überhöhen

GrammatikVerb · überhöhte, hat überhöht
Aussprache
Worttrennungüber-hö-hen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›überhöhen‹ als Erstglied: ↗Überhöhung  ·  mit ›überhöhen‹ als Grundform: ↗überhöht
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
etw. höher machen, bauen
Beispiel:
der Damm wurde überhöht
Bauwesen die Außenseiten an Kurven höher bauen als die Innenseiten
Beispiele:
eine Straße, Eisenbahnstrecke (in der Kurve) überhöhen
eine überhöhte Kurve
2.
etw. in seiner Wirkung steigern, einer Sache mehr Bedeutung geben
Beispiele:
der Schauspieler versuchte, die unbedeutende Rolle durch eine gute Darstellung zu überhöhen
Das Glück wurde noch durch ein Glanzlicht überhöht: Der Wirt hatte einen 17er auf dem Faß [TucholskyRheinsberg212]

Thesaurus

Synonymgruppe
anbeten · ↗beweihräuchern · eine (ihm / ihr) nicht zukommende Bedeutung beimessen · eine (ihm / ihr) nicht zukommende Bedeutung verleihen · ↗emporstilisieren · ↗hochjubeln · ↗hochstilisieren · mit einem Glorienschein umgeben · mit einem Glorienschein versehen · ↗verbrämen · ↗verherrlichen · ↗verklären · überhöhen  ●  ↗idealisieren  Hauptform · ↗anhimmeln  ugs. · ↗glorifizieren  geh. · ↗huldigen  geh.
Assoziationen
  • (einer Sache) zu viel Gewicht beimessen · zu hoch bewerten · zu viel Wichtigkeit beimessen · ↗überbewerten · ↗überschätzen
  • (verborgene) Absichten unterstellen · ↗hineininterpretieren · ↗hineinlesen  ●  ↗hineingeheimnissen  geh.
  • (ein) Geheimnis machen (aus) · geheimnisvolle Kräfte zuschreiben · magische Kräfte zuschreiben · ↗mystifizieren · zu einem Mysterium emporstilisieren
  • (ein) Loblied anstimmen (auf) · (jemandem) ein großes Lob aussprechen · (jemandem) großes Lob spenden · (jemandem) hohes Lob zollen · (jemandes) Lob singen · (jemandes) Loblied singen · ↗(sehr) rühmen · (sich) in Lobeshymnen ergehen · in den Himmel heben · in den höchsten Tönen loben · in den höchsten Tönen reden (von) · ↗lobpreisen · sehr loben  ●  (sich) in Lobtiraden ergehen  abwertend · (einer Sache / jemandem) Weihrauch spenden  geh., fig. · (jemandem einen) Lorbeerkranz flechten  geh., fig. · (jemandem) Lorbeerkränze flechten  geh., fig. · (jemandem) ein dickes Lob geben  ugs. · (sich) in Lobestiraden ergehen  geh., abwertend · des Lobes voll (sein)  geh. · voll des Lobes (sein)  geh. · über den grünen Klee loben  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alltag Ansicht Bedeutung Geschehen Kaufpreis Kurs Kursniveau Kurve Miete Preis Preisniveau Realität Rechnung Sicht Vergleich ideologisch künstlerisch legitimieren metaphysisch moralisch mystisch pathetisch religiös symbolisch verklären ästhetisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›überhöhen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich will das alles nicht überhöhen, aber vielleicht kann man davon irgendwann mal etwas ableiten.
Die Zeit, 23.05.2012, Nr. 21
Seine Bilder haben symbolischen Gehalt und überhöhen so die Wirklichkeit.
Süddeutsche Zeitung, 12.02.2002
Ist es vernünftig und natürlich, die Menschen dermaßen zu überhöhen, sie in derart stilisierter Weise reden zu lassen?
Auerbach, Erich: Mimesis, Bern: Francke 1959 [1946], S. 356
Die Plakate verleumden ihr Produkt in der Absicht, es zu überhöhen.
Müller,Herta: Der König verneigt sich und tötet, München: Carl Hanser Verlag 2003, S. 28
Ihren christlichen Charakter erweist sie dadurch, daß sie den Glauben an Jesus Christus nicht überhöhen will.
Althaus, P.: Christusmystik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 17750
Zitationshilfe
„überhöhen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/überhöhen>, abgerufen am 17.02.2019.

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