ätzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungät-zen
Wortbildung mit ›ätzen‹ als Erstglied: ↗Ätzdruck · ↗Ätzer · ↗Ätznadel · ↗Ätznatron · ↗Ätzplatte · ↗Ätzstein · ↗Ätzung · ↗Ätzwasser
 ·  mit ›ätzen‹ als Letztglied: ↗abätzen · ↗aufätzen · ↗ausätzen · ↗einätzen · ↗wegätzen
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Chemie etw. durch Säuren, Laugen zerfressen, zerstören
Beispiele:
ätzende Chemikalien, Gifte
Schwefelsäure ätzt Löcher in die Platte
eine Wunde mit Höllenstein ätzen
[wie die Ameisen] mit ihrem ätzenden Saft alles Feindliche zu vergiften meinen [RoseggerWaldschulmeister1,59]
übertragen jmdn. verletzen, kränken
Beispiele:
ätzende Ironie, Kritik, Schärfe
eine ätzende Kränkung
den Gegner mit ätzendem Spott übergießen
2.
Handwerk, Industrie etw. durch Gebrauch von Säuren in Metall einzeichnen
Beispiele:
ein Bild in Kupfer, auf die Platte ätzen
als daß er auf eine Kupferplatte Buchstaben ätzte [GutzkowRitter7,11]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ätzen · Ätzung
ätzen Vb. ‘mit chemischen Mitteln, besonders Säuren und Laugen, zerstörend auf die Oberfläche eines festen Stoffes einwirken’. Ahd. ezzen (9. Jh.), mhd. etzen, atzen ist ein kausatives Verb zu ahd. eʒʒan, mhd. eʒʒen ‘essen, fressen’ (s. ↗essen) und bedeutet ursprünglich ‘essen lassen, mit Nahrung versorgen’, bis ins 16. Jh. auch häufig ‘vom Vieh abweiden lassen’. Daß diese Bildung im Germ. allgemein üblich ist, zeigen die gleichbed. Entsprechungen mnd. mnl. nl. etten, aengl. ettan, anord. etja sowie das Simplex von got. fraatjan ‘zum Essen austeilen’. Im Dt. herrscht heute allein der von der Vorstellung des Zerfressenwerdens eines Stoffes durch Chemikalien ausgehende fachsprachliche Gebrauch (s. auch ↗beizen), der sich seit der 1. Hälfte des 15. Jhs. (zunächst in der Medizin, später vor allem in der Drucktechnik, Metallbearbeitung und Chemie) durchzusetzen beginnt, aber bereits in Glossenbelegen des 9. bis 12. Jhs. für ahd. ezzen (‘mit scharfer Flüssigkeit reinigen’) nachweisbar ist. Der alte Wortsinn bleibt im Jagdwesen erhalten, wo die umgelautete Form des Verbs gelegentlich (bis ins 20. Jh.) neben ↗atzen (s. d.) verwendet wird. Ätzung f. mhd. atzunge ‘Nahrung, Beköstigung’ (s. ↗Atzung); als Fachwort (anfangs Atzunge, Etzung) seit dem 15. Jh.

Thesaurus

Synonymgruppe
korrodieren · ätzen
Synonymgruppe
radieren · ätzen
Synonymgruppe
giften · ↗höhnen · ↗pesten · ↗stänkern · ätzen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blatt Chip Durchmesser Forscher Glas Kanal Kritiker Loch Muster Oberfläche Platte Richtung Silizium Siliziumscheibe Struktur Säure an einätzen füllen herausätzen kratzen wegätzen zurück

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ätzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das ist so ätzend, dass man es sich kaum vorstellen kann.
Die Zeit, 27.10.2008, Nr. 43
Danach kann die Darstellung in der bezeichneten Weise geätzt werden.
o. A.: Lexikon der Kunst - A. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 22268
Es kann geschliffen und geätzt, graviert und sandgestrahlt, schattiert und coloriert werden.
Süddeutsche Zeitung, 06.03.1998
Allmählich aber begann dieses scharfe, rasche Leben sein Gemüt zu heftig zu ätzen.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 911
Tatsächlich hatte mir gerade am Tage zuvor ein Arzt seine krummen Instrumente in die Nase gebohrt, bis an den Rand des Gehirns, und mich geätzt.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 275
Zitationshilfe
„ätzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ätzen>, abgerufen am 20.11.2018.

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