überspringen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungüber-sprin-gen (computergeneriert)
Wortzerlegungüber-springen
eWDG, 1976

Bedeutungen

I.
sprang über, ›ist‹, übergesprungen
1.
von einer zur anderen Stelle springen, wechseln
Beispiele:
der Funke ist bei 1 000 Volt (Spannung) übergesprungen
das Feuer sprang von der brennenden Scheune auf das Haus über
bildlich
Beispiel:
Der Funke der starken Gefühlsspannung, die ihn beherrschte ... war auf sie übergesprungen [M. W. SchulzStaub im Wind266]
2.
zu etw. unvermittelt übergehen
Beispiel:
der Redner sprang auf ein anderes Thema über
II.
übersprang, ›hat‹, übersprungen
1.
über etw. springen, etw. mit einem Sprung überwinden
Beispiele:
einen Graben, Zaun überspringen
er übersprang den Bach (mit Leichtigkeit, mühelos)
das Pferd hat die Hindernisse fehlerfrei übersprungen
er hat im Stabhochsprung 5 Meter übersprungen
2.
etw. Dazwischenliegendes auslassen
Beispiele:
ein Kapitel, einen Absatz, einige Seiten im Buch überspringen
eine Mahlzeit überspringen
sie entschlossen sich, einen Zug zu überspringen und den Spätzug zu nehmen
wegen ihrer ausgezeichneten Leistungen hat sie eine Klasse übersprungen (= ist in die übernächste Klasse aufgerückt)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

springen · bespringen · beispringen · entspringen · überspringen · vorspringen · Vorsprung · Springer · Springbrunnen · Springflut · Springinsfeld
springen Vb. ‘durch einen Sprung vom Boden weg-, in die Höhe schnellen, bersten’. Das bis auf das Got. gemeingerm. bezeugte, stark flektierende Verb ahd. springan (8. Jh.), mhd. springen ‘springen, tanzen, eilend gehen, laufen, hervorquellen, wallen, wachsen’, asächs. springan, mnd. springen, mnl. springhen, nl. springen, afries. springa, aengl. springan, engl. to spring, anord. springa, auch ‘bersten’, schwed. springa (germ. *sprengan) läßt sich im Sinne von ‘hastig auffahren, hervorbrechen’ mit nichtnasaliertem aind. spṛhayati ‘eifert, verlangt eifrig’, griech. spérchesthai (σπέρχεσθαι) ‘einherstürmen, sich drängen, aufgebracht, leidenschaftlich bewegt sein’ vergleichen, so daß Anschluß an ie. *sperg̑h-, *spreg̑h-, nasaliert *spreng̑h- ‘sich hastig bewegen, eilen, springen’, eine Erweiterung der unter ↗Sporn (s. d.) angeführten Wurzel ie. *sp(h)er(ə)- ‘zucken, zappeln, schnellen’, möglich ist. bespringen Vb. ‘(von Rindern, Pferden u. ä.) auf ein weibliches Tier zur Begattung steigen’ (18. Jh.), mhd. bespringen ‘benetzen’. beispringen Vb. ‘helfen, beistehen’ (15. Jh.). entspringen Vb. ‘entlaufen, hervorspringen’, ahd. intspringan (8. Jh.), mhd. entspringen ‘wegspringen, entrinnen, hervorsprudeln, erwachen’. überspringen Vb. ‘springend über etw. hinwegsetzen, überholen, übergehen, unbeachtet lassen, auslassen’, ahd. ubarspringan (um 1000), mhd. überspringen. vorspringen Vb. ‘nach vorn springen, weit herausragen (aus einem zurückliegenden Ganzen)’, ahd. furispringan (10. Jh.), mhd. vorspringen ‘vor(aus)springen, anspringen, übertreffen’; Vorsprung m. ‘schnelle Bewegung nach vorn, räumlicher und zeitlicher Gewinn in Vorwärtsbewegung und Entwicklung gegenüber anderen, vorragender Teil an Bauwerken, Felsen’, mhd. vorsprunc. Springer m. ‘wer springt’, mhd. springer, auch ‘Tänzer, Gaukler’; Bezeichnung einer als Pferd dargestellten Schachfigur (17. Jh.). Springbrunnen m. ‘sprudelnde Quelle’, dann besonders ‘Fontäne’ (17. Jh.). Springflut f. ‘große Meeresflut’ (16. Jh.). Springinsfeld m. ‘junger, leichtfüßiger und unbekümmerter Mensch’ (17. Jh.), nd. ein springe ynt velt (16. Jh.), eigentlich springe in das Feld, imperativischer Satzname, anfänglich Bezeichnung für Soldaten und Landsknechte (Grimmelshausen).

Thesaurus

Synonymgruppe
auslassen · ↗aussparen · ↗fortlassen · ↗weglassen · überspringen  ●  skippen  engl.

Typische Verbindungen
computergeneriert

5-Prozent-Hürde Aktienindex Barriere Binnenwirtschaft Dax Entwicklungsstufe Erreger Funke Funken Fünf-Prozent-Hürde Fünfprozenthürde Graben Hindernis Hürde Klasse Latte Leitindex Marke Meßlatte Milliardengrenze Schwelle Umsatzmarke Vier-Prozent-Hürde Virus Werbeblock Zehn-Prozent-Hürde erstmals kurzzeitig mühelos springen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›überspringen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Wörter, die sie nicht verstand, übersprang sie erst mal.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 31
Ohnehin hatte sie auf der High School eine Klasse übersprungen.
Der Tagesspiegel, 01.06.2000
Warum sollten gerade diese beiden Männer diesen Graben überspringen, der doch bis heute noch nicht vollständig zugeschüttet ist.
Die Welt, 29.03.1999
Ich überspringe dann einen beträchtlichen Teil, vorausgesetzt, daß Sie nicht etwas einfügen wollen.
o. A.: Sechsundachtzigster Tag. Mittwoch, 20. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 15672
Von den abgespieltesten Opern hielt er sie, übersprang keinen Takt, und nachträglich hörte ich, daß er sich selbst vor jeder Oper geängstigt hätte.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Zitationshilfe
„überspringen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/überspringen>, abgerufen am 22.08.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
übersprenkeln
überspreizen
überspreiten
übersprechen
überspönig
überspritzen
übersprudeln
übersprühen
Übersprung
Übersprungbewegung