überflügeln

GrammatikVerb · überflügelt, überflügelte, hat überflügelt
Aussprache
Worttrennungüber-flü-geln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›überflügeln‹ als Erstglied: ↗Überflügelung · ↗Überflüglung
eWDG, 1976

Bedeutung

jmdn. in der Leistung übertreffen
Beispiele:
er hat seine Mitschüler, seinen Lehrmeister überflügelt
die Turnerin überflügelte in der Kür alle Rivalinnen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Flügel · Flügelmann · flügeln · geflügelte Worte · beflügeln · überflügeln
Flügel m. ‘zum Fliegen dienender Körperteil der Vögel und Insekten’, mhd. vlügel, mnd. vlȫgel, mnl. vlōghel, vleughel, nl. vleugel, anord. flygill, schwed. flygel sind erst spät nach dem Muster vieler Gerätebezeichnungen (wie Zügel zu ziehen) zu dem unter ↗fliegen (s. d.) behandelten Verb gebildet und bezeichnen die Vogelschwinge, bald auch metaphorisch an einer Seite befindliche oder seitlich angebrachte Teile, im Dt. z. B. die nach zwei Seiten herabhängenden Teile einer Haube (17. Jh.), die Windmühlenflügel (17. Jh.), Nasen-, Lungenflügel (18./19. Jh.), Teile eines aufgestellten Heeres (18. Jh.; unter Einfluß von gleichbed. lat. āla und frz. aile). Im 18. Jh. wird eine Klavierart wegen ihrer Form Flügel genannt (älter mnd. vlȫgel ‘Harfe’, 14. Jh.). Flügelmann m. ‘Soldat am Flügel einer Heeresaufstellung’ (18. Jh.). flügeln Vb. ‘mit Flügeln versehen, mit Flügeln schlagen’ (17. Jh.), heute nur noch im Part. Prät. geflügelt; geflügelte Worte im 18. Jh. von J. H. Voß in seiner Übersetzung Homers geprägt nach griech. épea pteréonta (ἔπεα πτερέοντα) ‘mit Flügeln versehene Wörter’, d. h. ‘Aussprüche, die sich schnell verbreiten’, seit Büchmann in der Bedeutung ‘geläufige Zitate’ (1864). beflügeln Vb. ‘mit Flügeln versehen’ (Anfang 17. Jh.), dann ‘beschleunigen, beleben, vorantreiben’. überflügeln Vb. ‘vorauseilen, übertreffen’, zuerst militärisch ‘eine Linie über die feindliche Front seitwärts herausrücken, mit den Flügeln eines Heeres umfassen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) den Rang ablaufen · ↗(jemanden) (buchstäblich) stehen lassen · (jemanden) (weit) hinter sich lassen · ↗(jemanden) abhängen · (jemanden) blass aussehen lassen · ↗ausstechen · ↗vorbeiziehen (an) · überflügeln · ↗überholen · ↗überrunden · ↗übertreffen · ↗übertrumpfen  ●  (jemanden) alt aussehen lassen  ugs. · ↗schnupfen  ugs., österr., bair.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›überflügeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Branchenführer Dax Erzrivale Europawahl Finne Flugzeugbauer Gesamtwertung Idol Konkurrent Konkurrenz Lehrmeister Marktführer Mitbewerber Popularität Rekordhalter Rivale SPÖ Sozialdemokrat Spitzenreiter Tabelle Taxe Teamkollege US-Konkurrent Weltmarktführer bald einholen erstmals mühelos sogar ÖVP

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›überflügeln‹.

Verwendungsbeispiele für ›überflügeln‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fast hätte die Nationale Front sogar noch die Kommunisten überflügelt.
Die Zeit, 22.06.1984, Nr. 26
In den ersten acht Monaten 1933 überflügelte Japan mit 1392 Mill.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1933]
In der Kenntnis von Werken anderer Meister hingegen scheint Bach seine Zeitgenossen weit überflügelt zu haben.
Blume, Friedrich: Bach. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 7814
Natürlich schmeichelte es meiner Eitelkeit, dass ich anfing, aus ihnen herauszuwachsen, sie zu überflügeln.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 208
Danzig riß jetzt den größten Teil des litauischen Handels an sich und überflügelte Riga.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1939, S. 990
Zitationshilfe
„überflügeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%BCberfl%C3%BCgeln>, abgerufen am 22.01.2020.

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