äußern

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung äu-ßern
Wortbildung  mit ›äußern‹ als Letztglied: entäußern

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. etw., sich aussprechen
    1. a) etw. sagen
    2. b) ⟨sich äußern⟩
  2. 2. ⟨sich in, durch, als etw. äußern⟩ sich zeigen, zum Ausdruck kommen
    1. ⟨etw. äußern⟩ etw. zum Ausdruck bringen
eWDG

Bedeutungen

1.
etw., sich aussprechen
a)
etw. sagen
Beispiele:
seine Meinung, Gedanken, Ansicht (freimütig, unumwunden, unverhohlen) zu einer Frage, über jmdn. äußern
er äußerte einen Wunsch, eine Bitte, seinen Willen
einen Verdacht, Zweifel, seine Bedenken, Freude, Missbilligung, Entrüstung, seinen Unwillen, sein Bedauern äußern
In meinen vier Wänden kann ich äußern, was mir paßt [ BrechtFurcht u. Elend10]
b)
sich äußern
Beispiele:
sich abfällig, wegwerfend, ungünstig, lobend, befriedigt, vorsichtig über etw., jmdn. äußern
sie hat sich in diesem Sinne gegen ihn geäußert
2.
sich in, durch, als etw. äußernsich zeigen, zum Ausdruck kommen
Beispiele:
die Krankheit äußerte sich in Schüttelfrost, durch Fieber
ihre innere Erregung äußerte sich im Zittern ihrer Hände
jene Liebe, welche sich als Mitgefühl … äußert [ Rosegger30,56]
etw. äußernetw. zum Ausdruck bringen
Beispiel:
sie äußerte ihre Dankbarkeit dadurch, dass …
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

äußern · Äußerung · entäußern · veräußern
äußern Vb. ‘zum Ausdruck bringen, aussprechen’, reflexiv auch ‘zum Ausdruck kommen, sich zeigen’. Im Mhd. steht neben den von den Adverbien ūʒ (s. aus) und ūʒen (s. außen) abgeleiteten Verben ūʒen, iuʒen, ūʒenen, iuʒenen bereits ūʒern, iuʒern, das seinerseits entweder zu ursprünglich adverbialem mhd. ūʒer (s. außer) oder zu adjektivischem mhd. ūʒer (s. äußer) gehört. Der Bedeutungsum-fang des Verbs ist im Mittelalter (für die hd. Form wie für mnd. ūteren) und auch in frühnhd. Zeit erheblich größer als in der Gegenwart. Das Verb enthält in vielfacher, besonders rechtlicher Hinsicht die Vorstellung ‘herausgeben’, auch ‘veräußern, bekanntgeben, ausweisen, ausschließen’. Reflexiv gebraucht meint es ‘sich entledigen, entäußern, sich fortmachen’. Einige der genannten Verwendungsweisen leben in den Verben veräußern, entäußern (s. unten) weiter. Im 18. Jh. bedeutet äußern vornehmlich ‘an sich sehen lassen, zeigen’ (eigentlich ‘nach außen treten lassen’). Diese Bedeutung ist seitdem, zumindest bei transitivem Gebrauch, ganz auf den mündlichen oder schriftlichen Ausdruck, (Gefühle und Meinungen) ‘aussprechen’, beschränkt. Äußerung f. ‘Bemerkung, sichtbares Zeichen, Ausdruck’, mhd. ūʒerunge ‘Äußerung, Rede, Entfernung, Ausweisung’. entäußern Vb. reflexiv ‘sich einer Sache begeben’, mhd. entiuʒern reflexiv, neben entiuʒen, entūʒenen (entsprechend den Nebenformen zum Simplex, s. oben). veräußern Vb. ‘Besitz verkaufen’, mhd. veriuʒern, verūʒern ‘veräußern, verkaufen’, reflexiv ‘sich nach außen kehren’.

Typische Verbindungen zu ›äußern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›äußern‹.

Verwendungsbeispiele für ›äußern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich sehe mich nicht in der Lage, mich dazu noch zu äußern. [Braun, Marcus: Hochzeitsvorbereitungen, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 61]
Über dieses Buch, das war mir sofort klar, dürfe ich mich nicht äußern. [Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 895]
Auf dem praktischen Gebiete endlich äußert er sich als »moralischer Sinn«. [Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie. In: Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 7627]
Dazu kommt eine ausgesprochene Scheu, sich über religiöse Fragen zu äußern, und leicht wird der Ernst ironisch überspielt. [Götting, F.: Goethe. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 16265]
Über den konkreten Fall werde ich mich natürlich nicht äußern. [Der Spiegel, 06.04.1992]
Zitationshilfe
„äußern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%A4u%C3%9Fern>.

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