überkonfessionell

GrammatikAdjektiv · ohne Steigerung
Aussprache
Worttrennungüber-kon-fes-si-onell · über-kon-fes-sio-nell
Wortzerlegungüber-konfessionell
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2018

Bedeutung

die Konfessionen (2) übergreifend, nicht von ihnen abhängend
Kollokationen:
als Adjektivattribut: ein überkonfessioneller Religionsunterricht, Gottesdienst, Verein; eine überkonfessionelle Allianz, Partei, Bewegung, Einrichtung
in Koordination: überparteilich, übernational und überkonfessionell
Beispiele:
Auf der überkonfessionellen Gedenkfeier wurden Gebete von einer Pastorin, einem Imam und einem Rabbi vorgetragen. [Spiegel, 12.07.2016 (online)]
Heute zählt der Dombauverein [in Köln] mehr als 16100 Mitglieder aus allen Schichten der Bevölkerung, die aus ganz unterschiedlichen Gründen ein Herz für den Dom haben, sei es aus religiöser Überzeugung oder aus architektonischem oder kunstgeschichtlichem Interesse. Der Verein versteht sich daher als unabhängig und überkonfessionell. [Süddeutsche Zeitung, 24.06.2017]
[…] [Die Zentrumspartei in der Weimarer Republik] war eine Volkspartei, allerdings ohne Protestanten. In diesem entscheidenden Punkt erfolgt [nach 1945] mit Gründung der überkonfessionellen CDU (= Christlich Demokratische Union Deutschlands) die große Veränderung. Adenauer ist damals nur einer unter vielen, die für eine interreligiöse Sammlungspartei auf christlicher Grundlage plädieren. [Schwarz, Hans-Peter: Anmerkungen zu Adenauer, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2005 [2004], S. 60]
Unter diesem Namen [»CARE«] schlossen sich 1945 in den USA 22 Hilfeorganisationen zu einer überparteilichen und überkonfessionellen Bürgerinitiative zusammen, die zwischen 1946 und 1960 […] fast zehn Millionen CARE-Pakete[…] im Wert von rund 346 Millionen DM allein nach Westdeutschland schickte. [o. A. [-der]: CARE Deutschland. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1990]]
[…] [Der Pädagoge Adolph Diesterweg] forderte [im 19. Jahrhundert] die Umwandlung der »Kirchenschule« in eine unabhängige Schule, die konfessionell ungebunden sein und den Religionsunterricht überkonfessionell durchführen sollte. Die Befürchtung, daß durch die Beibehaltung des konfessionellen Religionsunterrichts eine gewisse Separation unter den Kindern herbeigeführt werde, ließ ihn zu dieser seiner Forderung kommen. [Niethammer, A.: Moralunterricht. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 22252]

Typische Verbindungen zu ›überkonfessionell‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›überkonfessionell‹.

Zitationshilfe
„überkonfessionell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%BCberkonfessionell>, abgerufen am 01.04.2020.

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