Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

üppig

Grammatik Adjektiv
Aussprache  [ˈʏpɪç]
Worttrennung üp-pig
Wortbildung  mit ›üppig‹ als Erstglied: Üppigkeit
eWDG

Bedeutungen

1.
in großer Fülle vorhanden, wuchernd, strotzend
Beispiele:
die üppige Vegetation der tropischen Urwälder
ihr üppiges schwarzes Haar
sein üppiger Bartwuchs
die üppig (= dicht und voll) belaubten Linden
bildlich
Beispiele:
in den Ferien ist ihr Übermut üppig ins Kraut geschossen
die Schilderung verrät seine üppige Phantasie
reichhaltig
Beispiele:
ein üppig Mahle verzehren
sie speisten an einer üppig besetzten Tafel
ein üppiges Fest
ein gesundes, zuträgliches Maß quantitativ oder qualitativ überschreitend
Beispiele:
zu üppig leben
an Festen geht es bei ihnen immer üppig her
Die Mahlzeiten sollen nicht zu üppig und nur mit sehr wenig Kochsalz zubereitet sein [ Gesundheit1968]
Kindtaufe wird gefeiert, nicht sehr üppig, wie man sieht [ BobrowskiLevin55]
2.
üppige Formenrundliche, volle Formen
Beispiele:
ein üppiger Busen
eine üppige Schönheit
Sie wies … auf den üppigen Nacken ihrer Mutter [ H. MannSchlaraffenland1,120]
denn der Eleganz stand eine üppige Körperlichkeit im Wege [ WerfelAbituriententag43]
3.
landschaftlich übermütig und dreist
Beispiele:
ihm gegenüber war die Nichte in letzter Zeit ziemlich üppig geworden
werde mir ja nicht zu üppig!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

üppig · Üppigkeit
üppig Adj. ‘in großer Fülle vorhanden, reichlich, strotzend’, ahd. uppīg ‘nichtig, leer, eitel, bedeutungslos, unnütz, müßig’ (9. Jh.), mhd. üppic, üppec, auch ‘überflüssig, leichtfertig, übermütig, hochfahrend’. Die Herkunft des hd. Adjektivs (mnd. uppich, woraus schwed. dän. yppig, kommt aus dem Hd.) ist ungewiß. Vielleicht gehört es zu der unter übel (s. d.) behandelten Wortgruppe mit einer Bedeutung ‘über das Maß hinausgehend’, die sich zu ‘überflüssig, unnütz, leer, eitel’ und zu ‘strotzend, überreich’ weiterentwickelt. – Üppigkeit f. ‘überreiche Fülle’ (16. Jh.), ahd. uppiheit, uppīgheit ‘Eitelkeit, Nichtigkeit, Gehaltlosigkeit’ (um 1000), mhd. üppecheit, üppekeit, üppikeit, auch ‘Leben im Überfluß, Vergänglichkeit, Leichtfertigkeit, Übermut’.

Thesaurus

Synonymgruppe
bombastisch · horrend · übermäßig · üppig  ●  gepfeffert  ugs.
Oberbegriffe
  • beschreibend (positiv)
Assoziationen
Synonymgruppe
ausführlich · ausgiebig · ergiebig · füllig · in Fülle · opulent · reichhaltig · reichlich · üppig
Synonymgruppe
aus dem Vollen · bombastisch · opulent · prachtvoll · prahlerisch · prächtig · verschwenderisch · üppig  ●  auf großem Fuß  ugs. · in Saus und Braus  ugs.
Synonymgruppe
haufenweise · im Überfluss · in großer Zahl · massenhaft · massenweise · reich · reichhaltig · reichlich · reihenweise · unbegrenzt · unzählig · viel · vielzählig · waggonweise · zahlreich · üppig  ●  Legion sein  geh. · abundant  geh. · eine Menge Holz  ugs., fig. · en masse  geh., franz. · in Hülle und Fülle  ugs. · in rauen Mengen  ugs. · massig  ugs. · wie Sand am Meer  ugs. · zuhauf  geh.
Synonymgruppe
aufgedunsen · beleibt · dickbäuchig · dickleibig · drall · feist · fettleibig · füllig · korpulent · kugelrund · mollig · schmerbäuchig · voluminös · wohlbeleibt · wohlgenährt · über Normalgewicht · übergewichtig · üppig  ●  dick  Hauptform · schwergewichtig  verhüllend · stark  verhüllend · stattlich  verhüllend · vollschlank  verhüllend · wohlgerundet  verhüllend · (etwas) auf den Rippen haben  ugs., variabel · adipös  fachspr., medizinisch · aus der Form geraten  ugs. · dick und fett  ugs., Redensart · fett  derb · gut gepolstert  ugs., ironisch · wampert  ugs., bayr.
Assoziationen
Synonymgruppe
ansehnlich (Summe) · beträchlich · erklecklich · großzügig · nicht unerheblich · reichlich bemessen · stattlich · üppig  ●  dick  ugs., fig. · fett  derb, fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
im Überfluss · in Hülle und Fülle · verschwenderisch · über die Maßen · überreichlich · üppig  ●  (ein) Füllhorn an  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›üppig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›üppig‹.

Verwendungsbeispiele für ›üppig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In Frieden gebreitet, mit üppigen Feldern glänzte das Land, ein ahnungsloses Kind. [Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2950]
Mit einem Teil Ihrer üppigen Gelder sollen Sie nun die Opposition finanzieren. [Der Spiegel, 14.04.2001]
So blieb ausgiebig Zeit, das nicht gerade üppige Angebot zu studieren. [C’t, 2001, Nr. 7]
Das mitgelieferte Zubehör ist im Vergleich zur Beta 3 etwas weniger üppig. [C’t, 1998, Nr. 7]
Da verdient ein Unternehmen üppig und legt bei den Gewinnen auch noch kräftig zu. [Die Zeit, 19.12.1997, Nr. 52]
Zitationshilfe
„üppig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/%C3%BCppig>.

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