übermächtig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungüber-mäch-tig
Wortzerlegungüber-mächtig
eWDG, 1976

Bedeutung

(militärische) Überlegenheit besitzend, in der Anzahl oder Stärke überlegen, allzu mächtig
Beispiele:
ein übermächtiger Gegner, Feind
Es waren Truppen des Generals Souham, die in die Stadt drangen, an Zahl übermächtig [Th. MannLotte7,527]
unwiderstehlich, zwingend
Beispiele:
ein übermächtiges Verlangen, übermächtiger Trieb
der Hass, das Rachegefühl wurde übermächtig in ihm
wie ich mich ... wehrte gegen ihren übermächtigen Willen [St. ZweigAmok77]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

mächtig · eigenmächtig · übermächtig · Mächtigkeit
mächtig Adj. ‘voller Macht, einflußreich, kräftig, wuchtig, sehr’, ahd. mahtīg (8. Jh.), mhd. mehtec, mehtic, mahtic ‘Macht habend, mächtig, stark, bevollmächtigt’, asächs. mahtig, mnd. mechtich, aengl. mihtig, engl. mighty, mnl. machtich, nl. machtig, got. mahteigs (vgl. anord. māttugr) sind von dem unter ↗Macht (s. d.) behandelten Substantiv abgeleitet. Dazu allmächtig (s. ↗all). eigenmächtig Adj. ‘unerlaubt, unbefugt, ohne Anweisung’ (16. Jh.). übermächtig Adj. ‘sehr stark, zu mächtig, überlegen’, mhd. übermehtic. Mächtigkeit f. ‘beeindruckende, wirkungsvolle Kraft’, ahd. mahtigheit (um 1000), mhd. mechticheit, mnd. mechtichēt, mnl. machticheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) um Längen voraus · haushoch überlegen · hoffnungslos überlegen · um Längen besser · ↗überlegen · übermächtig  ●  (jemandem) nicht das Wasser reichen können  fig. · niemand kann ihm die Führung streitig machen  variabel · um Lichtjahre voraus  fig.
Assoziationen
  • nicht kleinzukriegen · ↗unbesiegbar · ↗unbezwingbar · ↗unschlagbar
  • (eine) andere Größenordnung  ●  (ein) anderes Kaliber  fig. · (eine) andere Hausnummer  fig. · (eine) andere Kragenweite  fig. · (eine) andere Liga  fig. · (eine) andere Preisklasse  fig. · in einer anderen Liga (spielen)  fig. · (eine ganz) andere Nummer  ugs., fig. · ein paar Nummern zu groß (für)  ugs., fig.

Typische Verbindungen zu ›übermächtig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›übermächtig‹.

Verwendungsbeispiele für ›übermächtig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Immerhin hat er es schon einmal geschafft, einen übermächtigen Schatten abzulegen.
Süddeutsche Zeitung, 28.03.2001
In diesem Jahr sind sie nicht so übermächtig wie früher.
Der Tagesspiegel, 12.08.1999
Still lag er da, die Hände auf der Decke, die Augen aufgetan wie in einem übermächtigen Staunen.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 212
So deutlich sichtbar und gleichzeitig so übermächtig wie in diesem Jahrhundert sind die individuellen und kollektiven selbstzerstörerischen, lebensverachtenden Kräfte noch nie gewesen.
Wetzel, Helmut: Suizid. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 28593
Nur gezwungen, unter dem Ansturm der übermächtigen politischen Wirklichkeit, sei Luther von dieser Linie abgewichen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 322
Zitationshilfe
„übermächtig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%BCberm%C3%A4chtig>, abgerufen am 01.04.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Übermacht
übermachen
überm
überlustig
überlokal
übermalen
Übermalung
übermangansauer
übermannen
übermannshoch