äußerlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungäu-ßer-lich
Wortbildung mit ›äußerlich‹ als Erstglied: ↗Äußerlichkeit
eWDG, 1967

Bedeutung

Gegenwort zu innerlich
a)
nach außen hin, von außen gesehen
Beispiele:
er war äußerlich ruhig
äußerlich schien alles in Ordnung zu sein
sich äußerlich nichts merken lassen
er hat sich nur äußerlich geändert
das Paket war äußerlich unversehrt
äußerliche Ruhe, äußerliche Eleganz zeigen
er macht äußerlich einen guten Eindruck
b)
Beispiele:
die Arznei ist für äußerlichen Gebrauch bestimmt (= darf nicht eingenommen werden)
so was Geistiges [Melissengeist] muß im Hause sein, das ist für innerlich und für äußerlich [Anzengr.4,185]
c)
oberflächlich
Beispiel:
ein äußerlicher Typ, Mensch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

äußer · äußerlich · Äußerlichkeit
äußer Adj. ‘außen liegend, nach außen in Erscheinung tretend’, Superlativ äußerst ‘am weitesten außen liegend, größt-, letztmöglich’, ahd. ūʒaro (um 800), Superlativ ūʒarōsto (8. Jh.), mhd. ūʒer, auch iuzer, Superlativ ūʒerste. Zu ursprünglich adverbialem ↗außer (s. d.) gehörendes Adjektiv, das wie ↗hinter, ↗inner, ↗ober, ↗unter (s. d.) heute nur mit Flexionsendung auftritt (der äußere, ein äußerer). Zur Bildungsweise des Adjektivs wie der zugrundeliegenden Lokalpartikel mit komparativischem r-Suffix s. ↗hinter Adj. In der Zusammensetzung ↗außerhalb (s. d.) hat sich die unumgelautete Form des Adjektivs bis ins Nhd. gehalten. Vgl. die germ. Parallelbildungen aostnfrk. ūtero, aengl. ūter(r)a, ȳterra, engl. outer, utter, anord. ȳtri, schwed. yttre. äußerlich Adj. ‘von außen gesehen, oberflächlich’, mhd. ūʒerlich; Äußerlichkeit f. ‘Unwesentliches’, mhd. ūʒerlīcheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
außen · ↗habituell · äußerlich
Synonymgruppe
außerhalb · external · ↗extrinsisch · von außen kommend · äußerlich
Synonymgruppe
der Form halber · der Form wegen · die Form betreffend · ↗formal · ↗nominell · um der Form zu genügen · um einer Vorschrift zu genügen · zum Schein · äußerlich  ●  ↗pro forma  lat.
Assoziationen
  • für den Fall der Fälle · ↗sicherheitshalber · ↗vorsichtshalber · zur Vorsicht
  • (den normalen) Anstandsregeln entsprechen · (den) bürgerlichen Gepflogenheiten entsprechen · ↗(sich) gehören · ↗(sich) schicken · Pflicht sein · angemessen sein · vom Anstand geboten sein  ●  ↗(sich) ziemen  veraltet · (den) Anstandsregeln Genüge tun  geh. · (etwas) bringen können  ugs. · (etwas) gebietet (schon allein) der Anstand  geh. · ↗(sich) geziemen  geh., veraltet · ↗(sich) passen  geh., veraltend · schicklich sein  geh.
  • (nur eine) Formalität · ↗(reine) Formsache · ↗Formalie
  • (eine) reine Formsache · (nur) eine Formalität · nichts Besonderes · reine Routine  ●  machen wir immer so  ugs., variabel
  • aus (reiner) Höflichkeit · höflicherweise · ↗pro forma · weil es sich so gehört · weil es so üblich ist  ●  ↗artig  geh., ironisierend, fig. · artigerweise  geh., ironisierend, fig.
Synonymgruppe
dabei (...) wirken · nach außen hin · äußerlich
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Attribut Erscheinungsbild Kennzeichen Merkmal Regung abheben angleichen anmerken anzuwendend bloß daherkommen erkennbar gleichen hermachen innerlich intakt rein schon sichtbar stimmlich unauffällig unscheinbar unterscheiden wahrnehmbar wenigstens wirkend zumindest Ähnlichkeit ähneln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›äußerlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Äußerlich hat das Theater wieder die Gestalt des historischen Baus.
Die Welt, 29.12.1999
Denn in dem sonderbaren Dorf scheint äußerlich auch acht Jahre nach der Wende noch immer die Zeit stehengeblieben zu sein.
Der Tagesspiegel, 12.09.1998
Wenn Frauen nur »ihren Mann stehen«, sind sie so arm dran wie Männer, die meinen, »immer stark sein« zu müssen - äußerlich natürlich.
Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 168
Er habe sie bei äußerlich höflichem Wesen schwer belogen, er sei völlig unsittlich.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1923. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1923], S. 123
Doch ihren Mangel an äußerlichen Reizen vergaß man, sobald sie nur fünf Worte gesprochen hatte.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 22959
Zitationshilfe
„äußerlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/äußerlich>, abgerufen am 17.11.2019.

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