kontinentalwestgerm. bezeugten ahd. angust f. (8. Jh.), mhd. angest f. m., mnd. angest, anxt m., mnl. anxt m., anxte f., nl. angst m., afries. ongost, angst gehen auf germ. *angusti- bzw. *angustu- zurück, Abstraktbildungen zum Adjektiv germ. *angu- (s. eng). Die mit dem Zugehörigkeitssuffix ie. -st- gebildeten Abstrakta bezeichnen das, ‘was mit der Eigenschaft ‘eng’ verbunden ist’, ‘das Engsein, den Zustand der Enge (Beklemmung)’; vgl. Krahe in: PBB 71 (1949) 238. Eine andere Bildungsweise zeigen die im folgenden genannten außergerm. Verwandten. Aind. áṁhaḥ (Stamm áṁhas-) ‘Angst, Bedrängnis’, awest. ązah- ‘Ein-, Zusammenschnürung (der Kehle), Bedrängung, Not, Enge, Gefangenschaft’, lat. angustus (aus *angostos) ‘eng, schmal’, angustia, meist im Plur. angustiae ‘Enge, Beklemmung, Schwierigkeiten’ gehören zu einem von der gleichen Wurzel ie. *ang̑h- ‘eng, einengen, schnüren’ gebildeten es-/os-Stamm ie. *ang̑hes-, *ang̑hos- ‘Beklemmung, Bedrängnis’. Im Nhd. wird Angst in bestimmten festen Wendungen nicht mehr als Substantiv empfunden: mir ist, wird angst (und bange); vgl. auch angst machen. ängstigen Vb. ‘angst machen, in Angst versetzen’, mhd. engstigen (12. Jh.; vgl. das Adjektiv frühnhd. engstig ‘sorgsam, eifrig, bange’) für älteres, heute meist nur in gehobener Sprache verwendetes ängsten, ahd. angusten (8. Jh.), mhd. angesten, mnd. ang(e)sten, mnd. mnl. anxten. ängstlich Adj. ‘furchtsam, voll Angst, besorgt’, ahd. angustlīh (9. Jh.), mhd. angestlich, engestlich, mnd. ang(e)stlīk, mnl. anxtelijc.

Thesaurus

Synonymgruppe
Angst einflößen · beängstigen · einschüchtern · erschrecken · verschrecken · verängstigen · ängstigen  ●  (jemandem) Bange machen  ugs. · ins Bockshorn jagen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›ängstigen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ängstigen‹.

Verwendungsbeispiele für ›ängstigen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch er ängstigt sich nicht mehr so arg darüber wie die ersten Male. [Salten, Felix: Bambi, Frankfurt a. M.: Fischer 1956 [1923], S. 40]
Man ängstige sich nicht, wenn er einmal überkocht, er beruhigt sich auch schnell wieder. [Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 3486]
Wenn er nachts plötzlich unter meinem Bett hervorkäme, würde mich das nicht ängstigen. [Die Zeit, 16.03.2000, Nr. 12]
Die Ärzte ängstigt vor allem die lückenlose Kontrolle ihrer Arbeit. [Die Zeit, 30.09.1999, Nr. 40]
Auch die Älteren kann man mit den deutschen Nachbarn nicht mehr ängstigen. [Die Zeit, 07.06.1996, Nr. 24]
Zitationshilfe
„ängstigen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%A4ngstigen>.

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