ölig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›ölig‹ als Erstglied: ↗Öligkeit
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
a)
mit Öl durchsetzt, bedeckt, beschmiert
b)
Öl enthaltend, ölhaltig
2.
fett u. dickflüssig wie Öl; im Aussehen dem Öl ähnlich
3.
abwertend unaufrichtig sanft (u. mit falschem Pathos); salbungsvoll
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Öl · ölen · Ölung · ölig · Ölbaum · Ölgötze
Öl n. ‘flüssiges Fett, fette dicke Flüssigkeit’, ahd. oli (8. Jh.), mhd. ol(e), oli, öl(e), asächs. oli, mnd. ȫlie (woraus anord. olea, olia), aengl. œli, ele (engl. oil jedoch aus afrz. oile), mnl. ōlie, ōly, nl. olie sind entlehnt aus vlat. *olium, lat. oleum, das auf griech. élaion (ἔλαιον) ‘Olivenöl, Öl’ zurückgeht, ein Wort unbekannter (wohl mediterraner) Herkunft. Daneben steht ahd. (um 800), mhd. olei, mnd. oley aus vlat. *oleion, einer Mischform aus lat. oleum und griech. élaion; vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 346 ff. Wort und Sache sind wohl vornehmlich durch das Christentum ins Germ. eingegangen, da im kirchlichen Bereich das Öl bei Taufe, Krankenölung, Priester- und Bischofsweihe ein wesentlicher kultischer Bestandteil ist. Seit dem 17. Jh. wird das Wort auch für Erdöl (s. ↗Erde) und seit dem 18. Jh. für tierische Fette verwendet. ölen Vb. ‘mit Öl versehen, zubereiten, salben’, mhd. ol(e)n, öl(e)n, oleien. Ölung f. ‘das Auftragen, Zuführen von Öl’; vgl. letzte Ölung ‘Krankensalbung mit geweihtem Öl’ vor zu erwartendem Tode, daher auch ‘Sterbesakrament’, mhd. olunge, ölunge, oleiunge. ölig Adj. ‘ölhaltig’ (16. Jh.), vgl. vorausgehendes spätmhd. ölechtig. Ölbaum m. ‘Olivenbaum’, ahd. oliboum (9. Jh.), mhd. ölboum. Ölgötze m. ‘steifer, teilnahmsloser, verständnisloser Mensch’, nur noch in der Wendung wie ein Ölgötze (dastehen, dasitzen), vgl. da stehn wir wie die ol gotzen (Luther), in den reformatorischen Kämpfen auch eine Schelte für die bei der Weihe gesalbten Priester; vielleicht gekürzt aus Ölberggötze für die am Ölberg schlafenden Jünger (Matth. 26, 40). Oder ist mit Knobloch in: Lingua 26 (1970/71) 310, ausgehend vom betretenen Schweigen der zurückweichenden Häscher auf die Frage Christi „wen sucht ihr?“ im angeführten Lutherzitat, eher an die Soldaten der Kohorte zu denken, die Christus gefangennehmen sollten (Joh. 18, 4 bis 9)? Vgl. Ölberger Plur. (landschaftlich obd.) als Schelte für ‘Häscher, Schergen, Stadtsoldaten’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
tranig · verölt · ölig
Synonymgruppe
flutschig · ↗schleimig · ↗schlierig · ↗schmierig · ölig  ●  ↗glitschig  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brühe Charme Extrakt Finger Fisch Flecken Flüssigkeit Geruch Haar Lappen Masse Oberfläche Pfütze Schlamm Sekret Stoff Substanz Tropfen Wasser farblos fettig glatt glänzen glänzend harzartig riechen riechend schimmernd schmierig wässrig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ölig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch die digitale Welt macht heute selbst vor einer öligen Garage nicht halt.
Die Zeit, 23.11.2009, Nr. 47
Es war in Ordnung, kam mir aber doch etwas ölig vor.
Die Welt, 20.08.2003
Sie «stach spitz wie ein Dorn durch ihre ölige Sprache.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 16
Sie hatte pechschwarze, ölige, lockige Haare, eine auffallend krumme Nase und sehr krumme Beine.
Traven, B.: Das Totenschiff, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1929 [1926], S. 43
Das Kopfhaar aber ist glatt angeklatscht und glänzt mit öligen Lichtern.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 1, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 95
Zitationshilfe
„ölig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ölig>, abgerufen am 17.10.2019.

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