ärgern

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungär-gern
Wortbildung mit ›ärgern‹ als Erstglied: ↗Ärgernis  ·  mit ›ärgern‹ als Letztglied: ↗abärgern · ↗herumärgern · ↗totärgern
 ·  mit ›ärgern‹ als Grundform: ↗verärgern
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
sich ärgernÄrger über etw., jmdn. empfinden
Beispiele:
umgangssprachlichsich maßlos, schrecklich, furchtbar ärgern
saloppsich über die Fliege an der Wand ärgern (= sich über jede Kleinigkeit ärgern)
saloppsich zu Tode ärgern
saloppsich halbtot, schwarz, grün und gelb ärgern
saloppsich die Krätze, Platze, Schwindsucht, Gelbsucht an den Hals ärgern
sich nachträglich, im Stillen, ohne alle Ursache über etw. ärgern
Mensch, ärgere dich nicht (= Würfelspiel)
sich (fortwährend) an jmdm. ärgern
sprichwörtlichnicht ärgern, nur wundern
denn sie könnten sich ärgern an deiner Begabung [Th. MannJoseph3,110]
2.
jmdn. erzürnen, ärgerlich machen
Beispiele:
umgangssprachlichjmdn. bis aufs Blut, zu Tode ärgern
saloppihn ärgert die Fliege an der Wand
es darauf absehen, jmdn. zu ärgern
das tust du bloß, um mich zu ärgern
es ärgert mich, dass ...
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ärgern · ärgerlich · Ärgernis · Ärger
ärgern Vb. ‘erzürnen, foppen’, (reflexiv) ‘Verdruß empfinden’, ahd. argorōn, ergirōn ‘zum Bösen verführen’ (um 1000), mhd. argern, ergern ‘verschlechtern, schlechter werden’, mnd. arger(e)n, erger(e)n, mnl. argheren, ergheren, nl. ergeren, aengl. eargian ‘sich fürchten, feige sein, erschrecken’ ist eine Bildung zum Komparativ von dem unter ↗arg (s. d.) behandelten Adjektiv, eigentlich also ‘ärger, schlechter machen’, danach ‘Anstoß erregen’ (16. Jh.) und (reflexiv) ‘Anstoß nehmen’ (15. Jh.), woraus sich die gegenwärtige Bedeutung entwickelt. ärgerlich Adj. ‘Verdruß verursachend bzw. empfindend’, mhd. ergerlich ‘Anstoß erregend’. Ärgernis n. ‘Anstoß Erregendes, Verdruß’, mhd. ergernis; gelegentlich als Femininum (Goethe, Jean Paul). Ärger m. ‘Unwille, Entrüstung, Verdruß’, im 18. Jh. aus dem Verb rückgebildet.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemanden) gegen sich aufbringen · ↗aufregen · die Freude verderben · ↗empören · ↗entrüsten · ↗erzürnen · in Harnisch bringen · ↗verstimmen · wütend machen · ärgern  ●  auf die Palme bringen  ugs., fig. · die Gemüter erhitzen  ugs. · zur Weißglut bringen  ugs., fig. · zur Weißglut treiben  ugs., fig.
Synonymgruppe
aufregen · ↗ereifern · ↗erregen · ↗vergraulen · ↗vergrämen · ↗vergällen · ↗verärgern · ärgern  ●  ↗echauffieren  franz. · sauer machen  ugs. · ↗verdrießen  geh. · ↗vergrätzen  ugs.
Synonymgruppe
belästigen · ↗reizen · ärgern  ●  ↗sekkieren  österr. · aus der Fassung bringen  ugs. · feigeln  ugs., österr. · ↗fuchsen  ugs.
Synonymgruppe
hänseln · ↗necken · ↗plagen · ↗quälen · ↗sticheln · ↗traktieren · zu schaffen machen · ↗zusetzen  ●  zwicken und zwacken  fig. · auf die Schippe nehmen  ugs. · ↗aufziehen  ugs. · ↗piesacken  ugs. · ↗triezen  ugs. · utzen  ugs. · ↗uzen  ugs. · ↗vexieren  geh., veraltet · ärgern  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›ärgern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Anwohner Autofahrer Bayer Coach Favorit Gegentor Große Nachbar Niederlage Trainer besonders darüber du freuen furchtbar fürchterlich gewaltig herumärgern hinterher ich lange manchmal maßlos mächtig natürlich schwarz sehr trotzdem wahnsinnig wiederum

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ärgern‹.

Verwendungsbeispiele für ›ärgern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ärgert mich, denn dadurch habe ich sicher mindestens drei Meter verschenkt.
Die Zeit, 02.03.2013 (online)
Aber wenn ich es nicht gemacht hätte, würde ich mich vermutlich in zehn Jahren unendlich ärgern.
Die Welt, 14.11.2005
Deswegen hängt er und ärgert sich alsbald über jede Frau.
Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 97
Auf meinen schäbigen Brief, ich bitte Dich, ärgere Dich doch nicht mehr darüber, weil ich Weihnachten nicht mit Dir darüber gesprochen habe.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 03.03.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Es treten im Leben so viele Dinge an uns ran, dann könnte man sich den ganzen Tag ärgern.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 11.02.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„ärgern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%A4rgern>, abgerufen am 24.01.2020.

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