Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Abdecker, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Abdeckers · Nominativ Plural: Abdecker
Aussprache 
Worttrennung Ab-de-cker
Wortzerlegung abdecken -er
Wortbildung  mit ›Abdecker‹ als Erstglied: Abdeckerei
eWDG

Bedeutung

Berufsbezeichnung   jmd., der Tierleichen verwertet, Schinder
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

decken · gedackt · Decke · Deckel · Gedeck · Abdecker · Abdeckerei
decken Vb. ‘auf etw. legen, über etw. breiten, schützen, verbergen’, in der Kaufmannssprache ‘finanziell aufkommen, absichern’, ahd. thecken (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. decken, nl. dekken, afries. thekka, aengl. þeccan ‘decken’, engl. to thatch ‘mit Stroh decken’, anord. þekja, schwed. täcka (germ. *þakjan) führen mit den unter Dach (s. d.) genannten germ. und außergerm. Formen auf die Wurzel ie. *(s)teg- ‘decken’. Das alte Part. Prät. (mit Rückumlaut) mhd. gedact ‘gedeckt’ bewahrt der Orgelbau in nhd. gedackt Part.adj. ‘bedeckt, mit einem Deckel versehen’ (von Orgelpfeifen, zur Beeinflussung der Tonhöhe). Decke f. ‘gewebtes oder wollenes Tuch zum Aus-, Überbreiten, oberer Abschluß eines Raumes, Auflage, Belag’, ahd. theckī (8. Jh.), mhd. decke. Deckel m. ‘oberer Verschluß eines Gefäßes’, vom Verb abgeleitete Gerätebezeichnung mit el-Suffix (15. Jh.). Gedeck n. ‘Eß- und Trinkgerät für eine Person’ (18. Jh., für frz. couvert), ‘feste Speisenfolge’ (1. Hälfte 20. Jh.); vgl. ahd. githeckī ‘Dach, Schirm, Schutz’ (9. Jh.), mhd. gedecke ‘(Bett)decke’. Abdecker m. ‘wer Tierleichen verwertet’ (1. Hälfte 16. Jh.), zu frühnhd. abdecken ‘ein verendetes Tier aus der Decke (Fell) schlagen, ihm die Haut abziehen’, für älteres Schinder (s. d.); Abdeckerei f. ‘Arbeitsstätte und Gewerbe des Abdeckers’ (1. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Geschichte
Synonymgruppe
Fallmeister · Feldmeister · Kafiller · Kaviller · Kleeken · Kleemeister · Luderführer · Mausgewitz · Racker · Schinder  ●  Abdecker  Hauptform · Tierkörperbeseitiger  Amtsdeutsch, Hauptform · Wasenmeister  oberdeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Abdecker‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die schlechten Kühe treiben die Bauern zum Abdecker, die guten in die eigenen Ställe. [Die Zeit, 14.01.1991, Nr. 02]
Deshalb schmissen sie ihre tot geborenen Kälber lieber in den Wald als den Abdecker zu informieren. [Süddeutsche Zeitung, 04.01.2001]
Schon damals war es üblich, kranke Tiere zum Abdecker zu bringen, offenbar wollten die Besitzer diese Kosten sparen. [Der Tagesspiegel, 17.03.2005]
Der gewaltige Rest ist Literatur hoch zwei, bespiegelt, zermanscht, zerfetzt, vergewaltigt, ausgebeutet und zum Abdecker getragen. [Der Tagesspiegel, 15.10.1997]
Für die gleichfalls am Strafvollzug beteiligten Abdecker hat sich die Forschung bisher kaum interessiert. [Süddeutsche Zeitung, 18.11.1994]
Zitationshilfe
„Abdecker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abdecker>.

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