ökonomisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungöko-no-misch
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›ökonomisch‹ als Erstglied: ↗Ökonomik · ↗ökonomisieren  ·  mit ›ökonomisch‹ als Letztglied: ↗agrarökonomisch · ↗arbeitsökonomisch · ↗außerökonomisch · ↗finanzökonomisch · ↗handelsökonomisch · ↗industrieökonomisch · ↗ingenieurökonomisch · ↗nationalökonomisch · ↗planökonomisch · ↗politökonomisch · ↗sprachökonomisch · ↗umweltökonomisch · ↗verkehrsökonomisch · ↗wissenschaftsökonomisch
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
ohne Steigerung
entsprechend der Bedeutung von Ökonomie (Lesart 2)
Beispiele:
die ökonomische Struktur eines Landes
die ökonomische Entwicklung der Gesellschaft
das ökonomische System des Sozialismus, des Kapitalismus
die ökonomische Leistung der Wirtschaft
neue ökonomische Methoden, Bedingungen
die ökonomische Leitung
der ökonomische Nutzen
ökonomische Triebkräfte
ein Land, jmd. ist ökonomisch abhängig von jmdm.
2.
ohne Steigerung
wirtschaftswissenschaftlich
entsprechend der Bedeutung von Ökonomie (Lesart 1)
Beispiel:
ein ökonomisches Studium
3.
sparsam
entsprechend der Bedeutung von Ökonomie (Lesart 3)
Beispiele:
ein ökonomischer Mensch
eine ökonomische Hausfrau
ökonomisch, noch ökonomischer vorgehen
er denkt immer ökonomisch
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ökonomie · Ökonom · ökonomisch
Ökonomie f. ‘Wirtschaftswissenschaft, wirtschaftliche Struktur, sparsame Wirtschaftsführung, Wirtschaftlichkeit’, entlehnt (1. Hälfte 16. Jh., Oeconomey) aus lat. oeconomia, griech. oikonomía (οἰκονομία) ‘Hauswirtschaft, Verwaltung, Einrichtung’, auch ‘Staatswirtschaft, Staatshaushaltung’, einer Bildung zu griech. oikonómos (s. unten); vgl. griech. ṓīkos (οἶκος) ‘Haus, Wohnung, Hausstand, -haltung, Heimat’ und s. ↗-nom, ↗-nomie. Im Dt. zunächst im Sinne von ‘Hauswirtschaft, Haushaltsführung’, woraus im 18. Jh. ‘sparsame Lebensführung, Wirtschaftlichkeit’, ferner ‘Landwirtschaft’ und ‘Landwirtschaftsbetrieb’, schließlich ‘wirtschaftswissenschaftliche Disziplin, Wirtschaftstheorie’ (1. Hälfte 19. Jh., anfangs zur Unterscheidung von ‘Hauswirtschaft’ dafür oft National- oder Staatsökonomie). In allgemeinem Sinne ‘sachgemäße Einteilung, dem Inhalt entsprechender Aufbau’, z. B. von literarischen, wissenschaftlichen, auch figürlichen Darstellungen (seit 18. Jh.). Ökonom m. ‘Wirtschaftswissenschaftler’ (1. Hälfte 19. Jh.), älter (entsprechend der Bedeutung von Ökonomie, s. oben) ‘Hauswirt’ (Anfang 17. Jh.) und (noch üblich im Öst.) ‘Landwirt, landwirtschaftlicher Verwalter’ (18. Jh.), aus spätlat. oeconomus ‘Wirtschafter, Verwalter, Landwirt’, griech. oikonómos (οἰκονόμος) ‘wer das Haus, den Haushalt leitet, verwaltet, Hausverwalter, Wirt’, Adj. ‘das Haus verwaltend’. ökonomisch Adj. ‘die Hauswirtschaft betreffend’ (1. Hälfte 16. Jh.), ‘geschickt in der Haushaltsführung, wirtschaftlich, sparsam’ (18. Jh.), ‘wirtschaftswissenschaftlich’ (1. Hälfte 19. Jh.); vgl. lat. oeconomicus, griech. oikonomikós (οἰκονομικός) ‘zur Verwaltung des Hauswesens geschickt, wirtschaftlich’.

Thesaurus

Synonymgruppe
geschäftlich · ↗wirtschaftlich · ökonomisch
Synonymgruppe
haushälterisch · ↗sparsam · ↗wirtschaftlich · ökonomisch
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anreiz Aspekt Denken Effizienz Faktor Gesichtspunkt Grund Integration Interesse Kalkül Krise Logik Nutzen Rahmenbedingung Rationalität Realität Sachverstand Theorie Vernunft Vorteil Zwang gesellschaftlich kulturell militärisch politisch sozial technisch technologisch wissenschaftlich-technisch ökologisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ökonomisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damit das was wird, soll sich auch die ökonomische Lehre ändern.
Die Zeit, 20.02.2012, Nr. 08
Diese Erkenntnis ist nicht nur politisch wichtig, sondern sie ist auch ökonomisch bedeutsam.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1999]
Nicht nur, daß die Morde alle auf die gleiche ordentliche Weise ausgeführt waren, auch die Wahl der Opfer verriet eine beinahe ökonomisch planende Absicht.
Süskind, Patrick: Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 383
Mit dieser, im weitesten Sinn ökonomischen Tätigkeit ist aber keineswegs das Organisieren erschöpft.
Heller, Hermann: Staatslehre, Leiden: Sijthoff 1934, S. 225
Von der ökonomischen Begründung abgesehen, ist das in seiner Struktur das alte jakobinische Argument.
Schmitt, Carl: Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus, Berlin: Duncker & Humblot 1991 [1923], S. 31
Zitationshilfe
„ökonomisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ökonomisch>, abgerufen am 21.05.2019.

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