übrigbleiben

Alternative Schreibungübrig bleiben, s. Regelwerk: § 34 (2.1)
GrammatikVerb
Worttrennungüb-rig-blei-ben ● üb-rig blei-ben (computergeneriert)
Wortzerlegungübrigbleiben
Wortbildung mit ›übrigbleiben‹ als Grundform: ↗übriggeblieben
eWDG, 1976

Bedeutung

als Rest zurückbleiben
Beispiele:
von dem Essen blieb nichts übrig
wie viel Stück sind übriggeblieben?
von dem Geld ist nichts, sind nur drei Euro übriggeblieben
übertragen jmdm. bleibt nichts (anderes, weiter) übrig, als … (= jmd. hat keine andere Wahl, als …)
Beispiel:
unter diesen Umständen blieb ihnen nichts weiter übrig, als zu kündigen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

bleiben · verbleiben · Verbleib · unterbleiben · übrigbleiben · Überbleibsel · bleibenlassen · Hinterbliebene(r) · Bleibe
bleiben Vb. ‘einen Ort nicht verlassen, einen bestimmten Zustand beibehalten, übrig sein’, ahd. bilīban ‘(weg-, unter)bleiben’ (8. Jh.), mhd. belīben, blīben, mnd. mnl. blīven, nl. blijven, aengl. belīfan sind Präfixbildungen zu einem untergegangenen Simplex germ. *līƀan, zu dem auch die Kausativa ahd. leiben ‘hinterlassen, übriglassen’, aengl. lǣfan, anord. leifa gehören. Die germ. Formen verbinden sich mit aind. limpáti ‘schmiert, klebt (an)’, griech. lípos (λίπος) ‘Fett’, lit. lìpti ‘kleben (bleiben), klebrig sein’, aslaw. prilьpěti ‘anhaften’ und führen auf ie. *leip- ‘mit Fett beschmieren, kleben’, eine Erweiterung der Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, schmieren’ (s. ↗Leim), so daß für bleiben von ‘klebenbleiben, haften’ auszugehen ist (dazu s. auch ↗leben). Möglich ist für germ. Formen mit der Bedeutung ‘übrigbleiben, -lassen’ aber auch ursprüngliche Zugehörigkeit zur Wurzel ie. *leiku̯- (s. ↗elf und ↗leihen). verbleiben Vb. ‘an einem Aufenthaltsort oder in einem Zustand bleiben’, ferner ‘übereinkommen’, mhd. verblīben, verlīben ‘bleiben, ausbleiben’; dazu Verbleib m. ‘das Verweilen, Aufenthaltsort’ (aus der Kanzleisprache des 18. Jhs.). unterbleiben Vb. ‘nicht geschehen, nicht stattfinden’, seit frühnhd. Zeit belegt, doch vgl. spätmhd. underblībunge. übrigbleiben Vb. ‘als Rest zurückbleiben’ (15. Jh.), älter (heute umgangssprachlich, vornehmlich nordd.) überbleiben, mhd. überbelīben, mnd. ōverblīven, nl. overblijven; vgl. ahd. urbarlīban ‘übrigbleiben’ (9. Jh.); dazu Überbleibsel n. ‘kleiner Rest’ (17. Jh.); vgl. nl. overblijfsel. bleibenlassen Vb. ‘unterlassen, nicht mehr tun’, mhd. in der Fügung belīben lāʒen. Hinterbliebene(r) m. f. ‘Angehörige(r) eines Verstorbenen, Leidtragende(r)’ (18. Jh.), substantiviertes Part. Prät. zu dem heute untergegangenen Verb hinterbleiben ‘zurückbleiben’ gegenüber einem Scheidenden, Weggehenden. Bleibe f. ‘Aufenthaltsort, Unterkunft, Herberge’ (19. Jh.), besonders durch die Jugendbewegung verbreitet; älter, heute aber aufgegeben, sind gleichbed. Bleibeort m. und Bleibestätte f. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
bestehen bleiben · bleiben · ↗verbleiben · ↗zurückbleiben · übrig bleiben · übrigbleiben  ●  ↗überbleiben  ugs.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn es schief geht, ist nicht nur das Geld weg, es kann sogar noch ein Minus übrigbleiben, das aus anderen Quellen zu tilgen ist.
Der Tagesspiegel, 01.10.1998
Als Gewinn vor Steuern sollen rund 55 Millionen DM übrigbleiben.
Süddeutsche Zeitung, 30.06.1998
Übriggeblieben war nur das Bewußtsein, eine Tat vollbracht zu haben.
Walser, Martin: Ehen in Philippsburg, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1957], S. 197
Er sah sich auf einmal übriggeblieben, allein gelassen, alt, uralt, so alt, wie er war.
Koeppen, Wolfgang: Tauben im Gras. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1951], S. 36
Von ihrem Vermögen war so gut wie nichts mehr übriggeblieben.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 216
Zitationshilfe
„übrigbleiben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/übrigbleiben>, abgerufen am 18.02.2019.

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