Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

-tum

Grammatik Affix · Neutrum; Maskulinum · Genitiv Singular 1: -tums · Genitiv Singular 2: selten -tumes · Nominativ Plural: -tümer
Aussprache [tuːm]
Wortbildung  mit ›-tum‹ als Letztglied: Abenteuertum · Abenteurertum · Abweichlertum · Altertum · Anachoretentum · Analphabetentum · Angebertum · Arzttum · Aufsiedlertum · Außenseitertum · Banausentum · Banditentum · Baptistentum · Barbarentum · Bauerntum · Beamtentum · Berufsbeamtentum · Besitztum · Bischoftum · Bonzentum · Brauchtum · Brigantentum · Bummelantentum · Burschentum · Bürgertum · Christentum · Cäsarentum · Dandytum · Denunziantentum · Deutschtum · Dichtertum · Dilettantentum · Doppelgängertum · Draufgängertum · Dunkelmännertum · Eigentum · Einzelgängertum · Emigrantentum · Epigonentum · Erbtum · Eremitentum · Expertentum · Flagellantentum · Frauentum · Freibeutertum · Freidenkertum · Führertum · Fürstentum · Gammlertum · Gangstertum · Gaunertum · Gegentum · Gelehrtentum · Germanentum · Glücksrittertum · Gottesgnadentum · Gottkönigtum · Griechentum · Gutmenschentum · Gönnertum · Götzentum · Heidentum · Heiligtum · Heldentum · Hellenentum · Helotentum · Heroentum · Herostratentum · Herrentum · Herrschertum · Herzogtum · Hippietum · Ignorantentum · Intrigantentum · Irrtum · Jakobinertum · Jesuitentum · Judentum · Junkertum · Kaisertum · Kapitulantentum · Karrieristentum · Ketzertum · Komödiantentum · Kraftmeiertum · Kriegertum · Kurfürstentum · Kurpfuschertum · Kämpfertum · Königtum · Künstlertum · Laientum · Lesbentum · Literatentum · Luthertum · Magdtum · Manchestertum · Mannestum · Maulheldentum · Menschentum · Mitläufertum · Mittlertum · Muckertum · Musikantentum · Märtyrertum · Mäzenatentum · Mönchstum · Mönchtum · Narrentum · Nomadentum · Paktierertum · Papsttum · Parasitentum · Pfaffentum · Pharisäertum · Philistertum · Piratentum · Polentum · Preußentum · Priestertum · Protzentum · Protzertum · Querulantentum · Rabaukentum · Raffertum · Raubrittertum · Reichtum · Renegatentum · Revoluzzertum · Richtertum · Rittertum · Romanentum · Rowdytum · Römertum · Samaritertum · Scheichtum · Schmarotzertum · Schrifttum · Schöpfertum · Sektierertum · Siechtum · Sklaventum · Slawentum · Soldatentum · Spezialistentum · Spießbürgertum · Spießertum · Stammestum · Strebertum · Stutzertum · Sympathisantentum · Täufertum · Unternehmertum · Vagabundentum · Vagantentum · Vandalentum · Vasallentum · Verbrechertum · Versöhnlertum · Virtuosentum · Volkstum · Wachstum · Weihtum · Weistum · Witwentum · Zarentum · Zwittertum
Duden, GWDS, 1999 und DWDS

Bedeutungen

1.
bezeichnet einen Zustand, eine Beschaffenheit, Eigenschaft oder ein Verhalten von jmdm.DWDS
Grammatik: Plural selten, besonders in Bildungen mit Substantiven
Beispiele:
Abenteurertum (= Lebensweise eines Abenteurers)
Wachstum (= Wachsen, Wuchseigenschaften)
Reichtum (= Reichsein)
metonymischReichtümer (= Schätze)
Altertum (= Antike)
2.
bezeichnet eine Personengruppe
Grammatik: nur im Singular, in Bildungen mit Substantiven
Zugleich wird zumeist auch das abstrakte Weltbild bezeichnet.DWDS
Beispiele:
Judentum (= Gesamtheit, Religion der Juden)
Christentum (= Gesamtheit, Religion der Christen)
Spießbürgertum (= Gesamtheit, Lebenswelt der Spießbürger)
Gaunertum (= Gesamtheit, Eigengesetzlichkeit der Gauner)
3.
bezeichnet das Territorium von jmdm.
Grammatik: in Bildungen mit Substantiven
Zugleich wird zumeist auch die abstrakte Herrschaftsform bezeichnet.DWDS
Beispiele:
Cäsarentum (= Staat(sform) mit einem Kaiser)
Königtum (= Staat(sform) mit einem König)
Herzogtum (= Land unter einem Herzog)
Zarentum (= Staat(sform) mit einem Zaren)

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

-tum Auszugehen ist von ahd. tuom ‘Urteil, Gericht’ (8. Jh.), mhd. tuom ‘Macht, Herrschaft, Würde, Stand, Lebensverhältnisse, Besitz, eigentümlicher Zustand, Urteil, Gericht’, asächs. dōm ‘Urteil, Gericht, Verfügung, Belieben, Macht, Ruhm, Ehre’, mnd. dōm, mnl. doem ‘Urteil, rechtliche Entscheidung, Erkenntnis’, aengl. dōm ‘Urteil, Gottesurteil, Gesetz, Rechtsprechung, Gerichtsbarkeit, Macht, Ruhm, Ehre’, engl. doom ‘Schicksal, Verhängnis, Jüngstes Gericht’, anord. dōmr ‘Urteil, Gericht’, schwed. dom ‘Urteil’, got. dōms ‘Urteil, Ruhm’, das im Sinne von ‘das Setzen, das Gesetzte, Satzung’ wie griech. thōmós (θωμός) ‘Haufen, Schober’ mit mo-Suffix zu der unter tun (s. d.) angeführten Wurzel ie. *dhē- ‘setzen, stellen, legen’ gebildet ist. Germ. *dōma- m. bildet im Westgerm. und Nordgerm. in Verbindung mit Substantiven und Adjektiven Komposita, die Würde und Stand, Gewohnheit oder allgemein einen Zustand bezeichnen, vgl. ahd. keisurtuom, asächs. kēsurdōm, aengl. cāserdōm sowie anord. jarldōmr, ahd. wīstuom, asächs. aengl. wīsdōm, anord. vīsdōmr ‘Weisheit’ (eigentlich ‘weises Urteil’). In diesem produktiven Bildungstyp entwickelt sich der Wortteil unter semantischer Abschwächung zum Kompositionssuffix (vgl. nhd. Altertum, Besitztum, Luthertum).
Zitationshilfe
„-tum“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/-tum>.

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