überfordern

Grammatik Verb · überfordert, überforderte, hat überfordert
Aussprache 
Worttrennung über-for-dern
Wortzerlegung über-fordern
Wortbildung  mit ›überfordern‹ als Erstglied: ↗Überforderung
eWDG, 1976

Bedeutung

jmdn. überfordernjmds. Leistungsfähigkeit überbeanspruchen
Gegenwort zu unterfordern
Beispiele:
du darfst das Kind nicht ständig überfordern
der Lehrer hat die Schüler mit dem Aufsatzthema überfordert
mit dieser Aufgabe bin ich überfordert (= diese Aufgabe kann ich nicht erfüllen)
eine überforderte Frau
ein überforderter Arzt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fordern · anfordern · auffordern · herausfordern · Herausforderung · überfordern · Forderung
fordern Vb. ‘verlangen, zum Zweikampf aufrufen’, ahd. ford(a)rōn ‘begehren, verlangen, sich bemühen um, fördern’ (8. Jh.), mhd. vordern, (omd.) vodern, mnd. vȫrderen (schwed. fordra, nl. vorderen aus dem Dt. entlehnt) ist eine Ableitung von ahd. ford(a)ro, s. ↗vorder (ähnlich ändern zu ander), und bedeutet ursprünglich ‘verlangen, daß etw. hervorkommt’. Bereits in mhd. Zeit wird das Verb im Sinne von ‘auffordern, vor Gericht stellen, vorladen’ ein geläufiger Ausdruck der Rechtssprache und gewinnt danach an Verbreitung. anfordern Vb. wie verstärktes fordern, mhd. anvo(r)dern; vgl. ahd. anaford(a)rōn ‘anklagen, auffordern’ (um 1000). auffordern Vb. ‘ermahnen, befehlen, einladen’, mhd. ūfvo(r)dern. herausfordern Vb. ‘zu etw. reizen’ (wohl 17. Jh.); Herausforderung f. (17. Jh.). überfordern Vb. ‘zuviel verlangen’ (18. Jh.). Forderung f. ‘ausdrückliches Verlangen’, ahd. ford(a)runga ‘Vorrecht, Beförderung’ (9. Jh.), mhd. vo(r)derunge ‘Verlangen, (rechtliche) Forderung, Klage’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) zu viel vornehmen · ↗(sich) übernehmen · zu viel sein · zu viel zumuten · überfordern · ↗überlasten
Assoziationen
  • (sich) (mächtig) ins Geschirr legen · (sich) (mächtig) ins Zeug legen · arbeiten wie ein Pferd · bis zur Erschöpfung arbeiten · ↗rackern · schwer arbeiten · viel arbeiten · ↗werken  ●  (sich) in die Sielen legen  veraltet · hart arbeiten  Hauptform · (schwer) am Wirken sein  ugs., regional · ↗(sich) abfretten  ugs., süddt. · ↗(sich) fretten  ugs. · ↗ackern  ugs. · ackern wie 'ne Hafendirne  ugs. · ackern wie ein Hafenkuli  ugs. · ↗hackeln  ugs., österr. · ↗keulen  ugs., ruhrdt., regional · ↗malochen  ugs. · nicht kleckern, sondern klotzen  ugs. · plockern  ugs., regional · rabotten (regional, teilw. veraltet)  ugs. · ↗ranklotzen  ugs. · ↗reinhauen  ugs. · reinklotzen  ugs. · ↗roboten  ugs. · ↗rödeln  ugs. · schaffe, schaffe, Häusle baue  ugs., schwäbisch, Spruch · ↗schuften  ugs. · schwer zugange sein  ugs., ruhrdt. · ↗werkeln  ugs. · wullachen  ugs., ruhrdt. · wullacken  ugs., ruhrdt.
  • (sich) (total) verausgaben · 100 Prozent geben · das Letzte aus sich herausholen · sein Bestes tun (und ... / um ...)  ●  (sich) sehr anstrengen  Hauptform · 110 Prozent geben  übertreibend · (sich) Arme und Beine ausreißen  ugs., fig. · ↗(sich) abstrampeln  ugs. · (sich) nichts schenken  ugs. · alles geben  ugs.
  • (etwas) auf sich nehmen · (sich) belasten (mit)  ●  ↗(sich etwas) aufbürden  fig. · ↗(sich etwas) aufhalsen  fig. · ↗(etwas) (zusätzlich) übernehmen  ugs. · (sich etwas) an den Hals hängen  ugs., fig. · (sich etwas) ans Bein binden  ugs., fig.

Typische Verbindungen zu ›überfordern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›überfordern‹.

Verwendungsbeispiele für ›überfordern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch der Film zeigt sich vom plötzlichen Ernst etwas überfordert.
Die Welt, 23.06.2005
Das war mir alles zu schnell gegangen, da fühlte ich mich überfordert.
Der Tagesspiegel, 22.12.2001
Im eigenen Land fühlten sich nicht geringe Teile der Öffentlichkeit überfordert.
Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 301
Er kann Sie aber auch überfordern und seelisch wie gesundheitlich schädigen.
Kellner, Hedwig: Das geheime Wissen der Personalchefs, Frankfurt a. M.: Eichborn 1998, S. 197
Andererseits wächst die Erkenntnis, daß man die K. ideell und praktisch überfordert, wenn man von ihr aus die rechtliche Gestalt der Kirche neu prägen will.
Maurer, W.: Konfirmation. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 10707
Zitationshilfe
„überfordern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%BCberfordern>, abgerufen am 29.05.2020.

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