überfordern

Grammatik Verb · überfordert, überforderte, hat überfordert
Aussprache 
Worttrennung über-for-dern
Wortzerlegung über- fordern
Wortbildung  mit ›überfordern‹ als Erstglied: Überforderung
eWDG

Bedeutung

jmdn. überfordernjmds. Leistungsfähigkeit überbeanspruchen
in gegensätzlicher Bedeutung zu unterfordern
Beispiele:
du darfst das Kind nicht ständig überfordern
der Lehrer hat die Schüler mit dem Aufsatzthema überfordert
mit dieser Aufgabe bin ich überfordert (= diese Aufgabe kann ich nicht erfüllen)
eine überforderte Frau
ein überforderter Arzt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fordern · anfordern · auffordern · herausfordern · Herausforderung · überfordern · Forderung
fordern Vb. ‘verlangen, zum Zweikampf aufrufen’, ahd. ford(a)rōn ‘begehren, verlangen, sich bemühen um, fördern’ (8. Jh.), mhd. vordern, (omd.) vodern, mnd. vȫrderen (schwed. fordra, nl. vorderen aus dem Dt. entlehnt) ist eine Ableitung von ahd. ford(a)ro, s. vorder (ähnlich ändern zu ander), und bedeutet ursprünglich ‘verlangen, daß etw. hervorkommt’. Bereits in mhd. Zeit wird das Verb im Sinne von ‘auffordern, vor Gericht stellen, vorladen’ ein geläufiger Ausdruck der Rechtssprache und gewinnt danach an Verbreitung. anfordern Vb. wie verstärktes fordern, mhd. anvo(r)dern; vgl. ahd. anaford(a)rōn ‘anklagen, auffordern’ (um 1000). auffordern Vb. ‘ermahnen, befehlen, einladen’, mhd. ūfvo(r)dern. herausfordern Vb. ‘zu etw. reizen’ (wohl 17. Jh.); Herausforderung f. (17. Jh.). überfordern Vb. ‘zuviel verlangen’ (18. Jh.). Forderung f. ‘ausdrückliches Verlangen’, ahd. ford(a)runga ‘Vorrecht, Beförderung’ (9. Jh.), mhd. vo(r)derunge ‘Verlangen, (rechtliche) Forderung, Klage’.

Typische Verbindungen zu ›überfordern‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›überfordern‹.

Verwendungsbeispiele für ›überfordern‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im eigenen Land fühlten sich nicht geringe Teile der Öffentlichkeit überfordert. [Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 301]
Man kann sich auch überfordern, dann erreicht man gar nichts. [Die Zeit, 22.04.1999, Nr. 17]
Die überforderten Beamten kamen mit dem Stempeln gar nicht mehr nach. [Die Zeit, 20.02.1998, Nr. 9]
Viele Medien sind überfordert, auch unwillig, die immer komplexer werdende Wirklichkeit zu durchleuchten, sie richtig wiederzugeben. [Die Zeit, 05.09.1997, Nr. 37]
Historiker allein sind mit der Frage nach dem Warum überfordert. [Die Zeit, 25.07.1997, Nr. 31]
Zitationshilfe
„überfordern“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%BCberfordern>.

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