APO, die

Alternative Schreibung Apo
Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: APO · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  ['aːpo]
Rechtschreibregeln Einzelfälle
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2019

Bedeutung

früher besonders während der Regierungszeit der großen Koalition zwischen CDU und SPD von 1966 bis 1969 in der Bundesrepublik Deutschland   außerparlamentarische Opposition; nicht fest organisierte Aktionsgemeinschaft besonders von Studierenden und Jugendlichen, die als antiautoritäre Bewegung die Durchsetzung politischer und gesellschaftlicher Reformen außerhalb der (als handlungsunfähig erachteten) parlamentarischen Opposition versuchte
Beispiele:
Ausgehend von Universitäten in West‑Berlin und Frankfurt am Main drängen der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) und die Außerparlamentarische Opposition (APO) in die Öffentlichkeit. [Welt am Sonntag, 12.08.2018, Nr. 32]
Erst das machtvolle Auftauchen der APO, der »Außerparlamentarischen Opposition«, und der Kampf um die Notstandsgesetze hüllten die große Koalition in ein Zwielicht. [Süddeutsche Zeitung, 06.03.2014]
So wurde 2009 anhand verschiedener Studien unter anderem deutlich, dass die Stasi mit der Instrumentalisierung der APO und der systematischen Unterwanderung von Politik, Behörden und Polizei durch Spitzel nicht unerheblich den Taktstock bei den Studentenunruhen geschwungen hatte. [Welt am Sonntag, 02.05.2012, Nr. 6334]
Horst Mahler arbeitete erst als Anwalt, engagierte sich dann mit dem SDS und der Apo gegen Springer‑Presse und Vietnamkrieg und gründete 1970 mit anderen die Rote‑Armee‑Fraktion […]. [Die Zeit, 30.05.1997, Nr. 23]
»Gewalt gegen Sachen, nicht gegen Personen« lautete einst eine Formel der Apo. [Die Zeit, 09.02.1996, Nr. 7]

Thesaurus

Synonymgruppe
APO · Außerparlamentarische Opposition
Assoziationen
Zitationshilfe
„APO“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/APO#1>, abgerufen am 24.10.2020.

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APO, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: APO · Nominativ Plural: APO(s)
Aussprache ['aːpo]
DWDS-Vollartikel, 2019

Bedeutung

DDR Parteiorganisation einer Abteilung in einem Betrieb
Beispiele:
Mehrere APOs oder, in kleineren Einrichtungen, oftmals nur eine Parteigruppe bildeten die Grundorganisation (GO), die von einem Parteisekretär geleitet wurden. [Die Trommler, 05.06.2016, aufgerufen am 04.12.2019]
In den Abteilungsparteiorganisationen (APO) und in den nicht in APO untergliederten GO (= Grundorganisationen) wurden die Leitungen auf »Berichtswahlversammlungen« gewählt – i. d. R. zweimal innerhalb von 5 Jahren. [Herbst, Andreas u. a.: Lexikon der Organisationen und Institutionen – P. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 9371]
Er und die Genossen seiner APO vertreten die Auffassung, sagte der Schiffbauer, daß unsere Partei und unser Staat aus den Klassenauseinandersetzungen mit dem Imperialismus stets gestärkt hervorgegangen sind. [Neues Deutschland, 06.09.1989]
Genosse Jänichen berichtete, daß die Vertreter der Intelligenz heute gemeinsam mit der Partei beraten und auch ihre Kritik beherzigen, während früher die APO bei der Entscheidung wichtiger Fragen von den Abteilungsleitern und leitenden Kadern oft übergangen wurde. [Neues Deutschland, 22.08.1959]

Thesaurus

Synonymgruppe
APO · Außerparlamentarische Opposition
Assoziationen
Zitationshilfe
„APO“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/APO#2>, abgerufen am 24.10.2020.

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