örtlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ört-lich
Wortbildung  mit ›örtlich‹ als Erstglied: Örtlichkeit  ·  mit ›örtlich‹ als Letztglied: innerörtlich · überörtlich
eWDG

Bedeutungen

1.
auf eine Stelle des Körpers beschränkt, lokal
Beispiele:
eine örtliche Betäubung
jmdn. örtlich betäuben
der Schmerz war örtlich begrenzt
2.
in einem einzelnen Bezirk, Kreis, einer einzelnen Stadt, Gemeinde, lokal
Beispiele:
die örtliche Umgebung, örtlichen Verhältnisse genau kennen
örtliche Tagesfragen behandeln
das sind nur örtliche Belange
örtliche Reserven
DDRdie örtlichen Organe der Verwaltung
DDRdie örtliche Industrie, Wirtschaft (= die nicht zentral geleiteten oder angeleiteten Betriebe in einem Bezirk oder Kreis)
das wird örtlich verschieden gehandhabt
etw. ist örtlich festgelegt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ort · orten · örtlich · Örtlichkeit · Ortschaft · Örtchen
Ort m. ‘Stelle, Platz, Punkt, Gegend, Ortschaft’, ahd. ort ‘Spitze, Endpunkt, Ecke’ (8. Jh.), mhd. ort ‘äußerster Punkt nach Raum und Zeit, Anfang, Ende, Spitze (besonders einer Waffe, eines Werkzeugs), Ecke, Rand, Himmelsgegend, Platz, Stelle’, asächs. ord ‘Spitze’, mnd. ort, mnl. ort, oort ‘Punkt, Kante, Rand, Ecke’, nl. oord ‘Gegend, Land, Stelle, Platz’, aengl. ord, anord. oddr ‘Spitze, Speer, Anführer’, schwed. udd ‘Spitze’ führen auf eine Bildung mit Dentalsuffix germ. *uzda- ‘Spitze’. Weitere Herkunft ungewiß. Man versucht, aind. vas- ‘spalten, schneiden, töten, stechen’, alban. usht ‘Ähre’, lit. usnìs ‘Distel’, lett. usne ‘Acker-, Saudistel’, air. fennaid (aus *u̯esnāti) ‘schindet’ heranzuziehen, und erschließt eine Wurzel ie. *u̯es- ‘stechen’. Die alte Bedeutung ‘Spitze’ ist noch landschaftlich in Ort ‘Schusterahle, Pfriem’ erhalten, im Sinne von ‘äußerstes Ende, Ecke’ in Ortsbezeichnungen wie Darßer Ort, Ruhrort und in der Bergmannssprache vor Ort ‘an der Spitze, am Ende eines Grubengangs’. orten Vb. ‘die augenblickliche Position (eines Flugzeugs, Schiffes) bestimmen’ (20. Jh.), älter (auch mit Umlaut örten) ‘sich erstrecken, auslaufen, zu Ende gehen’ (18. Jh.), bergmännisch ‘unter einem spitzen Winkel aufeinandertreffen (von Gängen, Klüften)’ (16. Jh.); vgl. ahd. ortōn ‘einer Sache Ecken geben, sie begrenzen’ (um 1000). örtlich Adj. ‘auf eine bestimmte Stelle beschränkt, einen bestimmten Ort betreffend, zu ihm gehörend, lokal’ (Anfang 18. Jh.); Örtlichkeit f. ‘Gelände, Gegend, bestimmter Platz’ (18. Jh.). Ortschaft f. ‘Siedlung, Dorf, Gemeinde’ (18. Jh.). Das Deminutivum Örtchen n. steht verhüllend für ‘Abtritt’ (17. Jh.), wie zuvor vereinzelt auch Ort (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
dezentral · lokal · regional · örtlich
Synonymgruppe
die Lage betreffend · geometrisch · lagemäßig · positionell · örtlich
Assoziationen
Synonymgruppe
an manchen Orten · an manchen Stellen · lokal · mancherorts · stellenweise · vereinzelt · örtlich  ●  topisch  fachspr., griechisch
Assoziationen
Synonymgruppe
auf lokaler Ebene · lokal · örtlich

Typische Verbindungen zu ›örtlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›örtlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›örtlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So ist auch für mancherlei Zweck die Montage mit Hilfe des örtlichen Abschwächens brauchbar. [Croy, Otto: Fotomontage, Düsseldorf: Knapp 1952 [1937], S. 51]
Nur sehr wenige Frauen sind durch ihr ganzes Leben frei von jeder örtlichen Empfindung. [Fraenkel, Ernst: Hygiene des Weibes, Berlin: Coblentz 1903, S. 38]
Wir schließen eine kleine Auswahl aus der umfangreichen Literatur zur örtlichen Geschichte an. [Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1934, S. 473]
Der Gast zeigte sich sehr beeindruckt, er sei "überrascht über die örtlichen Erfolge". [Archiv der Gegenwart, 2001 [1995]]
Den örtlichen Organen mangele es am Willen, die Probleme der Arbeiter wahrzunehmen. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1989]]
Zitationshilfe
„örtlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%B6rtlich>.

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