Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Aal, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Aal(e)s · Nominativ Plural: Aale
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Aal‹ als Erstglied: Aalfang · Aalfischer · Aalhamen · Aalkasten · Aalkorb · Aalleiter · Aalmutter · Aalnetz · Aalquappe · Aalraupe · Aalreuse · Aalräucherei · Aalspeer · Aalstechen · Aalstrich · Aalsuppe · Aaltierchen · Aaltreppe · Aalwanderung · aalglatt · aalig · Älchen
 ·  mit ›Aal‹ als Letztglied: Flussaal · Glasaal · Meeraal · Meeresaal · Satzaal · Seeaal · Speiseaal
eWDG

Bedeutung

schlangenförmiger Fisch mit schlüpfriger Haut, der als Delikatesse gilt
Beispiele:
einen Aal fangen, stechen, zubereiten, räuchern, kochen, abziehen
der Aal schlängelt sich
Kochkunst Aal blau, Aal in Gelee
übertragen
Beispiele:
sich winden wie ein Aal (= einer peinlichen, schwierigen Lage zu entschlüpfen suchen)
er ist glatt wie ein Aal (= ist nicht zu fassen)
umgangssprachlichden Aal beim Schwanze fassen (= etw. verkehrt anfangen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Aal · Älchen · aalen · aalglatt · Aalquappe · Aalraupe
Aal m. wendiger langgestreckter Fisch. Der Name begegnet nur in den germ. Sprachen, ahd. (10. Jh.), mhd. asächs. mnd. āl, mnl. ael, nl. aal, aengl. ǣl, engl. eel, anord. āll, schwed. ål setzen germ. *ēla- voraus. Weitere Herkunft ungewiß; sichere außergerm. Beziehungen sind nicht erkennbar. Daher wohl eine germ. Neubildung. Oder als ‘Langgestreckter, Ahleförmiger’ (zu Ahle f., s. d.) aufzufassen? Ein auf Grund der länglichen Gestalt möglicher Anschluß an aind. āliḥ ‘Streifen, Linie’ und an die Wurzel ie. *ēl- ‘Streifen, Strich’ ist zweifelhaft. Das Deminutivum Älchen n. dient zur Bezeichnung parasitär lebender Fadenwürmer (Nematoden), zuerst nl. aaltje (aeltgens Plur., 1675), danach nhd. Aalchen, Aelchen (18. Jh.). aalen Vb. reflexiv ‘sich winden wie ein Aal’ (gedeutet als Zeichen des Wohlbefindens, 2. Hälfte 19. Jh.); älter aalen in den nicht mehr üblichen Bedeutungen ‘eine verschlammte Röhre lüften’ (indem man einen Aal an einem Strick durch die Röhre zieht oder einen lebendigen Aal durchschlüpfen läßt) und ‘Aale fangen’ (beide Mitte 17. Jh.). aalglatt Adj. ‘wendig, listig’ (Mitte 19. Jh.). Aalquappe f. (Mitte 16. Jh.) und Aalraupe f. älter aalruppe (Mitte 14. Jh.) schlanker, wendiger Dorsch des Süßwassers; zu Quappe ‘weiches, schleimhäutiges Tier’ (s. d.) bzw. mhd. rūpe, das auf lat. rubēta ‘Kröte, Frosch’ (indem der breitköpfige und breitmäulige Fisch froschähnlich gesehen wird) zurückgeht. Nicht verwandt ist Raupe ‘Schmetterlingslarve’ (s. d.).

Thesaurus

Militär, Technik
Synonymgruppe
Torpedo · Unterwassergeschoss  ●  Aal  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Zoologie
Synonymgruppe
Aal · Süßwasseraal
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Aal‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aal‹.

Verwendungsbeispiele für ›Aal‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Lebend gehälterte Aale würgen die Haken oft von selbst aus. [Zeiske, Wolfgang: Angle richtig!, Berlin: Sportverl. 1974 [1959], S. 70]
In der Folge setzte Aalen seine zahlenmäßige Überlegenheit zunächst jedoch kaum in klare Chancen um. [Die Zeit, 27.11.2012 (online)]
Ich hatte nie zuvor Aal gegessen, bis ich ihn irgendwann in Japan mal ausprobiert habe. [Die Zeit, 01.09.2012, Nr. 10]
Nur der Aal muss sein, man wird ihn wahrscheinlich vorbestellen müssen. [Die Zeit, 13.08.2003, Nr. 33]
Der Rauch steigt auf, und schon werden die Augen der Aale glasig. [Die Zeit, 16.09.1988, Nr. 38]
Zitationshilfe
„Aal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aal>.

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