Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

östlich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung öst-lich
Wortzerlegung Osten -lich
Wortbildung  mit ›östlich‹ als Letztglied: nordöstlich · südöstlich · westöstlich
eWDG

Bedeutung

in gegensätzlicher Bedeutung zu westlich
a)
nach Osten
Beispiele:
das Schiff hat östlichen Kurs
der Wind weht östlich (= nach, aus Osten)
der Ort liegt auf dem 20. Längengrad östlicher Länge
b)
im Osten gelegen
Beispiele:
östliche Länder
die östlichen Fenster des Gebäudes
der östliche Himmel
diese Linie verläuft weiter östlich
im Osten beheimatet
Beispiele:
die östlichen Völker
eine östliche Weisheit
im Osten eines bestimmten Gebietes
Beispiele:
das östliche Erzgebirge
der östliche Teil dieses Landes
im Osten außerhalb eines bestimmten Gebietes
Beispiel:
der Ort liegt östlich von Paris
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Osten · Ost · östlich
Osten m. (meist ohne Artikel) ‘Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs’, (mit Artikel) ‘das östliche Gebiet der Erde, der östliche Teil eines bestimmten Gebietes und dessen Bewohner’. Ahd. ōstan m. n. (um 1000), mhd. ōsten m. n., mnd. ōsten(e) n., mnl. oosten(e) n., nl. oosten n. sind Substantivierungen des Richtungsadverbs ahd. ōstana ‘von Osten’ (9. Jh.), mhd. ōsten(e) ‘nach, im Osten’, asächs. ōstan(a) ‘im, von Osten’, mnd. ōsten(e) ‘im, nach Osten’, aengl. ēasten(e) ‘von Osten’, anord. austan ‘von Osten’. Dazu gehören weitere Richtungsadverbien wie ahd. ōst ‘im Osten’ (um 800), mnd. ōst ‘im Osten’, mnl. nl. oost ‘nach, im Osten’, aengl. ēast ‘östlich, im, aus dem Osten’ sowie ahd. ōstar ‘im, nach Osten’ (9. Jh.), mhd. ōster ‘im Osten’, asächs. ōstar ‘östlich, ostwärts’, mnd. ōster, mnl. ooster ‘östlich’, aengl. (Komparativ) ēasterra, ēastra ‘östlicher’, anord. austr ‘nach Osten’. Die Formen lassen sich außergerm. vergleichen mit awest. ušastara- ‘östlich’, lat. auster ‘Südwind’, austrālis ‘südlich’, lett. austrumi (Plur.) ‘Osten’, aslaw. zaustra ‘am Morgen’, so daß von ie. *aus(e)st(e)ro- oder auch *aust(e)ro- ‘östlich’ ausgegangen werden kann. Als Formen ohne das Suffix ie. -t(e)ro- vergleichen sich die s-Stämme bzw. deren Weiterbildung aind. uṣā́ḥ ‘Frühlicht’, griech. héos, (ion.) ēṓs (ἕως, ἠώς, aus *āusōs), lat. aurōra (aus *āusōsā oder *ausōsā) ‘Morgenröte’ und mit r-Suffix aind. usráḥ ‘morgendlich’, griech. á͞urion (αὔριον) ‘morgen’, lit. ausŕà ‘Morgenröte, Morgendämmerung’. Erschließbar ist ie. *ā̌us-, *us- ‘Morgenröte’ (wozu auch ablautendes ie. *u̯es-; vgl. dehnstufiges aind. vāsará- Adj. ‘morgendlich, leuchtend’, Subst. ‘Tag’, mir. fāir ‘Sonnenaufgang’). Ost m. (ohne Artikel) ‘Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs’ (15. Jh.), (mit Artikel) ‘aus dieser Richtung wehender Wind, Ostwind’ (17. Jh.), wohl (nach Nord und Süd) verkürzt aus Osten (s. oben), unterstützt durch in der Seemannssprache übliches Ost (vgl. mnd. ōst n. ‘Osten’). östlich Adj. ‘aus dem Osten kommend, den Osten betreffend’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›östlich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›östlich‹.

Verwendungsbeispiele für ›östlich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die tägliche religiöse Praxis unterscheidet sich von der in den weiter östlich gelegenen islamischen Regionen. [Heine, Peter: Afrika, Islam in. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 66]
Die Abkommen mit den östlichen Nachbarn eigneten sich zum »Vergolden«, murrte er in Richtung Polen. [konkret, 1993]
Die östlichen Teilnehmer haben behauptet, diese Zahlen seien zu hoch. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1979]]
Im östlichen Teil, in der sowjetisch besetzten Zone, leben 16 Millionen Deutsche. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1961]]
Aber das ganze östliche Gebiet fiel bald in ihre Hand. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1940]]
Zitationshilfe
„östlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%B6stlich>.

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