üblich

Grammatik Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung üb-lich
Wortbildung  mit ›üblich‹ als Erstglied: Üblichkeit  ·  mit ›üblich‹ als Letztglied: banküblich · branchenüblich · brancheüblich · handelsüblich
Mehrwortausdrücke  die üblichen Verdächtigen
eWDG

Bedeutung

den (allgemeinen) Gewohnheiten, Bräuchen entsprechend, (allgemein) gebräuchlich, gewohnt
Beispiele:
die übliche Arbeit, Beschäftigung, Methode
der (hier) übliche Gruß
er stellte die üblichen Fragen
etw. zum üblichen Preis, zu den üblichen Bedingungen kaufen
in der üblichen Weise vorgehen, verfahren
etw. weicht vom Üblichen ab
es ist bei uns üblich (= gebräuchlich, gang und gäbe), dass …
das ist schon lange nicht mehr üblich (= macht man schon lange nicht mehr)
ist das hier so üblich?
umgangssprachlichsie gebrauchte die übliche Ausrede
umgangssprachlichsie kam mit der üblichen Verspätung zur Arbeit
wie üblichwie immer
Beispiele:
etw. wie üblich erledigen
wir sehen uns, wie üblich, am Wochenende
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

üben · Übung · üblich
üben Vb. ‘durch ständiges Wiederholen sich anzueignen suchen’, ahd. uoben ‘Landbau treiben, (aus)üben, verrichten, treiben, verehren’ (9. Jh.), mhd. üeben, uoben, (md.) ūben ‘bebauen, hegen, pflegen, ausüben, ins Werk setzen, beständig gebrauchen, tätig sein’, asächs. ōƀian ‘feiern’ (vgl. ungiōƀid ‘ungepflegt, vernachlässigt’), mnd. ōven ‘(be)treiben, bearbeiten, bauen, pflegen, ehren’, mnl. oeven ist mit jan-Suffix abgeleitet von einem in ahd. uoba f. ‘Feier’ (Hs. 13. Jh.), uobo m. ‘Landbauer’ (um 900), lantuobo ‘Bauer’ (um 900), mhd. uop ‘Landbau, Handlungsweise, Gebrauch, Übung, Sitte’ bezeugten dehnstufigen Nominalstamm. Daneben sind zu einem n-Stamm gebildet mnd. ōvenen, mnl. nl. oefenen, ablautend aengl. æfnan, efnan ‘ausführen, vollbringen, tun, verursachen, leiden’, anord. efna ‘ausführen, leisten, helfen’, schwed. ämna ‘beabsichtigen, vorhaben’. Verwandt sind ferner anord. efni ‘Stoff, Material’ und aengl. andefn ‘Maß, Menge’. Außergerm. sind heranzuziehen aind. ā́paḥ ‘Werk, religiöse Handlung’, griech. ómpnē (ὄμπνη) ‘Nahrung, Getreide’, lat. opus ‘Werk, Arbeit, Tätigkeit’, ops ‘Vermögen, Reichtum, Macht, Hilfe, Beistand’, so daß von einer Wurzel ie. *op- ‘arbeiten, zustande bringen; Ertrag der Arbeit, Reichtum’ auszugehen ist. Übung f. ‘das Üben, häufige und regelmäßig wiederholte Handlung zum Zwecke des Lernens und zur Steigerung der Leistung, probeweise durchgeführte Untersuchung’, ahd. uobunga (um 800), mhd. üebunge ‘Landbau, Verehrung, Eifer, beständiges Tun, Geschäftigkeit’. üblich Adj. (durch ständige Wiederholung) ‘gebräuchlich, herkömmlich’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
alltäglich · die Regel (sein) · gang und gäbe · gebräuchlich · geläufig · gewöhnlich · gängig · herkömmlich · häufig · kein Einzelfall · klassisch · konventionell · nicht selten · normal · ortsüblich · tägliches Brot (sein) · verbreitet · weit verbreitet · weitverbreitet · zum täglichen Brot gehören · üblich  ●  (ein)geübt  fig. · an der Tagesordnung  fig. · handelsüblich  fig. · man kennt das (von)  ugs., Redensart
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›üblich‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›üblich‹.

Verwendungsbeispiele für ›üblich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die übliche Vorsorge – ohne ängstliche Übertreibung – setze ich als selbstverständlich voraus. [Wölfl, Norbert: Die wiedergefundene Zärtlichkeit, Genf u. a.: Ariston 1995 [1983], S. 173]
Da war es nicht üblich, daß Mädchen Hosen trugen, so wie heute. [Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 56]
Es war nämlich damals üblich, von übergeordneten allgemeinen Begriffen deduktiv zur Wirklichkeit herabzusteigen. [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 40]
Und damit ergibt sich nun eine Umkehrung der üblichen literarischen Bewertung. [Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 444]
Danach war er trotzdem noch doppelt so lang wie üblich! [Die Zeit, 03.02.2000, Nr. 6]
Zitationshilfe
„üblich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%BCblich>.

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