zig

Alternative Schreibung-zig
GrammatikKardinalzahl
Wortbildung mit ›zig‹ als Erstglied: ↗Zigtausend · ↗zigfach · ↗zigmal · ↗zigtausend
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

umgangssprachlich steht anstelle einer nicht genau bekannten, aber als sehr hoch angesehenen Zahl
Beispiele:
auf den Tribünen saßen zig ZuschauerQuelle: WDG, 1977
er hat daran zig Mark verdientQuelle: WDG, 1977
der Rennfahrer ging mit zig Sachen (= mit hoher Geschwindigkeit) in die KurveQuelle: WDG, 1977
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

-zig Bildungssilbe der Zehnzahlen von 20 bis 90, ahd. -zug (vorwiegend alem. frk., auch bair.), -zog (frk., auch alem.), -zeg (vielfach bei Notker), -zig (allgemein ab 11. Jh.), mhd. -zic, -zec, asächs. -tig, -tich, mnd. mnl. -tich, nl. aengl. -tig, engl. -ty, anord. -tigr, selten -tugr. Zugrunde liegt ein in got. -tigjus Plur. ‘Zehner(einheiten), Dekaden’ zur Bildung der Zehnzahlen (vgl. got. fidwōr-tigjus ‘vierzig’) belegtes Substantiv (Sing. *tigus ‘Anzahl von zehn, Zehnheit, Dekade’, ein u-Stamm nach germ. *teguz). Verwandtschaft besteht wohl mit lat. decuria ‘Anzahl, Abteilung von zehn, Zehntschaft’, umbr. dequrier, tekuries ‘Fest der Dekurien’, so daß ie. *dek̑u- (in Weiterbildungen von ie. *dek̑ṃ, s. ↗zehn) vorausgesetzt werden kann. Got. -tigjus steht in grammatischem Wechsel gegenüber got. taíhun ‘zehn’. Ein Reflex des alten Substantivs zeigt sich darin, daß im Ahd. die der Zehnzahl folgenden, also die gezählten Dinge im Genitiv Plur. angeschlossen werden, vgl. ahd. fiorzug wehhōno ‘vierzig Wochen’. Der abweichende Vokal u in ahd. -zug beruht entweder auf einer schwundstufigen Form oder auf Assimilation des i (bzw. germ. e in *teguz) an das stammhafte u der Endung, hervorgerufen durch seine Unbetontheit. Ahd. thrīʒug, nhd. dreißig zeigt Verschiebung von germ. t inlautend zwischen Vokalen zur Spirans. Mit ahd. -zug und seinen Varianten werden ursprünglich nur die Zehner von 20 bis 60 gebildet, die von 70 bis 100 dagegen mit -zo, vgl. ahd. sibunzo, ahtozo, *niunzo, zehanzo. Erklärbar als Abschwächung von -zug? Man sieht darin auch alte Ordinalia (mit germ. t), indem in Hinblick auf asächs. antsiƀunta ‘siebzig’ von *hundsibunto ‘siebenter Zehner’ ausgegangen wird, wobei *hund- aus ie. *(d)k̑ṃt- ‘hundert’ bzw. älter ‘Zehnheit (von Zehnern)’ zu erklären ist (s. ↗hundert). Vgl. H.-F. Rosenfeld Die germ. Zahlwörter 70–90, in: Wiss. Zs. d. E.-M.-Arndt-Univ. Greifswald, gesellschafts- und sprachwiss. Reihe Nr. 3, Jg. VI (1956/57) 171 ff.

Thesaurus

Synonymgruppe
ein Großaufgebot von · reichlich viele  ●  (ganze) Heerscharen von  fig. · eine (ganze) Armada von  fig. · sehr viele  Hauptform · (und) nicht zu knapp  ugs. · jede Menge  ugs. · noch und noch  ugs. · noch und nöcher  ugs. · ohne Ende (nachgestellt)  ugs. · ↗tausend  ugs., fig. · zig  ugs.
Assoziationen
  • wimmeln von · wimmeln vor  ●  es gibt (hier) Tausende von (...)  variabel · (es ist) alles voll von  ugs.
  • (es) nicht fehlen lassen (an) · großzügig austeilen · nicht sparen an · nicht sparen mit  ●  es hagelt (nur so)  fig. · (nur so) um sich schmeißen (mit)  ugs. · um sich werfen (mit)  ugs.
  • (eine) Vielzahl (von) · (eine) große Anzahl · ein große Menge an · eine (ganze) Palette an · eine (ganze) Palette von · eine Menge · eine Vielzahl (von) · eine beachtliche Anzahl an · eine beachtliche Anzahl von · eine große Menge von · eine große Zahl von · eine größere Anzahl (an) · in großer Zahl · zahlreiche  ●  viele  Hauptform · ↗reichlich  ugs.
Zitationshilfe
„zig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/zig>, abgerufen am 19.02.2019.

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