übertrumpfen

GrammatikVerb · übertrumpfte, hat übertrumpft
Aussprache
Worttrennungüber-trump-fen (computergeneriert)
Wortzerlegungüber-trumpfen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
jmdn. überbieten, übertreffen
Beispiele:
mit dieser großartigen Leistung hat er alle übertrumpft
sich gegenseitig mit dem Erzählen von Geschichten übertrumpfen
2.
Skat jmdn. mit einer höheren Trumpfkarte stechen, jmdn. ausstechen
Beispiel:
er hat ihn, seine Karte übertrumpft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Trumpf · trumpfen · auftrumpfen · übertrumpfen
Trumpf m. ‘stechende Farbe oder Karte’ (im Kartenspiel), übertragen ‘entscheidendes, zum Vorteil gereichendes Argument oder Mittel’, volkssprachliche Vereinfachung des 16. Jhs. von ↗Triumph (s. d.) und anfangs gelegentlich auch wie dieses in der Bedeutung ‘Sieg, prunkvoller Einzug’, vorwiegend aber als Ausdruck des Kartenspiels ‘siegende, stechende Farbe’ (belegt seit 1590, älter Triumph, 1541, in dieser Form vereinzelt noch bis ins 18. Jh.) unter Einfluß von gleichbed. mfrz. triumphe, frz. triomphe f. Der Ausdruck gelangt durch Spielkarten, die eine Art Triumphzug darstellen, in die Sprache des Kartenspiels. Übertragener Gebrauch im Sinne von ‘derbe, schlagende Reden, Schelte’ (so schon 16. Jh.), dann besonders ‘keine Widerrede duldendes, beweiskräftiges letztes Wort, ausschlaggebendes Argument, Mittel, Ereignis’ wird im 18. Jh. geläufig. Trumpf steht vielfach in festen Wendungen des Kartenspiels, vgl. Trumpf sein (18. Jh.), übertragen ‘entscheidend, ausschlaggebend sein’ (19. Jh.); einen Trumpf in Händen halten, übertragen ‘einen Vorteil auf seiner Seite haben’ (19. Jh.); alle Trümpfe in der Hand halten ‘überlegen, unschlagbar sein’ (19. Jh.); einen Trumpf ausspielen ‘etw. Entscheidendes einsetzen’ (um 1800), ‘den Ton angeben’ (19. Jh.). trumpfen Vb. ‘Karten spielen’ (16. Jh.), ‘die Trumpfkarte ausspielen’ (17. Jh.), ‘Widerpart halten, mit einer Antwort abfertigen’ (18. Jh.). auftrumpfen Vb. ‘jmdm. deutlich die Meinung sagen’ (2. Hälfte 18. Jh.), ‘seine Überlegenheit hervorkehren’ (19. Jh., verbreitet im 20. Jh.). übertrumpfen Vb. ‘ein mit einem Trumpf gestochenes Blatt mit einem höheren Trumpf stechen’ (Ende 18. Jh.), übertragen ‘überbieten, ausstechen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem) den Rang ablaufen · ↗(jemanden) (buchstäblich) stehen lassen · (jemanden) (weit) hinter sich lassen · ↗(jemanden) abhängen · (jemanden) blass aussehen lassen · ↗ausstechen · ↗vorbeiziehen (an) · ↗überflügeln · ↗überholen · ↗überrunden · ↗übertreffen · übertrumpfen  ●  (jemanden) alt aussehen lassen  ugs. · ↗schnupfen  ugs., österr., bair.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bestmarke Dax Gebot Hinsicht Konkurrent Konkurrenz Konservative Landsmann Länge Marktführer Mitbewerber Offerte Rekord Rekordhalter Rivale Spitzenreiter Versprechung Vorgänger Wettbewerber Widersacher alle ausstechen damit gegenseitig irgendwann locker mühelos sogar zu überholen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›übertrumpfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da geht es ja auch darum, sich gegenseitig mit Zahlen zu übertrumpfen.
Der Tagesspiegel, 06.06.2004
Denn die Airlines übertrumpfen sich nachgerade im Bemühen, für Unterhaltung in der Luft zu sorgen.
Die Zeit, 05.07.1996, Nr. 28
Sie übertrumpfen sich verbal und kämpfen um den höheren Rang.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 133
Nirgends findet man Mut und Vermögen einer eigenartigen Sprachweise, überall nichts anderes, als ein krampfhaftes Bemühen, sich vom Konkurrenten nicht übertrumpfen zu lassen.
Weidenmüller, Hans: Erfolgreiche Kundenwerbung, Werdau: Meister 1912, S. 0
Mit diesem Handstreich hat sie alle übertrumpft, nicht zuletzt mich.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 920
Zitationshilfe
„übertrumpfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/übertrumpfen>, abgerufen am 26.03.2019.

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