Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

äußer

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung äu-ßer
eWDG

Bedeutung

in gegensätzlicher Bedeutung zu inner
a)
außen liegend
Beispiele:
der äußere Rand
die äußere Wand, Tür
er trug bei dem Unfall äußere Verletzungen davon
[der Graben] der den großen äußeren Burghof von dem kleinen inneren trennte [ FontaneGrete MindeI 1,239]
b)
nach außen in Erscheinung tretend
Beispiele:
die äußere Form, Gestalt, Wirkung, Erscheinung, Ordnung
ein äußerer Wandel
man darf nicht nur nach dem äußeren Schein urteilen
die äußeren Umstände, Verhältnisse waren günstig
c)
von außen kommend
Beispiele:
ein äußerer Anstoß, Zwang
ohne äußere Veranlassung, Ursache
d)
auswärtig, ausländisch
Beispiele:
der äußere Markt, Feind
der Minister für äußere Angelegenheiten, des Äußeren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

äußer · äußerlich · Äußerlichkeit
äußer Adj. ‘außen liegend, nach außen in Erscheinung tretend’, Superlativ äußerst ‘am weitesten außen liegend, größt-, letztmöglich’, ahd. ūʒaro (um 800), Superlativ ūʒarōsto (8. Jh.), mhd. ūʒer, auch iuzer, Superlativ ūʒerste. Zu ursprünglich adverbialem außer (s. d.) gehörendes Adjektiv, das wie hinter1, inner, ober, unter (s. d.) heute nur mit Flexionsendung auftritt (der äußere, ein äußerer). Zur Bildungsweise des Adjektivs wie der zugrundeliegenden Lokalpartikel mit komparativischem r-Suffix s. hinter1 Adj. In der Zusammensetzung außerhalb (s. d.) hat sich die unumgelautete Form des Adjektivs bis ins Nhd. gehalten. Vgl. die germ. Parallelbildungen aostnfrk. ūtero, aengl. ūter(r)a, ȳterra, engl. outer, utter, anord. ȳtri, schwed. yttre. äußerlich Adj. ‘von außen gesehen, oberflächlich’, mhd. ūʒerlich; Äußerlichkeit f. ‘Unwesentliches’, mhd. ūʒerlīcheit.

außer Präp. ‘außerhalb, abgesehen von’, Konj. ‘ausgenommen’. außer geht ebenso wie außen (s. d.) auf eine Weiterbildung von germ. *ūt (s. aus) zurück (s. äußer), die in einigen germ. Sprachen, zum Teil nur noch in komponierter bzw. abgeleiteter Form, als Präposition, Konjunktion oder, ihrer ursprünglichen Bildung gemäß, als Adverb auftritt, ahd. ūʒar Präp. ‘aus, aus … heraus, außerhalb, ohne’, Konj. ‘aber, ausgenommen’ (8. Jh.), mhd. ūʒer Präp. ‘aus, aus … heraus, aus … hinaus, außerhalb, ohne’, asächs. farūtar Präp. ‘ohne’, anord. ūtarliga Adv. ‘außerhalb, weit draußen’. Im präpositionalen Gebrauch von nhd. außer ist eine deutliche Verschiebung gegenüber dem älteren Dt. eingetreten. Es kann ursprünglich, wie oben angegeben, rein lokal zur Bezeichnung der Ruhelage (‘außerhalb’) wie der Richtung (‘aus, aus … heraus, aus … hinaus’) gebraucht werden; heute ist eine lokale Verwendung nur noch in übertragenem Sinn möglich zur Bezeichnung eines Zustandes (außer Atem, Gefahr, Zweifel) und in formelhaften Wendungen (außer Landes, Haus). In rein lokaler Funktion ist außer im allgemeinen durch außerhalb (s. d.) ersetzt worden.

Typische Verbindungen zu ›äußer‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›äußer‹.

Verwendungsbeispiele für ›äußer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die äußere Disziplin hat mit der inneren Einstellung nichts zu tun! [Konsalik, Heinz G.: Der Arzt von Stalingrad, Hamburg: Dt. Hausbücherei 1960 [1956], S. 291]
Äußere Kanten, an die er sich stößt, gibt es nur wenig. [Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 212]
Diese äußeren Formen zerfallen »unter dem Druck innerer molekularer Kräfte«. [Schlögel, Karl: Petersburg, München Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 117]
Das von Gott geweckte innere Leben stellt sich im äußeren Leben dar. [Blättner, Fritz: Geschichte der Pädagogik, Heidelberg: Quelle & Meyer 1961 [1951], S. 58]
Auch von äußeren Störungen lässt sich das Gerät nicht beeinflussen. [C't, 2001, Nr. 10]
Zitationshilfe
„äußer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%A4u%C3%9Fer>.

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