örtlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungört-lich
Wortbildung mit ›örtlich‹ als Erstglied: ↗Örtlichkeit  ·  mit ›örtlich‹ als Letztglied: ↗innerörtlich · ↗überörtlich
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
auf eine Stelle des Körpers beschränkt, lokal
Beispiele:
eine örtliche Betäubung
jmdn. örtlich betäuben
der Schmerz war örtlich begrenzt
2.
in einem einzelnen Bezirk, Kreis, einer einzelnen Stadt, Gemeinde, lokal
Beispiele:
die örtliche Umgebung, örtlichen Verhältnisse genau kennen
örtliche Tagesfragen behandeln
das sind nur örtliche Belange
örtliche Reserven
DDRdie örtlichen Organe der Verwaltung
DDRdie örtliche Industrie, Wirtschaft (= die nicht zentral geleiteten oder angeleiteten Betriebe in einem Bezirk oder Kreis)
das wird örtlich verschieden gehandhabt
etw. ist örtlich festgelegt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ort · orten · örtlich · Örtlichkeit · Ortschaft · Örtchen
Ort m. ‘Stelle, Platz, Punkt, Gegend, Ortschaft’, ahd. ort ‘Spitze, Endpunkt, Ecke’ (8. Jh.), mhd. ort ‘äußerster Punkt nach Raum und Zeit, Anfang, Ende, Spitze (besonders einer Waffe, eines Werkzeugs), Ecke, Rand, Himmelsgegend, Platz, Stelle’, asächs. ord ‘Spitze’, mnd. ort, mnl. ort, oort ‘Punkt, Kante, Rand, Ecke’, nl. oord ‘Gegend, Land, Stelle, Platz’, aengl. ord, anord. oddr ‘Spitze, Speer, Anführer’, schwed. udd ‘Spitze’ führen auf eine Bildung mit Dentalsuffix germ. *uzda- ‘Spitze’. Weitere Herkunft ungewiß. Man versucht, aind. vas- ‘spalten, schneiden, töten, stechen’, alban. usht ‘Ähre’, lit. usnìs ‘Distel’, lett. usne ‘Acker-, Saudistel’, air. fennaid (aus *u̯esnāti) ‘schindet’ heranzuziehen, und erschließt eine Wurzel ie. *u̯es- ‘stechen’. Die alte Bedeutung ‘Spitze’ ist noch landschaftlich in Ort ‘Schusterahle, Pfriem’ erhalten, im Sinne von ‘äußerstes Ende, Ecke’ in Ortsbezeichnungen wie Darßer Ort, Ruhrort und in der Bergmannssprache vor Ort ‘an der Spitze, am Ende eines Grubengangs’. orten Vb. ‘die augenblickliche Position (eines Flugzeugs, Schiffes) bestimmen’ (20. Jh.), älter (auch mit Umlaut örten) ‘sich erstrecken, auslaufen, zu Ende gehen’ (18. Jh.), bergmännisch ‘unter einem spitzen Winkel aufeinandertreffen (von Gängen, Klüften)’ (16. Jh.); vgl. ahd. ortōn ‘einer Sache Ecken geben, sie begrenzen’ (um 1000). örtlich Adj. ‘auf eine bestimmte Stelle beschränkt, einen bestimmten Ort betreffend, zu ihm gehörend, lokal’ (Anfang 18. Jh.); Örtlichkeit f. ‘Gelände, Gegend, bestimmter Platz’ (18. Jh.). Ortschaft f. ‘Siedlung, Dorf, Gemeinde’ (18. Jh.). Das Deminutivum Örtchen n. steht verhüllend für ‘Abtritt’ (17. Jh.), wie zuvor vereinzelt auch Ort (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
dezentral · ↗lokal · ↗regional · örtlich
Synonymgruppe
die Lage betreffend · ↗geometrisch · lagemäßig · ↗positionell · örtlich
Assoziationen
Synonymgruppe
an manchen Orten · an manchen Stellen · ↗lokal · ↗stellenweise · ↗vereinzelt · örtlich  ●  ↗topisch  fachspr., griechisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitsagentur Arbeitsamt Behörde Betäubung Bezirksausschuss Bürgerinitiative Einbruch Feuerwehr Fremdenverkehrsamt Fußballverein Gegebenheit Honoratior Kampftätigkeit Kommandeur Mieterverein Organ Organisationskomitee Polizei Polizeibehörde Polizeichef Polizeidienststelle Polizeistation Presse Selbstverwaltung Sparkasse Staatsorgan Volksvertretung begrenzt regional zeitlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›örtlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von der übrigen Ostfront wird nur lebhafte ortliche Kampftätigkeit gemeldet.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1943]
Ortliche Betriebe spendieren zwar mal einen Satz Trikots mit dem Werbeschriftzug, doch haben die Großunternehmen sich überwiegend dem Spitzensport verschrieben.
Die Zeit, 12.06.1992, Nr. 25
Zitationshilfe
„örtlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/örtlich>, abgerufen am 11.12.2019.

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