überfließen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungüber-flie-ßen
Wortzerlegungüber-fließen
Wortbildung mit ›überfließen‹ als Grundform: ↗Überfluss
eWDG, 1976

Bedeutungen

I.
Grammatik: Präsens ‘fließt über’, Präteritum ‘floss über’, mit Hilfsverb ‘ist’, Partizip II ‘übergeflossen’
1.
über den Rand eines Gefäßes fließen, überlaufen
Beispiele:
das Wasser floss über
die Milch ist übergeflossen
der Bierschaum floss (aus dem Glas) über
übertragen
Beispiel:
spöttischvor Dankbarkeit überfließen (= sich überschwenglich bedanken)
2.
ineinander überfließen
Beispiel:
die beiden Farben fließen ineinander über (= verschmelzen miteinander)
bildlich
Beispiel:
Wiese und Äcker flossen in der Dämmerung ineinander über
II.
etw. mit Wasser bedecken, etw. überfluten
Grammatik: Präsens ‘überfließt’, Präteritum ‘überfloss’, mit Hilfsverb ‘hat’, Partizip II ‘überflossen’
Beispiele:
das Wasser überfloss die Wiesen, Felder
ein von Tränen überflossenes (= überströmtes) Gesicht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

überfließen · überflüssig · Überfluß
überfließen Vb. ‘eine Fläche überströmen, über den Rand laufen’, ahd. ubarfliozan (8. Jh.), mhd. übervliezen. überflüssig Adj. ‘unnötig, zwecklos, entbehrlich’, ahd. ubarfluzzīg (um 1000), mhd. übervlüzzec ‘überströmend, reichlich’. Überfluß m. ‘das Überströmen, Reichhaltigkeit’, spätmhd. überfluz. S. ↗fließen, ↗Fluß.

Thesaurus

Synonymgruppe
überfließen · ↗überfluten

Typische Verbindungen zu ›überfließen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›überfließen‹.

Verwendungsbeispiele für ›überfließen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er floss über, weil die Filter von Blättern verstopft wurden.
Süddeutsche Zeitung, 09.07.2004
Ja, man müßte von Rechts wegen die Begrenztheit der Begriffe überhaupt aufheben und sie selbst ineinander überfließen lassen.
Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 471
Ich sagte, wer von Erinnerungen überfließt, kann seinen Dialekt nicht verleugnen.
Die Zeit, 05.11.1982, Nr. 45
Immer unbeliebt machen sich Leute, die zwar nicht mitspielen, aber vor guten Ratschlägen überfließen.
Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 286
Es waren vielseitig herumbastelnde, allseitig herumprobierende Dilettanten, ohne zureichend mechanische Kenntnisse, doch überfließend von patentfähigen Einfällen.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 2, Berlin: Aufbau-Verl. 1955, S. 210
Zitationshilfe
„überfließen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%BCberflie%C3%9Fen>, abgerufen am 01.04.2020.

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