üblich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungüb-lich (computergeneriert)
Wortbildung mit ›üblich‹ als Erstglied: ↗Üblichkeit  ·  mit ›üblich‹ als Letztglied: ↗branchenüblich · ↗brancheüblich · ↗handelsüblich
eWDG, 1976

Bedeutung

den (allgemeinen) Gewohnheiten, Bräuchen entsprechend, (allgemein) gebräuchlich, gewohnt
Beispiele:
die übliche Arbeit, Beschäftigung, Methode
der (hier) übliche Gruß
er stellte die üblichen Fragen
etw. zum üblichen Preis, zu den üblichen Bedingungen kaufen
in der üblichen Weise vorgehen, verfahren
etw. weicht vom Üblichen ab
es ist bei uns üblich (= gebräuchlich, gang und gäbe), dass ...
das ist schon lange nicht mehr üblich (= macht man schon lange nicht mehr)
ist das hier so üblich?
umgangssprachlich sie gebrauchte die übliche Ausrede
umgangssprachlich sie kam mit der üblichen Verspätung zur Arbeit
wie üblichwie immer
Beispiele:
etw. wie üblich erledigen
wir sehen uns, wie üblich, am Wochenende
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

üben · Übung · üblich
üben Vb. ‘durch ständiges Wiederholen sich anzueignen suchen’, ahd. uoben ‘Landbau treiben, (aus)üben, verrichten, treiben, verehren’ (9. Jh.), mhd. üeben, uoben, (md.) ūben ‘bebauen, hegen, pflegen, ausüben, ins Werk setzen, beständig gebrauchen, tätig sein’, asächs. ōƀian ‘feiern’ (vgl. ungiōƀid ‘ungepflegt, vernachlässigt’), mnd. ōven ‘(be)treiben, bearbeiten, bauen, pflegen, ehren’, mnl. oeven ist mit jan-Suffix abgeleitet von einem in ahd. uoba f. ‘Feier’ (Hs. 13. Jh.), uobo m. ‘Landbauer’ (um 900), lantuobo ‘Bauer’ (um 900), mhd. uop ‘Landbau, Handlungsweise, Gebrauch, Übung, Sitte’ bezeugten dehnstufigen Nominalstamm. Daneben sind zu einem n-Stamm gebildet mnd. ōvenen, mnl. nl. oefenen, ablautend aengl. æfnan, efnan ‘ausführen, vollbringen, tun, verursachen, leiden’, anord. efna ‘ausführen, leisten, helfen’, schwed. ämna ‘beabsichtigen, vorhaben’. Verwandt sind ferner anord. efni ‘Stoff, Material’ und aengl. andefn ‘Maß, Menge’. Außergerm. sind heranzuziehen aind. ā́paḥ ‘Werk, religiöse Handlung’, griech. ómpnē (ὄμπνη) ‘Nahrung, Getreide’, lat. opus ‘Werk, Arbeit, Tätigkeit’, ops ‘Vermögen, Reichtum, Macht, Hilfe, Beistand’, so daß von einer Wurzel ie. *op- ‘arbeiten, zustande bringen; Ertrag der Arbeit, Reichtum’ auszugehen ist. Übung f. ‘das Üben, häufige und regelmäßig wiederholte Handlung zum Zwecke des Lernens und zur Steigerung der Leistung, probeweise durchgeführte Untersuchung’, ahd. uobunga (um 800), mhd. üebunge ‘Landbau, Verehrung, Eifer, beständiges Tun, Geschäftigkeit’. üblich Adj. (durch ständige Wiederholung) ‘gebräuchlich, herkömmlich’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
alltäglich · die Regel (sein) · gang und gäbe · ↗gebräuchlich · ↗geläufig · ↗gewöhnlich · ↗gängig · ↗herkömmlich · ↗häufig · kein Einzelfall · ↗klassisch · ↗konventionell · nicht selten · ↗normal · ↗ortsüblich · tägliches Brot (sein) · verbreitet · ↗weit verbreitet · ↗weitverbreitet · zum täglichen Brot gehören · üblich  ●  an der Tagesordnung  fig. · ↗handelsüblich  fig. · man kennt das (von)  ugs., Redensart
Assoziationen
  • Trampelpfade (des Althergebrachten, bereits Bekannten o.ä.)  fig. · eingefahrene Bahnen  fig. · eingefahrene Gleise  fig.
  • allgemein verbreitet · ↗häufig (vorkommend) · ↗landläufig · ↗weit verbreitet · ↗weitverbreitet  ●  ↗prävalent  fachspr., medizinisch
  • gewöhnlich · im Normalfall · im Regelfall · in aller Regel · in der Regel · ↗landläufig · ↗standardmäßig · ↗typischerweise · von Haus aus · üblicherweise  ●  ↗normalerweise  Hauptform · für gewöhnlich  geh. · ↗gemeinhin  geh. · ↗gemeiniglich  geh., veraltend · ↗normal (Adv.)  ugs., salopp
  • (die) Mode sein · Konjunktur haben(d) · Szene... · ↗aktuell · dem Zeitgeist entsprechend · ↗gefragt · im Trend liegen(d)  ●  (...) ist das neue (...; ist der / die neue ...)  Jargon, floskelhaft · zum guten Ton gehören(d)  fig. · (voll) im Trend  ugs. · ↗Kult  ugs. · ↗angesagt  ugs. · ↗en vogue  geh., franz. · ↗hip  ugs. · hoch im Kurs stehen  ugs. · im Schwange (sein)  geh. · ↗in (betont, Emphase)  ugs., engl. · in Mode  ugs., Hauptform · ↗kultig  ugs. · ↗sexy  ugs., fig. · ↗trendig  ugs. · ↗trendy  ugs.
  • durchschnittlich · im Durchschnitt · im Mittel · ↗klassisch · so wie man ihn kennt (generalisierend) · ↗typisch  ●  im Schnitt  ugs.
  • als solcher (Attribut zu N, nachgestellt) · an sich · im Grunde · in seinem Wesen · ↗schlechthin
  • der Tradition entsprechend · nach alter Schule · nach alter Väter Sitte · wie eh und je  ●  Das haben wir schon immer so gemacht.  ugs., Spruch
  • (die) Angewohnheit haben (zu) · (es sich) angewöhnt haben zu · die Gewohnheit (angenommen) haben (zu) · es gewohnt sein (zu) · es sich zu eigen gemacht haben (zu) · es sich zur Gewohnheit gemacht haben (zu) · es sich zur Regel gemacht haben (zu) · es zu seiner Gewohnheit haben werden lassen (zu) · ↗pflegen (zu tun)  ●  (auf etwas) konditioniert sein  Jargon · (etwas) gewöhnlich tun  variabel · abonniert sein (auf)  ugs., fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bezeichnung Bürozeit Floskel Gepflogenheit Klischee Kondition Maß Methode Praxis Rahmen Ritual Schema Sinn Standard Verdächtige Verfahren allgemein bisher bislang damals durchaus früher geworden heute hierzulande inzwischen längst mittlerweile sonst Öffnungszeit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›üblich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Beim Übergang von den Junioren zu den Männern sei das üblich.
Die Zeit, 26.12.2011 (online)
Die übliche Vorsorge - ohne ängstliche Übertreibung - setze ich als selbstverständlich voraus.
Wölfl, Norbert: Die wiedergefundene Zärtlichkeit, Genf u. a.: Ariston 1995 [1983], S. 173
Seine Opern entsprechen dem in Frankreich nach dem ersten Kaiserreich üblichen Stil.
Linden, Albert Vander: Peellaert. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1962], S. 33778
Das Handeln steht nicht etwa in Abhängigkeit von einem von ihm getrennten Erkennen wie etwa das durch naturwissenschaftliche Erkenntnis in üblicher Weise sekundär bestimmte Handeln.
Goldstein, Kurt: Der Aufbau des Organismus, Den Haag: Nijhoff 1934, S. 271
Was ich tat, ist auch in allen anderen Parlamenten üblich.
Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 08.03.1920
Zitationshilfe
„üblich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/üblich>, abgerufen am 21.01.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Ubiquität
ubiquitär
Ubiquist
Ubikation
überzwerch
Üblichkeit
übrig
übrig behalten
übrig bleiben
übrig geblieben