überrunden

GrammatikVerb · überrundete, hat überrundet
Aussprache
Worttrennungüber-run-den (computergeneriert)
Wortzerlegungüber-runden
Wortbildung mit ›überrunden‹ als Erstglied: ↗Überrundung
eWDG, 1976

Bedeutung

jmdn. bei einem Wettlauf oder einer Wettfahrt um eine oder mehrere Runden überholen
siehe auch Runde (Lesart 4 b u. 5)
Beispiel:
er hatte nach 5 000 Metern die Hälfte seiner Gegner überrundet
umgangssprachlich, übertragen etw., jmdn. übertreffen
Beispiele:
der Schüler hat alle seine Klassenkameraden überrundet
nur die Autobusse der Reisebüros überrundeten einander in hartem Konkurrenzkampf [KoeppenTod90]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

rund · Rund · Runde · runden · abrunden · überrunden · rundlich · Rundung
rund Adj. ‘kugel-, kreisförmig, ohne Ecken’, (vom Körper) ‘füllig’, mhd. runt ‘rund, geschickt, gewandt’, mnd. runt sind wie mnl. ront, nl. rond Entlehnungen aus afrz. reont, älter roont, (anglonorm.) ruunt ‘rund, einfach, ruhig’ (frz. rond). Diesem geht vlat. *retundus vorauf, durch Dissimilation entstanden aus (noch in den frühesten afrz. Formen fortlebendem) lat. rotundus ‘scheibenrund’, dann ‘kugelrund’ und überhaupt ‘rund’, zu lat. rota ‘Rad’, übertragen ‘Sonnenscheibe, Kreis’ (verwandt mit ↗Rad, s. d.). Rund n. ‘Rundung, Wölbung, kreis- oder kugelförmige Gestalt, umliegendes Gebiet, Umkreis, Umgebung’ (17. Jh.), aus dem substantivierten Adjektiv frz. rond m. ‘das Runde, Kreis, Ring’, früher daher auch der Rund. Runde f. ‘Umkreis’ (vgl. spätmhd. ze rund ‘ringsum’, afrz. a la reonde), ‘das Rundsein, runde Form, Kreis’ (16. Jh., auch umgelautet Ründe), Substantivierung des Adjektivs. Im Sinne von ‘gesellige Zusammenkunft, Kreis von Personen, die sich zum Essen und Trinken zusammenfinden’ hervorgegangen aus Tafelrunde, das im 18. Jh. von Wieland aufgenommen wird nach mhd. tavelrunde, einer Entlehnung von afrz. la Table Reonde ‘Tafelrunde des Königs Artus’ (eigentlich ‘die runde Tafel’). Runde in der Bedeutung ‘Kontrollgang zur Überprüfung militärischer Wachtposten’ (Anfang 17. Jh., zuerst Ronde), ‘die den Kontrollgang durchführende(n) Person(en)’ (Ende 17. Jh.) ist eine Entlehnung von gleichbed. mfrz. frz. ronde. Dies wird als Substantivierung des Adjektivs rond empfunden (auch im Dt. beim Entlehnungsvorgang), ist jedoch eine Rückbildung aus dem Verb mfrz. ronder ‘einen Kontrollgang machen, die Wachtposten überprüfen’, das auf aspan. arrobdar mit den Nebenformen robdar, roldar, rondar ‘mit der Wache herumziehen, patrouillieren, bewachen’ (span. rondar) beruht, einer Bildung zu arab. ar-ruḅt ‘fünf oder mehr zusammengekoppelte Pferde, die zur Verwendung auf Grenzwacht bereitstehen’. Dazu die verbale Fügung (die) Runde(n) gehen ‘Posten kontrollieren’ (17. Jh.), dann allgemein die Runde machen ‘einen Rundgang machen’. runden Vb. (früher auch ründen) ‘rund machen, abrunden, vervollkommnen, vollenden’, reflexiv ‘rund werden, sich vervollkommnen, Gestalt annehmen’, vgl. gerunt Part. Prät. (Ende 15. Jh.), ronden (15. Jh.). abrunden Vb. (früher auch abründen) ‘(annähernd) rund, glatt machen, bei Zahlen, Geldbeträgen die Endziffer(n) durch Null(en) ersetzen’ (17. Jh.). überrunden Vb. ‘jmdn. bei einem Wettlauf oder einer Wettfahrt um eine oder mehrere Runden überholen’ (20. Jh.). rundlich Adj. ‘annähernd rund, mollig, füllig, ein wenig dick’ (18. Jh.), älter rundlicht (17. Jh.), rundlächt (16. Jh.); doch vgl. runtlich Adv. (15. Jh.). Rundung f. ‘runde Form, Wölbung’, frühnhd. ‘Umdrehung im Kreise’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) den Rang ablaufen · ↗(jemanden) (buchstäblich) stehen lassen · (jemanden) (weit) hinter sich lassen · ↗(jemanden) abhängen · (jemanden) blass aussehen lassen · ↗ausstechen · ↗vorbeiziehen (an) · ↗überflügeln · ↗überholen · überrunden · ↗übertreffen · ↗übertrumpfen  ●  (jemanden) alt aussehen lassen  ugs. · ↗schnupfen  ugs., österr., bair.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brite Börsenwert Erzrivale Favorit Feld Hinsicht Konkurrent Konkurrenz Länge Marktanteil Marktführer Popularität Prozentpunkt Rennen Rivale Rund Sieger Silberpfeil Sozialdemokrat Spitzenreiter Taxe Teamkollege Umfrage bald einholen erstmals locker sogar zweimal überholen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›überrunden‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zumindest möchte Pink nun am liebsten die große Madonna, die damals Girl Power in den Charts quasi salonfähig gemacht hatte, überrunden.
Der Tagesspiegel, 02.11.2003
Er wolle nicht überrunden, um nicht zu überlegen zu wirken.
Die Welt, 25.04.2002
In dieser kurzen Zeit hat Japan die französische Produktion überrundet.
Die Zeit, 25.11.1966, Nr. 48
Dabei verfügten die neuen Kräfte, die die Männer der katholischen Restauration überrundeten, nicht immer über das gleiche geistige Ausmaß wie jene.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 2112
Das brachte sie um ihre Nachwirkung; mit Arnolds Tode 1155 sind sie bis auf unbedeutende Reste verschwunden, wiederum vom Fortgang der Bewegungen überrundet.
Borst, Arno: Religiöse und geistige Bewegungen im Hochmittelalter. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 7660
Zitationshilfe
„überrunden“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/überrunden>, abgerufen am 15.02.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Überrumplungstaktik
Überrumplung
Überrumpelung
überrumpeln
Überrollschutz
Überrundung
übers
übersäen
übersät
übersatt