überirdisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungüber-ir-disch
Wortzerlegungüber-irdisch
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben von so wunderbarer Erscheinung, Wirkung, als gehörte es einer (im christlichen Glauben) gedachten jenseitigen Welt an
Beispiele:
ein überirdisches Licht brach aus ihren Augen [WeismantelRiemenschneider276]
Nur irgendwo ragte eine himmelhohe Zacke, überirdisch, walhallmäßig fern und heilig unzugänglich aus dem Gedünst hervor [Th. MannZauberb.2,983]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

irden · irdisch · überirdisch · unterirdisch
irden Adj. ‘aus gebrannter Erde, gebranntem Ton hergestellt’; irdisch Adj. ‘zur Erde (als Planet) gehörig, auf der Erde befindlich’. Beide Adjektive sind Ableitungen von dem unter ↗Erde (s. d.) behandelten, mit Dentalsuffix gebildeten Substantiv. Ahd. (11. Jh.), mhd. irdīn, erdīn ‘von, aus Erde, die Erde bewohnend, weltlich, sterblich’, got. aírþeins, gebildet mit dem Suffix germ. -īna- für Stoffadjektive (wie ↗golden, ↗eisern, s. d.), und ahd. irdisc (8. Jh.), mhd. irdisch, erdisch ‘von, aus Erde, auf der Erde, weltlich, sterblich’ stehen lange Zeit synonym nebeneinander. Doch tritt schon früh in biblisch-kirchlichem Sprachgebrauch irdisch überwiegend, irden dagegen seltener im Sinne von ‘der Erde, der Welt, ihrem Leben zugehörig, dem Dasein auf der Erde verhaftet’ auf (als Gegenwort zu himmlisch), so daß (etwa im 18. Jh.) eine semantische Trennung beider Adjektive im oben genannten Sinne üblich wird. überirdisch Adj. ‘über der Erde befindlich, übernatürlich, himmlisch, göttlich’ (17. Jh.). unterirdisch Adj. ‘unter der Erde befindlich, höllisch, teuflisch’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
überirdisch · ↗übernatürlich
Assoziationen
Synonymgruppe
oberirdisch · über der Erdoberfläche · überirdisch

Typische Verbindungen zu ›überirdisch‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›überirdisch‹.

Verwendungsbeispiele für ›überirdisch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es will seinen Helden überirdisch strahlen sehen, und es will ihn - volkstümlich.
Die Welt, 21.07.2003
Unendlich fern spielt sich das ab, und es ist von überirdischer Schönheit.
Süddeutsche Zeitung, 28.11.1996
Zu überirdischer Größe fühlte ich ihn wachsen, und Kräfte durchströmten mich, stark genug, mit einer ganzen Welt den Kampf zu bestehen.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 4901
Eine gewaltige, unheimliche, überirdische Schau tat sich ihm da auf.
Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 7
Er sitzt beiläufig von morgens bis abends in der Kapelle und läßt aus den Wänden überirdische Wesen hervortreten.
Schaeffer, Albrecht: Helianth II, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 84
Zitationshilfe
„überirdisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%BCberirdisch>, abgerufen am 31.03.2020.

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