übertreiben

GrammatikVerb · übertrieb, hat übertrieben
Aussprache
Worttrennungüber-trei-ben
Wortzerlegungüber-treiben
Wortbildung mit ›übertreiben‹ als Erstglied: ↗Übertreibung  ·  mit ›übertreiben‹ als Grundform: ↗Übertriebenheit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
etw. über das zumutbare Maß hinaus, bis ins Maßlose tun
Beispiele:
er sollte seine Ansprüche, Forderungen, sollte es mit seinen Ansprüchen, Forderungen nicht übertreiben
du übertreibst das Training, die Abhärtung, übertreibst es mit dem Training, mit der Abhärtung
oft im Part. Prät.
Beispiele:
übertriebene Bescheidenheit, Höflichkeit, Strenge, Genauigkeit, Sorgfalt, Sauberkeit
sich [Dativ] übertriebene Hoffnungen machen
ein übertriebenes Misstrauen, Pathos an den Tag legen
er hat sich in übertriebener Weise für ihn eingesetzt
übertrieben vorsichtig, misstrauisch, streng, ehrgeizig, sparsam sein
etw. übertrieben finden
2.
etw. größer, wichtiger oder schlimmer darstellen, als es wirklich ist, etw. aufbauschen
Gegenwort zu untertreiben
Beispiele:
er übertreibt ständig, maßlos
wie kann man nur so übertreiben!
ich übertreibe nicht, wenn ich sage ...
sie übertreibt seine Schwächen, Vorzüge
das ist stark übertrieben
umgangssprachlich das ist reichlich übertrieben
umgangssprachlich ist das nicht ein bisschen übertrieben?
etw. für (stark) übertrieben halten

Thesaurus

Synonymgruppe
(kräftig) vom Leder ziehen · (viel) Wirbel machen (um) · ↗aufbauschen · dick auftragen · ↗dramatisieren · ↗hochspielen · übertreiben  ●  (viel) Wind machen (um)  fig. · ↗aggravieren  fachspr., medizinisch, selten · aus einer Mücke einen Elefanten machen  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufregung Bedrohung Befürchtung Behauptung Dribbling Ehrgeiz Furcht Gefährlichkeit Groteske Massenvernichtungswaffe Pessimismus Schilderung Sparen Zahlenangabe absichtlich allzusehr beschönigen bisweilen bißchen lügen manchmal maßlos mitunter schamlos sicher untertreiben vereinfachen verzerren überspitzen übertreiben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›übertreiben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Kritik ist gelegentlich auch derartig übertrieben, dass sie als giftig empfunden werden kann.
Die Welt, 18.05.2002
Wenn es um New York geht, kann man eigentlich gar nicht übertreiben.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 263
Jetzt übertrieb sie es sogar mit der "Vereinfachung der Agitation".
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 378
Vor Gott sind alle gleich, gewiß, doch muß man das nicht übertreiben.
Tucholsky, Kurt: Ein Pyrenäenbuch. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1927], S. 8236
Wenn man von ihm spricht, kann man nicht übertreiben, weil die Sprache zu ärmlich ist, um sein Wesen auszudrücken.
Wassermann, Jakob: Caspar Hauser, Berlin: Aufbau-Verl. 1987 [1908], S. 28
Zitationshilfe
„übertreiben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/übertreiben>, abgerufen am 19.06.2019.

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