Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

ölen

Grammatik Verb
Aussprache 
Wortbildung  mit ›ölen‹ als Erstglied: Ölung  ·  mit ›ölen‹ als Letztglied: einölen · entölen
Mehrwortausdrücke  wie ein geölter Blitz
eWDG

Bedeutung

etw. mit Maschinenöl in Gang setzen, halten
Beispiele:
er ölte sein Fahrrad, hatte die Nähmaschine, das Gewinde frisch geölt
das geölte Schloss knarrt nicht mehr
salopp wie geöltsehr schnell
Beispiele:
das ging ja wie geölt!
er lief davon wie ein geölter Blitz
den Fußboden mit Öl glätten, schützen
Beispiele:
der Fußboden ist frisch geölt
geölte Stufen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Öl · ölen · Ölung · ölig · Ölbaum · Ölgötze
Öl n. ‘flüssiges Fett, fette dicke Flüssigkeit’, ahd. oli (8. Jh.), mhd. ol(e), oli, öl(e), asächs. oli, mnd. ȫlie (woraus anord. olea, olia), aengl. œli, ele (engl. oil jedoch aus afrz. oile), mnl. ōlie, ōly, nl. olie sind entlehnt aus vlat. *olium, lat. oleum, das auf griech. élaion (ἔλαιον) ‘Olivenöl, Öl’ zurückgeht, ein Wort unbekannter (wohl mediterraner) Herkunft. Daneben steht ahd. (um 800), mhd. olei, mnd. oley aus vlat. *oleion, einer Mischform aus lat. oleum und griech. élaion; vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 346 ff. Wort und Sache sind wohl vornehmlich durch das Christentum ins Germ. eingegangen, da im kirchlichen Bereich das Öl bei Taufe, Krankenölung, Priester- und Bischofsweihe ein wesentlicher kultischer Bestandteil ist. Seit dem 17. Jh. wird das Wort auch für Erdöl (s. Erde) und seit dem 18. Jh. für tierische Fette verwendet. ölen Vb. ‘mit Öl versehen, zubereiten, salben’, mhd. ol(e)n, öl(e)n, oleien. Ölung f. ‘das Auftragen, Zuführen von Öl’; vgl. letzte Ölung ‘Krankensalbung mit geweihtem Öl’ vor zu erwartendem Tode, daher auch ‘Sterbesakrament’, mhd. olunge, ölunge, oleiunge. ölig Adj. ‘ölhaltig’ (16. Jh.), vgl. vorausgehendes spätmhd. ölechtig. Ölbaum m. ‘Olivenbaum’, ahd. oliboum (9. Jh.), mhd. ölboum. Ölgötze m. ‘steifer, teilnahmsloser, verständnisloser Mensch’, nur noch in der Wendung wie ein Ölgötze (dastehen, dasitzen), vgl. da stehn wir wie die ol gotzen (Luther), in den reformatorischen Kämpfen auch eine Schelte für die bei der Weihe gesalbten Priester; vielleicht gekürzt aus Ölberggötze für die am Ölberg schlafenden Jünger (Matth. 26, 40). Oder ist mit Knobloch in: Lingua 26 (1970/71) 310, ausgehend vom betretenen Schweigen der zurückweichenden Häscher auf die Frage Christi „wen sucht ihr?“ im angeführten Lutherzitat, eher an die Soldaten der Kohorte zu denken, die Christus gefangennehmen sollten (Joh. 18, 4 bis 9)? Vgl. Ölberger Plur. (landschaftlich obd.) als Schelte für ‘Häscher, Schergen, Stadtsoldaten’ (16. Jh.).

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
abschmieren · durchschmieren · fetten · schmieren · ölen
Biologie
Synonymgruppe
schwitzen  ●  transpirieren  geh. · ölen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›ölen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ölen‹.

Verwendungsbeispiele für ›ölen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Man kommt nicht einmal mehr dazu, sie ölen zu lassen. [Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 147]
Ich öle es alle dreiviertel Stunde ein und so heilt es doch am besten. [Brief von Irene G. an Ernst G. vom 22.11.1943, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Die habe ich innen leicht geölt und fülle sie jetzt mit der roten Masse. [Die Zeit, 28.07.1997, Nr. 30]
Deshalb läßt er sich öffentlich ölen und kündigt so ein Fest an. [Süddeutsche Zeitung, 26.08.1998]
Man muss die Stollen ölen, damit sie leicht zu wechseln sind. [Der Tagesspiegel, 11.08.2002]
Zitationshilfe
„ölen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%B6len>.

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