Aal, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Aal(e)s · Nominativ Plural: Aale
Aussprache
Wortbildung mit ›Aal‹ als Erstglied: ↗Aalfang · ↗Aalfischer · ↗Aalkorb · ↗Aalleiter · ↗Aalmutter · ↗Aalnetz · ↗Aalreuse · ↗Aalräucherei · ↗Aalspeer · ↗Aalstechen · ↗Aalstrich · ↗Aaltreppe · ↗Aalwanderung · ↗aalglatt · ↗aalig · ↗Älchen
 ·  mit ›Aal‹ als Letztglied: ↗Satzaal · ↗Speiseaal
eWDG, 1967

Bedeutung

schlangenförmiger Fisch mit schlüpfriger Haut, der als Delikatesse gilt
Beispiele:
einen Aal fangen, stechen, zubereiten, räuchern, kochen, abziehen
der Aal schlängelt sich
Kochkunst Aal blau, Aal in Gelee
übertragen
Beispiele:
sich winden wie ein Aal (= einer peinlichen, schwierigen Lage zu entschlüpfen suchen)
er ist glatt wie ein Aal (= ist nicht zu fassen)
umgangssprachlich den Aal beim Schwanze fassen (= etw. verkehrt anfangen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Aal · Älchen · aalen · aalglatt · Aalquappe · Aalraupe
Aal m. wendiger langgestreckter Fisch. Der Name begegnet nur in den germ. Sprachen, ahd. (10. Jh.), mhd. asächs. mnd. āl, mnl. ael, nl. aal, aengl. ǣl, engl. eel, anord. āll, schwed. ål setzen germ. *ēla- voraus. Weitere Herkunft ungewiß; sichere außergerm. Beziehungen sind nicht erkennbar. Daher wohl eine germ. Neubildung. Oder als ‘Langgestreckter, Ahleförmiger’ (zu ↗Ahle f., s. d.) aufzufassen? Ein auf Grund der länglichen Gestalt möglicher Anschluß an aind. āliḥ ‘Streifen, Linie’ und an die Wurzel ie. *ēl- ‘Streifen, Strich’ ist zweifelhaft. Das Deminutivum Älchen n. dient zur Bezeichnung parasitär lebender Fadenwürmer (Nematoden), zuerst nl. aaltje (aeltgens Plur., 1675), danach nhd. Aalchen, Aelchen (18. Jh.). aalen Vb. reflexiv ‘sich winden wie ein Aal’ (gedeutet als Zeichen des Wohlbefindens, 2. Hälfte 19. Jh.); älter aalen in den nicht mehr üblichen Bedeutungen ‘eine verschlammte Röhre lüften’ (indem man einen Aal an einem Strick durch die Röhre zieht oder einen lebendigen Aal durchschlüpfen läßt) und ‘Aale fangen’ (beide Mitte 17. Jh.). aalglatt Adj. ‘wendig, listig’ (Mitte 19. Jh.). Aalquappe f. (Mitte 16. Jh.) und Aalraupe f. älter aalruppe (Mitte 14. Jh.) schlanker, wendiger Dorsch des Süßwassers; zu ↗Quappe ‘weiches, schleimhäutiges Tier’ (s. d.) bzw. mhd. rūpe, das auf lat. rubēta ‘Kröte, Frosch’ (indem der breitköpfige und breitmäulige Fisch froschähnlich gesehen wird) zurückgeht. Nicht verwandt ist ↗Raupe ‘Schmetterlingslarve’ (s. d.).

Thesaurus

Militär, Technik
Synonymgruppe
Torpedo · ↗Unterwassergeschoss  ●  Aal  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Zoologie
Synonymgruppe
Aal · Süßwasseraal
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aspik Barbe Barsch Brasse Dorsch Flunder Forelle Gelee Hecht Heilbutt Hering Karpfen Lachs Makrele Plattfisch Plötze Reuse Rotauge Schifferstadt Schlei Schleie Stör Weißfisch Wels Zander gebraten gegrillt geräuchert räuchern winden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aal‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Geschlechtsreife Aale schwimmen flussabwärts zum Meer um dort zu laichen.
Bild, 13.07.2002
Für Aal grün ist in dieser Welt nur noch sehr wenig Platz.
Der Tagesspiegel, 08.06.2001
Lebend gehälterte Aale würgen die Haken oft von selbst aus.
Zeiske, Wolfgang: Angle richtig!, Berlin: Sportverl. 1974 [1959], S. 70
Er hatte sich sogar schon aus Versehen vergiftet und sich dabei nach hinten zusammengerollt wie ein Aal.
Mann, Heinrich: Der Untertan, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1918], S. 18
Dem Aal kann es gleichgültig sein, ob er gebraten oder geschmort werden soll.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 4347
Zitationshilfe
„Aal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aal>, abgerufen am 16.10.2018.

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