überrumpeln

GrammatikVerb · überrumpelte, hat überrumpelt
Aussprache
Worttrennungüber-rum-peln (computergeneriert)
Wortzerlegungüber-rumpeln
Wortbildung mit ›überrumpeln‹ als Erstglied: ↗Überrumpelung · ↗Überrumplung
eWDG, 1976

Bedeutung

jmdn. so unerwartet überfallen, dass er keine Zeit zur Besinnung findet und sich nicht wehren oder ausweichen kann, jmdn. überwältigen
Beispiele:
das feindliche Lager, die gegnerischen Truppen überrumpeln
daß in den Vororten Hamburgs die Arbeiter die Polizeiwachen überrumpelt ... und die Macht in den Händen hatten [BredelSöhne419]
umgangssprachlich, übertragen jmdn. mit etw. überrumpeln
Beispiele:
sie haben uns mit ihrem Besuch überrumpelt
jmdn. mit einer Frage überrumpeln
nun stand er da, wie überrumpelt von den Ereignissen, benommen und – beschämt [BredelSöhne229]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rumpeln · überrumpeln · Rumpelkammer · Rumpelstilzchen
rumpeln Vb. ‘ein dumpfes, polterndes Geräusch verursachen, (mit dem Wagen) polternd fahren’, mhd. rumpeln ‘mit Ungestüm, geräuschvoll sich bewegen oder fallen, lärmen, poltern’, mnd. rumpelen, engl. to rumble ‘poltern, rattern, rollen, grollen, knurren’ sind iterative lautmalende Bildungen (wie ↗rummeln, s. ↗Rummel). überrumpeln Vb. ‘unerwartet angreifen, überraschen, in Verwirrung bringen’ (Anfang 16. Jh.), eigentlich ‘lärmend, mit Getöse überfallen’. Rumpelkammer f. ‘Abstellraum für altes Gerät’ (2. Hälfte 18. Jh.), vgl. nl. rommelkamer; d. i. die Kammer mit ↗Gerümpel (s. d.), das polternd zusammenfällt, daher ‘Kammer, in der es poltert, geistert, spukt’, vgl. Rumpelgeist m. ‘polternder Kobold’ (Luther). Rumpelstilzchen n. zwerghafte Gestalt des deutschen Märchens (1812 in Grimms Kinder- und Hausmärchen), Deminutivum von Rumpelstilz ‘lärmender, rumpelnder, spukender Kobold’, älter Rumpele stilt (2. Hälfte 16. Jh.); vgl. (heute veraltet) Stülz, Stülzer (15. Jh.), Stilzer (16. Jh.) ‘Hinkender’, das wohl zu der unter ↗Stelze (s. d.) angeführten Wortgruppe gehört. Daneben Rumpenstünzchen (1808 in einer handschriftlichen Märchenaufzeichnung J. Grimms); dazu vgl. mnd. stunselvōt ‘Hinkefuß’ (als Beiname), nd. Stunzel ‘kleiner dicker Mensch’ (18. Jh.), mhd. stunz ‘stumpf, abgestumpft, kurz’, wohl n-Erweiterungen zu dem unter ↗stutzen (s. d.) behandelten Verb.

Thesaurus

Synonymgruppe
überrumpeln · ↗übertölpeln · ↗übervorteilen  ●  ↗neppen  ugs. · über den Tisch ziehen  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
auf dem falschen Fuß erwischen · ↗überraschen · überrumpeln  ●  ↗überfahren  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(einfach) auf einmal da sein · ↗einfallen · ↗hereinplatzen · ↗hineinplatzen · plötzlich auftauchen · unangemeldet auftauchen · unangemeldet erscheinen · unversehens auftauchen · überraschend auf der Bildfläche erscheinen · überraschend erscheinen · überrumpeln  ●  auf einmal auf der Matte stehen  ugs. · auf einmal vor der Tür stehen  ugs. · hereingeschneit kommen  ugs. · ↗hereinschneien  ugs. · ↗hineinschneien  ugs. · ins Haus geschneit kommen  ugs. · ↗reinschneien  ugs. · ↗überfallen  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwehr Ankündigung Bayer Ereignis Favorit Feind Gastgeber Gegner Hörer Kanzler Konkurrenz Leser List Morgen Nachricht Opposition Paß Publikum Tempo Trick Verbraucher Vorstoß Zuhörer Zuschauer fesseln gleich regelrecht täuschen verblüffen überraschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›überrumpeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Öffentlichkeit wurde manipuliert, selbst der Kongress ließ sich überrumpeln.
Der Tagesspiegel, 28.09.2003
Es wird Euch, Ihr Herren, nicht gelingen, uns zu überrumpeln.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1963]
Die Österreicher wurden einfach überrumpelt - oder wie nennen Sie es?
o. A.: Einhundertzwanzigster Tag. Freitag, 3. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 10195
Oft wird man kühles Blut in kniffligen Situationen behalten können, weil man von dem Neuen nicht mehr so plötzlich überrumpelt werden kann.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 19153
Ich überlegte, ob sie versuchen würde, mich mit feuchtwarmen Gebärden zu überrumpeln.
Arjouni, Jakob: Happy birthday, Türke!, Zürich: Diogenes 1987 [1985], S. 92
Zitationshilfe
„überrumpeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/überrumpeln>, abgerufen am 18.03.2019.

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