östlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungöst-lich (computergeneriert)
WortzerlegungOsten-lich
Wortbildung mit ›östlich‹ als Letztglied: ↗nordöstlich · ↗südöstlich · ↗westöstlich
eWDG, 1974

Bedeutung

Gegenwort zu westlich
a)
nach Osten
Beispiele:
das Schiff hat östlichen Kurs
der Wind weht östlich (= nach, aus Osten)
der Ort liegt auf dem 20. Längengrad östlicher Länge
b)
im Osten gelegen
Beispiele:
östliche Länder
die östlichen Fenster des Gebäudes
der östliche Himmel
diese Linie verläuft weiter östlich
im Osten beheimatet
Beispiele:
die östlichen Völker
eine östliche Weisheit
im Osten eines bestimmten Gebietes
Beispiele:
das östliche Erzgebirge
der östliche Teil dieses Landes
im Osten außerhalb eines bestimmten Gebietes
Beispiel:
der Ort liegt östlich von Paris
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Osten · Ost · östlich
Osten m. (meist ohne Artikel) ‘Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs’, (mit Artikel) ‘das östliche Gebiet der Erde, der östliche Teil eines bestimmten Gebietes und dessen Bewohner’. Ahd. ōstan m. n. (um 1000), mhd. ōsten m. n., mnd. ōsten(e) n., mnl. oosten(e) n., nl. oosten n. sind Substantivierungen des Richtungsadverbs ahd. ōstana ‘von Osten’ (9. Jh.), mhd. ōsten(e) ‘nach, im Osten’, asächs. ōstan(a) ‘im, von Osten’, mnd. ōsten(e) ‘im, nach Osten’, aengl. ēasten(e) ‘von Osten’, anord. austan ‘von Osten’. Dazu gehören weitere Richtungsadverbien wie ahd. ōst ‘im Osten’ (um 800), mnd. ōst ‘im Osten’, mnl. nl. oost ‘nach, im Osten’, aengl. ēast ‘östlich, im, aus dem Osten’ sowie ahd. ōstar ‘im, nach Osten’ (9. Jh.), mhd. ōster ‘im Osten’, asächs. ōstar ‘östlich, ostwärts’, mnd. ōster, mnl. ooster ‘östlich’, aengl. (Komparativ) ēasterra, ēastra ‘östlicher’, anord. austr ‘nach Osten’. Die Formen lassen sich außergerm. vergleichen mit awest. ušastara- ‘östlich’, lat. auster ‘Südwind’, austrālis ‘südlich’, lett. austrumi (Plur.) ‘Osten’, aslaw. zaustra ‘am Morgen’, so daß von ie. *aus(e)st(e)ro- oder auch *aust(e)ro- ‘östlich’ ausgegangen werden kann. Als Formen ohne das Suffix ie. -t(e)ro- vergleichen sich die s-Stämme bzw. deren Weiterbildung aind. uṣā́ḥ ‘Frühlicht’, griech. héos, (ion.) ēṓs (ἕως, ἠώς, aus *āusōs), lat. aurōra (aus *āusōsā oder *ausōsā) ‘Morgenröte’ und mit r-Suffix aind. usráḥ ‘morgendlich’, griech. á͞urion (αὔριον) ‘morgen’, lit. ausŕà ‘Morgenröte, Morgendämmerung’. Erschließbar ist ie. *ā̌us-, *us- ‘Morgenröte’ (wozu auch ablautendes ie. *u̯es-; vgl. dehnstufiges aind. vāsará- Adj. ‘morgendlich, leuchtend’, Subst. ‘Tag’, mir. fāir ‘Sonnenaufgang’). Ost m. (ohne Artikel) ‘Himmelsrichtung des Sonnenaufgangs’ (15. Jh.), (mit Artikel) ‘aus dieser Richtung wehender Wind, Ostwind’ (17. Jh.), wohl (nach Nord und Süd) verkürzt aus Osten (s. oben), unterstützt durch in der Seemannssprache übliches Ost (vgl. mnd. ōst n. ‘Osten’). östlich Adj. ‘aus dem Osten kommend, den Osten betreffend’ (16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bezirk Bundesland Bundesländer Hemisphäre Imperium Landesteil Länge Mittelgebirge Mittelmeer Mittelmeerraum Nachbar Nachbarland Nachbarstaat Ostsee Provinz Rand Richtung Ruhrgebiet Stadtbezirk Stadtrand Stadtteil Ufer Vorort Zipfel gelegen nördlich südlich südöstlich weiter westlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›östlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Frau war gegen 8.15 Uhr mit ihrem Rad im östlichen Teil des Parks in nördliche Richtung unterwegs.
Süddeutsche Zeitung, 28.08.2003
Schon in den vergangenen Jahren war den linken Demonstrationen der Gang in die östliche City untersagt worden.
Der Tagesspiegel, 26.02.2002
Die tägliche religiöse Praxis unterscheidet sich von der in den weiter östlich gelegenen islamischen Regionen.
Heine, Peter: Afrika, Islam in. In: Lexikon des Islam, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1991], S. 66
Während die östliche Theologie die G. paränetisch behandelt, begegnen in der abendländischen Entwicklung zwei Wege ihrer systematischen Bestimmung.
Iwand, H. J.: Gottesfurcht. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 16643
Sie hatte nicht geahnt, daß ich aus östlicher Richtung kommen könnte, und ihre Überrumpelung war vollkommen.
Hartung, Hugo: Ich denke oft an Piroschka, Frankfurt a. M.: Büchergilde Gutenberg 1980 [1954], S. 146
Zitationshilfe
„östlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/östlich>, abgerufen am 22.07.2019.

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