österlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungös-ter-lich
WortzerlegungOstern-lich
Wortbildung mit ›österlich‹ als Letztglied: ↗nachösterlich · ↗vorösterlich
eWDG, 1974

Bedeutung

das Osterfest betreffend
Beispiel:
die österliche Zeit
zum Osterfest üblich
Beispiele:
der österliche Verkehr
das österliche Treiben in den Straßen
österliches Wetter
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ostern · österlich · Ostertag · Osterei · Osterhase
Ostern n. Plur. ältestes christliches Fest, das die im Neuen Testament berichtete Auferstehung Christi feiert. Die Herkunft der nur im Dt. und Engl. nachgewiesenen Bezeichnung ahd. ōstra, meist Plur. ōst(a)rūn (8. Jh.), mhd. ōster(e)n, ōster, mnd. ōsteren, aengl. Ēastre, Ēastro, gewöhnlich im Plur. Ēastron, engl. Easter ist unsicher. Knobloch in: Die Sprache 5 (1959) 27 ff. sieht hierin eine Ableitung mit dem Suffix ie. -tero-, die ebenso wie die Ausgangsform ie. *ā̌us-, *us- eigentlich ‘Morgenröte’ bedeute (also anders aufzufassen ist als die unter ↗Osten, s. d., dargestellte Ableitung mit dem Suffix ie. -t(e)ro-). Es handele sich um eine Übersetzung von kirchenlat. Albae paschālēs, eigentlich die Osteroktav, d. h. die Festwoche für die Neugetauften, benannt nach den weißen Gewändern (lat. albae) der Täuflinge, vgl. lat. albus ‘weiß’, substantiviert alba f. ‘weißes Gewand’, kirchenlat. ‘Taufkleid’ sowie ‘liturgisches weißes Gewand des Priesters’, aber auch vlat. ‘Frühlicht, Morgendämmerung, Morgenröte’ (vgl. afrz. albe, aube, ital. span. alba, port. alva). Von da aus werde Albae (paschālēs) mit dem Plur. ahd. ōst(a)rūn, aengl. Ēastron wiedergegeben, wohl auch im Hinblick auf den in der Frühe stattfindenden Ostergottesdienst und die nach Osten gewandte Stellung der Täuflinge. Nicht aufrechtzuerhalten ist die alte Annahme, daß die Bezeichnung eines vorchristlichen Frühlingsfestes bzw. der Name einer germanischen Frühlingsgöttin (bei Beda, 6. Jh., Eostrae) auf das Kirchenfest übertragen sei. Für eine germanische Gottheit (bei J. Grimm Ostara) gibt es keinen Anhaltspunkt, so daß Bedas Eostrae nur als Deutungsversuch der Bezeichnung aengl. Ēastron angesehen werden kann. Die nhd. Form Ostern ist, wie ↗Pfingsten und ↗Weihnachten (s. d.), ein erstarrter Dativ Plur., der sich im 13. Jh. aus der präpositionalen Zeitbestimmung mhd. ze den ōstern entwickelt. österlich Adj. ‘Ostern, das Osterfest betreffend, zu ihm gehörend’, ahd. ōstarlīh (9. Jh.), mhd. ōsterlich. Ostertag m. ahd. ōstartag (9. Jh.), mhd. ōstertac. Osterei n. gefärbtes, bemaltes Hühnerei (und dessen Nachbildungen), das zum Osterfest verschenkt wird; zuerst ‘zu Ostern abzulieferndes Zinsei’ (15. Jh.), als kirchlicher Osterbrauch seit Mitte des 16. Jhs. bezeugt. Osterhase m. (Ende 17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›österlich‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›österlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›österlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Weniger mystisch gestaltet sich die österliche Zeit in anderen Ländern.
Der Tagesspiegel, 08.04.2004
Eines Tages kam das österliche Treiben den Medien zu Ohren.
Die Zeit, 28.03.1997, Nr. 14
Sein liturgisch gebundenes Singen und Tun gibt eine sinnbildliche Interpretation der österlichen Heilstatsache.
Flemming, W.: Passionsspiele. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 18284
Und das Plappermaul pries das österliche Wunder mit einem nimmer endenden Halleluja.
Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 107
Als die Jungen am Morgen aufwachten, schien hell die österliche Sonne in alle fünf Betten.
Matthiessen, Wilhelm: Das Mondschiff. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1949], S. 163
Zitationshilfe
„österlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%B6sterlich>, abgerufen am 07.04.2020.

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