Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

überschwemmen

Grammatik Verb · überschwemmt, überschwemmte, hat überschwemmt
Aussprache 
Worttrennung über-schwem-men
Wortzerlegung über- schwemmen
Wortbildung  mit ›überschwemmen‹ als Erstglied: Überschwemmung
eWDG

Bedeutungen

1.
über etw. hinwegströmen und es ganz mit Wasser bedecken
Beispiele:
das Hochwasser überschwemmte weite Teile des Landes
die Uferstraße ist, die Wiesen, Äcker sind überschwemmt
bildlich
Beispiele:
abwertendTouristen überschwemmten das Land, Seebad
[die Erinnerung] überschwemmte mit einem Male sein Inneres [ ApitzNackt47]
2.
übertragen etw., jmdn. mit etw. überreichlich versehen, überhäufen
Beispiele:
der Markt war mit Gemüse überschwemmt
die Leser wurden mit (einer Flut von) Zeitschriften überschwemmt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwemmen · Schwemme · aufschwemmen · überschwemmen · Überschwemmung
schwemmen Vb. ‘jmdn., etw. an eine Stelle hin-, von einer Stelle wegschwimmen lassen, wässern, spülen’, Kausativum zu dem unter schwimmen (s. d.) behandelten Verb (eigentlich ‘schwimmen machen’), mhd. swemmen ‘schwimmen lassen, ins Wasser tauchen, in Wasser waschen, darüber schwimmen, übersetzen, aufschwemmen’, aengl. beswemman. – Schwemme f. ‘das Schwemmen, Baden, Ort, wo geschwemmt, gebadet, gewaschen wird’, vor allem ‘seichte Gewässerstelle als Bad von Tieren’, spätmhd. swemme, swem. Bildlich (die Zunge, den Mund) in die Schwemme reiten ‘trinken (im Wirtshaus)’ (15. Jh.), daher Schwemme ‘(einfaches) Wirtshaus’ (16. Jh.). aufschwemmen Vb. ‘mit Flüssigkeit auffüllen, auftreiben, durch Flüssigkeit dick, schwammig werden lassen’ (16. Jh.). überschwemmen Vb. ‘über etw. strömen und es unter Wasser setzen, überfluten’ (16. Jh.); Überschwemmung f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
fluten · überfluten · überschwemmen · überspülen
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
übermannen · überschwemmen

Typische Verbindungen zu ›überschwemmen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›überschwemmen‹.

Verwendungsbeispiele für ›überschwemmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei wird das Kind weder übermäßig sozial betont noch wird es emotionell überschwemmt. [Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 133]
Es sei nicht ihre Absicht, die Welt mit neuen Büchern zu überschwemmen! [Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1909], S. 28936]
Sie waren nicht nur die nährenden Quellen, sie überschwemmten sein Selbst. [Witkowski, Georg: Von Menschen und Büchern, Erinnerungen 1863-1933. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1938], S. 4699]
In der Geschichte der Mode wurde kein Look so konsequent kopiert, überschwemmte derart die Straßen wie dieser. [Die Zeit, 16.07.2012, Nr. 11]
Die Dörfer rund um den See sind alle überschwemmt, berichtet Came. [Die Zeit, 29.12.2008 (online)]
Zitationshilfe
„überschwemmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%BCberschwemmen>.

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