überlegen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungüber-le-gen (computergeneriert)
Wortzerlegungüber-legen
Wortbildung mit ›überlegen‹ als Grundform: ↗Überlegen  ·  formal verwandt mit: ↗unüberlegt · ↗wohlüberlegt
eWDG, 1976

Bedeutungen

I.
legte über, ›hat‹, übergelegt
1.
sich [Dativ], jmdm. etw. überlegensich, jmdm. etw. über die Schultern, die Knie legen, darüberlegen
Beispiel:
sie hat sich eine Decke übergelegt, weil es so kalt ist
2.
umgangssprachlich jmdn. übers Knie legen und auf das Gesäß schlagen
Beispiel:
der Vater hat ihn übergelegt, als alle Ermahnungen nichts halfen
3.
Seemannssprache ein Schiff legt (sich) überein Schiff neigt sich zur Seite
Beispiel:
die »Scharhörn« legte nach Steuerbord über [Hausm.Abel73]
II.
überlegte, ›hat‹, überlegt
etw. bedenken, durchdenken, bevor man sich zu etw. entschließt
Beispiele:
etw. gründlich, reiflich, genau, von allen Seiten, lange, hin und her überlegen
eine bessere Lösung überlegen
es ist, wäre zu überlegen, ob ...
das wäre zu überlegen (= darüber könnte man sich unterhalten)
nach langem Überlegen bin ich zu dem Entschluß gekommen, dass ...
sich [Dativ] etw. überlegen
Beispiele:
ich werde, muss es mir noch einmal überlegen
das muss ich mir noch sehr überlegen (= es ist sehr fraglich), ob ich die Einladung annehme
überlegt (= besonnen) handeln, vorgehen
ein überlegtes (= kluges, durchdachtes) Urteil
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

legen · ablegen · Ableger · anlegen · Anlage · auflegen · aufgelegt · Auflage · auslegen · Auslage · beilegen · Beilager · Beilage · einlegen · Einlage · erlegen · niederlegen · Niederlage · überlegen1 · Überlegung · überlegen2 · unterlegen · Unterlage
legen Vb. ‘zum Liegen bringen’. Das gemeingerm. bezeugte Verb ahd. leg(g)en (8. Jh.), mhd. legen (auch lecken, leggen), asächs. leggian, mnd. leggen, mnl. legghen, lēghen, nl. leggen, aengl. lecgan, engl. to lay, anord. leggja, schwed. lägga, got. lagjan ist Kausativum im Sinne von ‘liegen machen’ zu dem unter ↗liegen (s. d.) dargestellten starken Verb wie russ.-kslaw. ložiti sja, russ. ložít’sja (ложиться) ‘sich legen’ zu aslaw. ležati, russ. ležát’ (лежать) ‘liegen’. ablegen Vb. ‘von sich tun, (Kleidung) ausziehen bzw. nicht mehr tragen, abladen, deponieren, vollziehen, leisten’, mhd. abelegen ‘(Kleidung) ausziehen, abladen, abgelten, auszahlen, außer Kraft setzen, Abbruch tun’; Ableger m. ‘junger Pflanzentrieb’ (18. Jh.), frühnhd. ‘Auf- und Ablader’ (15. Jh.). anlegen Vb. ‘an etw. legen, ankleiden, zielen, auf etw. abzielen, bezwecken, anzetteln, entwerfen, gestalten, bewirken, nutz- und gewinnbringend verwenden’, ahd. analeg(g)en ‘an-, auflegen, hineinschicken’ (8. Jh.), mhd. anelegen ‘ankleiden, anzetteln, vorbereiten, veranschlagen, auferlegen, auf Zinsen anlegen’; Anlage f. ‘Hinzu-, Beigefügtes, nutzen- und gewinnbringende Verwendung, Begabung, Neigung, das Gestaltete (Grünfläche, Baugestaltung)’, mhd. anlāge ‘Anliegen, Bitte, Hinterhalt’. auflegen Vb. ‘auf etw. legen, aufbürden, anordnen, (von Büchern) drucken und herausbringen’, ahd. ūfleg(g)en (um 1000), mhd. ūflegen ‘auf-, auslegen, aufstellen, zeigen, ausdenken, ersinnen, erschaffen, anordnen, bestimmen, veranstalten, stiften’; aufgelegt Part.adj. ‘geneigt, gestimmt zu etw., gelaunt’ (18. Jh.); Auflage f. ‘das Auferlegte, zu Leistende, Anweisung, Gebot, Beschwerde, Beschuldigung’ (16. Jh.), ‘Auferlegung, das Aufgelegte auf eine Unterlage, Anzahl der auf einmal gedruckten und verlegten Exemplare eines Druckes’ (17. Jh.). auslegen Vb. ‘ausbreiten, zur Schau stellen, mit einem Belag versehen, Geld vorschießen, deuten, interpretieren’, mhd. ūʒlegen ‘zum Verkauf anbieten, besetzen, verbrämen, ausrüsten, erfüllen, schmücken, darlegen, bestimmen, verabreden, deuten, erklären’; Auslage f. ‘Kosten, verauslagtes Geld, zur Ansicht ausgebreitete Ware, das Auslegen, zur Ansicht Bereitlegen’ (16. Jh.). beilegen Vb. ‘danebenlegen, hinzufügen, mitschicken, beseitigen, (Streit) schlichten’, ahd. bileg(g)en ‘be-, hinlegen, legend bedecken’ (8. Jh.), mhd. bīlegen ‘(sich) dazulegen (zum Beilager)’; Beilager n. ‘Eheschließung, Beischlaf’, mhd. bīleger, frühnhd. bī-, beilager (Ende 14. Jh.); Beilage f. ‘das Beigefügte’ (vielfach kanzleisprachlich von Schriften, Listen), ‘Zukost’, älter auch ‘anvertrautes Gut’ und ‘Beilager’ (15. Jh.). einlegen Vb. ‘hineinlegen, konservieren, mit einer Einlage verzieren, einzahlen’, mhd. īnlegen ‘ein-, hineinlegen, gegen jmdn. eine Klage vorbringen’; Einlage f. ‘das Hineingelegte, Versteifung (bei Kleidern), angelegtes oder eingezahltes Geld, Spargeld’ (16. Jh., bereits früh im Bankwesen). erlegen Vb. ‘(Wild) töten, (durch Tötung) niederlegen’, auch ‘einen Geldbetrag entrichten’, ahd. irleg(g)en ‘auferlegen, entgegensetzen, bestimmen’ (8. Jh.), mhd. erlegen ‘niederlegen, aus-, ein-, belegen, schlichten’. niederlegen Vb. ‘etw., sich hinlegen, ein Amt aufgeben’, ahd. nidarleg(g)en ‘hinwerfen, -legen, -stellen’ (9. Jh.), mhd. niderlegen ‘niederlegen, besiegen, beseitigen, abstellen, in Beschlag nehmen’; Niederlage f. ‘das Besiegtwerden, Unterlegensein, Warenlager, Großhandelszweigstelle’, mhd. niderlāge ‘das Niederlegen, -sinken, Sichniederlassen, Aufenthalt, Ruhe, Verlust, Schaden, das Niedermetzeln’. überlegen1 Vb. ‘überdecken, nachdenken, bedenken, erwägen’, ahd. ubarleg(g)en ‘vorwerfen, vorhalten’ (um 1000), mhd. überlegen ‘überziehen, bedecken, belegen mit, über-, zu-, zusammenrechnen’; Überlegung f. ‘Erwägung, das Bedenken’ (18. Jh.). überlegen2 Vb. ‘über etw. legen, ein Tuch umnehmen, ein Kind strafen’ (18. Jh.). unterlegen Vb. ‘als Unterlage darunterschieben, zuschreiben’, ahd. untarleg(g)en ‘stützen, unterstellen’ (8. Jh.), mhd. underlegen; Unterlage f. ‘Fundament, Grundlage, das Untergelegte, (beweisendes) Schriftstück, Beweisstück’, mhd. underlāge ‘Unterwerfung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) reflektieren · (in Ruhe) nachdenken (über) · ↗(sich etwas) bewusst machen · ↗(sich mit etwas) auseinandersetzen · (sich über etwas) Gedanken machen · ↗bedenken · ↗grübeln · ↗nachgrübeln · ↗nachsinnen · ↗sinnieren (über) · ↗überdenken · überlegen  ●  (sich etwas) durch den Kopf gehen lassen  ugs. · ↗klamüsern  ugs. · ↗reflektieren  geh.
Assoziationen
  • (eine) Erinnerung (in sich) wachrufen · (sich) (wieder) in Erinnerung rufen · (sich) (wieder) ins Gedächtnis rufen · (sich) ins Gedächtnis zurückrufen · ↗(sich) zurückerinnern · (wieder) in sich wachrufen · in (seinen) Erinnerungen kramen · in sich gehen  ●  ↗reminiszieren  selten · ↗(sich) zurückbesinnen  geh. · (wieder) vor seinem geistigen Auge entstehen lassen  geh. · ↗memorieren  geh., selten
  • (sich) erkundigen · ↗(sich) informieren · (sich) kundig machen · (sich) sachkundig machen  ●  (sich) schlaumachen  ugs.
  • (etwas) nicht aus dem Kopf bekommen · immer wieder denken müssen (an) · ständig an etwas denken müssen · von dem Gedanken nicht loskommen (dass / zu)  ●  Zwangsgedanken haben  fachspr., medizinisch
Synonymgruppe
(jemandem) um Längen voraus · haushoch überlegen · hoffnungslos überlegen · um Längen besser · überlegen · ↗übermächtig  ●  (jemandem) nicht das Wasser reichen können  fig. · niemand kann ihm die Führung streitig machen  variabel · um Lichtjahre voraus  fig.
Assoziationen
  • nicht kleinzukriegen · ↗unbesiegbar · ↗unbezwingbar · ↗unschlagbar
  • (eine) andere Größenordnung  ●  (ein) anderes Kaliber  fig. · (eine) andere Hausnummer  fig. · (eine) andere Kragenweite  fig. · (eine) andere Liga  fig. · (eine) andere Preisklasse  fig. · in einer anderen Liga (spielen)  fig. · (eine ganz) andere Nummer  ugs., fig. · ein paar Nummern zu groß (für)  ugs., fig.
Synonymgruppe
(seinen) Verstand benutzen · ↗denken · ↗nachdenken · überlegen  ●  (seine) Gehirnzellen anstrengen  ugs.
Unterbegriffe
  • auslegen · ↗deuteln · ↗deuten · ↗interpretieren
  • anders denken  ●  gegen den Strich denken  ugs. · um die Ecke denken  ugs.
  • (die Dinge) anders sehen · eine neue Sichtweise entwickeln · in eine andere Richtung denken · neu ansetzen · neu durchdenken · ↗umdenken · ↗überdenken
Assoziationen
Synonymgruppe
bedenken · ↗betrachten · ↗denken · ↗durchdenken · ↗erwägen · ↗nachdenken · ↗reflektieren · ↗studieren · ↗ventilieren · ↗überdenken · überlegen  ●  ↗ausklügeln  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
besser · größer · passender · richtiger · überlegen
Assoziationen
Synonymgruppe
(sehr) überzeugend · bestechend · ↗beweiskräftig · ↗schlagend · ↗stichhaltig · ↗treffend · ↗triftig · überlegen
Assoziationen
Synonymgruppe
gelassen · ↗sicher · ↗souverän · überlegen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bestzeit Feind Feuerkraft Gastgeber Gegner Intelligenz Lächeln Manier Marktmacht Militärmacht Physis Rasse Sieg Sieger Siegerin Start-Ziel-Sieg Streitmacht Tabellenführer Waffentechnik drückend ebenbürtig geführt gleichwertig haushoch körperlich läuferisch siegen spielerisch turmhoch zahlenmäßig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›überlegen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Lange hatte ich überlegt, wie ich meinem Chef beibringen sollte, dass ich mehr Geld brauche, ohne den Satz zu sagen.
Die Zeit, 22.12.1999, Nr. 52
Warum sollten wir uns nicht überlegen, daß wir kollektiv als ein Volk nicht auch an diese gleiche Begrenzung gebunden sind?
Archiv der Gegenwart, 2001 [1981]
Die überlegene Position gibt mir keine Kraft, sondern sie hemmt meine Entwicklung.
Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 60
Und nun wollen wir uns überlegen, wie die Einrichtung beschaffen sein muß.
Meyerhoff, Grete: Kleine Imkerschule, Berlin: Deutscher Landwirtschaftsverl. VEB 1981 [1970], S. 22
Wenn man sein Haus verkaufen will, soll man sich das genau überlegen.
Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 18
Zitationshilfe
„überlegen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/überlegen#1>, abgerufen am 22.10.2019.

Weitere Informationen …

überlegen

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache
Worttrennungüber-le-gen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›überlegen‹ als Erstglied: ↗Überlegenheit  ·  mit ›überlegen‹ als Letztglied: ↗feldüberlegen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
andere erheblich übertreffend, besser, leistungsfähiger, stärker als andere
Gegenwort zu unterlegen2
Beispiele:
an Intelligenz, Erfahrung, Ausdauer ist er uns allen (weit) überlegen
sie ist in Mathematik, Schwimmen ihren Mitschülern überlegen
die Mannschaft war (dem Gegner) haushoch (= klar, eindeutig) überlegen, hat überlegen 4:0 gewonnen
ein überlegener (= klarer) Sieg
er ist ein überlegener Geist, Kopf
2.
eine Situation beherrschend und gelassen
Beispiele:
an etw. mit überlegener Ruhe herangehen
er zeigte überlegene Sicherheit
3.
herablassend, überheblich
Beispiele:
eine überlegene Miene aufsetzen
er tat sehr überlegen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

legen · ablegen · Ableger · anlegen · Anlage · auflegen · aufgelegt · Auflage · auslegen · Auslage · beilegen · Beilager · Beilage · einlegen · Einlage · erlegen · niederlegen · Niederlage · überlegen1 · Überlegung · überlegen2 · unterlegen · Unterlage
legen Vb. ‘zum Liegen bringen’. Das gemeingerm. bezeugte Verb ahd. leg(g)en (8. Jh.), mhd. legen (auch lecken, leggen), asächs. leggian, mnd. leggen, mnl. legghen, lēghen, nl. leggen, aengl. lecgan, engl. to lay, anord. leggja, schwed. lägga, got. lagjan ist Kausativum im Sinne von ‘liegen machen’ zu dem unter ↗liegen (s. d.) dargestellten starken Verb wie russ.-kslaw. ložiti sja, russ. ložít’sja (ложиться) ‘sich legen’ zu aslaw. ležati, russ. ležát’ (лежать) ‘liegen’. ablegen Vb. ‘von sich tun, (Kleidung) ausziehen bzw. nicht mehr tragen, abladen, deponieren, vollziehen, leisten’, mhd. abelegen ‘(Kleidung) ausziehen, abladen, abgelten, auszahlen, außer Kraft setzen, Abbruch tun’; Ableger m. ‘junger Pflanzentrieb’ (18. Jh.), frühnhd. ‘Auf- und Ablader’ (15. Jh.). anlegen Vb. ‘an etw. legen, ankleiden, zielen, auf etw. abzielen, bezwecken, anzetteln, entwerfen, gestalten, bewirken, nutz- und gewinnbringend verwenden’, ahd. analeg(g)en ‘an-, auflegen, hineinschicken’ (8. Jh.), mhd. anelegen ‘ankleiden, anzetteln, vorbereiten, veranschlagen, auferlegen, auf Zinsen anlegen’; Anlage f. ‘Hinzu-, Beigefügtes, nutzen- und gewinnbringende Verwendung, Begabung, Neigung, das Gestaltete (Grünfläche, Baugestaltung)’, mhd. anlāge ‘Anliegen, Bitte, Hinterhalt’. auflegen Vb. ‘auf etw. legen, aufbürden, anordnen, (von Büchern) drucken und herausbringen’, ahd. ūfleg(g)en (um 1000), mhd. ūflegen ‘auf-, auslegen, aufstellen, zeigen, ausdenken, ersinnen, erschaffen, anordnen, bestimmen, veranstalten, stiften’; aufgelegt Part.adj. ‘geneigt, gestimmt zu etw., gelaunt’ (18. Jh.); Auflage f. ‘das Auferlegte, zu Leistende, Anweisung, Gebot, Beschwerde, Beschuldigung’ (16. Jh.), ‘Auferlegung, das Aufgelegte auf eine Unterlage, Anzahl der auf einmal gedruckten und verlegten Exemplare eines Druckes’ (17. Jh.). auslegen Vb. ‘ausbreiten, zur Schau stellen, mit einem Belag versehen, Geld vorschießen, deuten, interpretieren’, mhd. ūʒlegen ‘zum Verkauf anbieten, besetzen, verbrämen, ausrüsten, erfüllen, schmücken, darlegen, bestimmen, verabreden, deuten, erklären’; Auslage f. ‘Kosten, verauslagtes Geld, zur Ansicht ausgebreitete Ware, das Auslegen, zur Ansicht Bereitlegen’ (16. Jh.). beilegen Vb. ‘danebenlegen, hinzufügen, mitschicken, beseitigen, (Streit) schlichten’, ahd. bileg(g)en ‘be-, hinlegen, legend bedecken’ (8. Jh.), mhd. bīlegen ‘(sich) dazulegen (zum Beilager)’; Beilager n. ‘Eheschließung, Beischlaf’, mhd. bīleger, frühnhd. bī-, beilager (Ende 14. Jh.); Beilage f. ‘das Beigefügte’ (vielfach kanzleisprachlich von Schriften, Listen), ‘Zukost’, älter auch ‘anvertrautes Gut’ und ‘Beilager’ (15. Jh.). einlegen Vb. ‘hineinlegen, konservieren, mit einer Einlage verzieren, einzahlen’, mhd. īnlegen ‘ein-, hineinlegen, gegen jmdn. eine Klage vorbringen’; Einlage f. ‘das Hineingelegte, Versteifung (bei Kleidern), angelegtes oder eingezahltes Geld, Spargeld’ (16. Jh., bereits früh im Bankwesen). erlegen Vb. ‘(Wild) töten, (durch Tötung) niederlegen’, auch ‘einen Geldbetrag entrichten’, ahd. irleg(g)en ‘auferlegen, entgegensetzen, bestimmen’ (8. Jh.), mhd. erlegen ‘niederlegen, aus-, ein-, belegen, schlichten’. niederlegen Vb. ‘etw., sich hinlegen, ein Amt aufgeben’, ahd. nidarleg(g)en ‘hinwerfen, -legen, -stellen’ (9. Jh.), mhd. niderlegen ‘niederlegen, besiegen, beseitigen, abstellen, in Beschlag nehmen’; Niederlage f. ‘das Besiegtwerden, Unterlegensein, Warenlager, Großhandelszweigstelle’, mhd. niderlāge ‘das Niederlegen, -sinken, Sichniederlassen, Aufenthalt, Ruhe, Verlust, Schaden, das Niedermetzeln’. überlegen1 Vb. ‘überdecken, nachdenken, bedenken, erwägen’, ahd. ubarleg(g)en ‘vorwerfen, vorhalten’ (um 1000), mhd. überlegen ‘überziehen, bedecken, belegen mit, über-, zu-, zusammenrechnen’; Überlegung f. ‘Erwägung, das Bedenken’ (18. Jh.). überlegen2 Vb. ‘über etw. legen, ein Tuch umnehmen, ein Kind strafen’ (18. Jh.). unterlegen Vb. ‘als Unterlage darunterschieben, zuschreiben’, ahd. untarleg(g)en ‘stützen, unterstellen’ (8. Jh.), mhd. underlegen; Unterlage f. ‘Fundament, Grundlage, das Untergelegte, (beweisendes) Schriftstück, Beweisstück’, mhd. underlāge ‘Unterwerfung’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(etwas) reflektieren · (in Ruhe) nachdenken (über) · ↗(sich etwas) bewusst machen · ↗(sich mit etwas) auseinandersetzen · (sich über etwas) Gedanken machen · ↗bedenken · ↗grübeln · ↗nachgrübeln · ↗nachsinnen · ↗sinnieren (über) · ↗überdenken · überlegen  ●  (sich etwas) durch den Kopf gehen lassen  ugs. · ↗klamüsern  ugs. · ↗reflektieren  geh.
Assoziationen
  • (eine) Erinnerung (in sich) wachrufen · (sich) (wieder) in Erinnerung rufen · (sich) (wieder) ins Gedächtnis rufen · (sich) ins Gedächtnis zurückrufen · ↗(sich) zurückerinnern · (wieder) in sich wachrufen · in (seinen) Erinnerungen kramen · in sich gehen  ●  ↗reminiszieren  selten · ↗(sich) zurückbesinnen  geh. · (wieder) vor seinem geistigen Auge entstehen lassen  geh. · ↗memorieren  geh., selten
  • (sich) erkundigen · ↗(sich) informieren · (sich) kundig machen · (sich) sachkundig machen  ●  (sich) schlaumachen  ugs.
  • (etwas) nicht aus dem Kopf bekommen · immer wieder denken müssen (an) · ständig an etwas denken müssen · von dem Gedanken nicht loskommen (dass / zu)  ●  Zwangsgedanken haben  fachspr., medizinisch
Synonymgruppe
(jemandem) um Längen voraus · haushoch überlegen · hoffnungslos überlegen · um Längen besser · überlegen · ↗übermächtig  ●  (jemandem) nicht das Wasser reichen können  fig. · niemand kann ihm die Führung streitig machen  variabel · um Lichtjahre voraus  fig.
Assoziationen
  • nicht kleinzukriegen · ↗unbesiegbar · ↗unbezwingbar · ↗unschlagbar
  • (eine) andere Größenordnung  ●  (ein) anderes Kaliber  fig. · (eine) andere Hausnummer  fig. · (eine) andere Kragenweite  fig. · (eine) andere Liga  fig. · (eine) andere Preisklasse  fig. · in einer anderen Liga (spielen)  fig. · (eine ganz) andere Nummer  ugs., fig. · ein paar Nummern zu groß (für)  ugs., fig.
Synonymgruppe
(seinen) Verstand benutzen · ↗denken · ↗nachdenken · überlegen  ●  (seine) Gehirnzellen anstrengen  ugs.
Unterbegriffe
  • auslegen · ↗deuteln · ↗deuten · ↗interpretieren
  • anders denken  ●  gegen den Strich denken  ugs. · um die Ecke denken  ugs.
  • (die Dinge) anders sehen · eine neue Sichtweise entwickeln · in eine andere Richtung denken · neu ansetzen · neu durchdenken · ↗umdenken · ↗überdenken
Assoziationen
Synonymgruppe
bedenken · ↗betrachten · ↗denken · ↗durchdenken · ↗erwägen · ↗nachdenken · ↗reflektieren · ↗studieren · ↗ventilieren · ↗überdenken · überlegen  ●  ↗ausklügeln  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
besser · größer · passender · richtiger · überlegen
Assoziationen
Synonymgruppe
(sehr) überzeugend · bestechend · ↗beweiskräftig · ↗schlagend · ↗stichhaltig · ↗treffend · ↗triftig · überlegen
Assoziationen
Synonymgruppe
gelassen · ↗sicher · ↗souverän · überlegen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bestzeit Feind Feuerkraft Gastgeber Gegner Intelligenz Lächeln Manier Marktmacht Militärmacht Physis Rasse Sieg Sieger Siegerin Start-Ziel-Sieg Streitmacht Tabellenführer Waffentechnik drückend ebenbürtig geführt gleichwertig haushoch körperlich läuferisch siegen spielerisch turmhoch zahlenmäßig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›überlegen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Lange hatte ich überlegt, wie ich meinem Chef beibringen sollte, dass ich mehr Geld brauche, ohne den Satz zu sagen.
Die Zeit, 22.12.1999, Nr. 52
Warum sollten wir uns nicht überlegen, daß wir kollektiv als ein Volk nicht auch an diese gleiche Begrenzung gebunden sind?
Archiv der Gegenwart, 2001 [1981]
Die überlegene Position gibt mir keine Kraft, sondern sie hemmt meine Entwicklung.
Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 60
Und nun wollen wir uns überlegen, wie die Einrichtung beschaffen sein muß.
Meyerhoff, Grete: Kleine Imkerschule, Berlin: Deutscher Landwirtschaftsverl. VEB 1981 [1970], S. 22
Wenn man sein Haus verkaufen will, soll man sich das genau überlegen.
Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 18
Zitationshilfe
„überlegen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/überlegen#2>, abgerufen am 22.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Überlebtheit
Überlebenszelle
Überlebenszeit
Überlebenswillen
Überlebenswille
Überlegenheit
Überlegenheitsgefühl
überlegenswert
Überlegung
Überleid