Abendmahl, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungAbend-mahl (computergeneriert)
WortzerlegungAbendMahl
Wortbildung mit ›Abendmahl‹ als Erstglied: ↗Abendmahlfeier · ↗Abendmahlgast · ↗Abendmahlgemeinschaft · ↗Abendmahlgerät · ↗Abendmahlgottesdienst · ↗Abendmahlkelch · ↗Abendmahllied · ↗Abendmahlsfeier · ↗Abendmahlsgast · ↗Abendmahlsgemeinschaft · ↗Abendmahlsgerät · ↗Abendmahlsgottesdienst · ↗Abendmahlskelch · ↗Abendmahlslied · ↗Abendmahlstisch · ↗Abendmahlswein · ↗Abendmahltisch · ↗Abendmahlwein
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
süddeutsch Abendessen
Beispiel:
Er hatte sein Abendmahl verzehrt [Stifter1,191]
2.
Altarsakrament
Beispiele:
das heilige Abendmahl
das Abendmahl in beiderlei Gestalt
jmdm. das Abendmahl reichen
zum Abendmahl gehen, das Abendmahl empfangen, nehmen
übertragen
Beispiel:
das Abendmahl auf etw. nehmen (= etw. ganz sicher wissen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Abend · abendlich · abends · Abendland · Abendmahl · Abendrot · Abendröte · Vorabend
Abend m. ‘Tageszeit um den Sonnenuntergang, Tagesende’, ahd. āband (9. Jh.), mhd. ābent, asächs. āƀand, mnd. āvent, mnl. avont, avent, nl. avond, aengl. æfen (und abgeleitetes æfnung), engl. eve ‘Vorabend’, evening, (dichterisch und mundartlich) even ‘Abend’ lassen sich auf eine westgerm. Form *āfanþija, *āfanðija zurückführen, die sich durch Länge des vokalischen Anlauts und Fehlen eines Dentals von den nordgerm. Entsprechungen anord. aptann, schwed. afton, dän. aften (doch auch aengl. æftentīd ‘Abendzeit’) unterscheidet. Für das Got. ist keine vergleichbare Form belegt, der Begriff wird durch got. andanahti (eigentlich ‘Vornacht’) bzw. durch Umschreibung mit got. seiþus ‘spät’ wiedergegeben. Als gemeinsame Vorstufe der westgerm. und nordgerm. Bezeichnungen ist entweder ie. *ēponto- (in diesem Falle vielleicht Einwirkung von anord. aptan ‘danach’ auf die nord. Formen?) oder ie. *āptanto- (mit dissimilatorischem Schwund des ersten Dentals im Westgerm. und möglicherweise erst nachfolgender Dehnung eines ursprünglich kurzen Anlautvokals?) anzunehmen. Dieses ist wohl eine Bildung mit nt-Suffix für Zeitbezeichnungen. Als wahrscheinlich gilt die Verwandtschaft mit griech. epí (ἐπί) ‘auf’, opsé (ὀψέ) ‘spät’, denen ie. *epi, *opi ‘nahe hinzu, darauf, hinter’ zugrunde liegt. Abend im Sinne von ‘Westen, Okzident’ (nach dem Stand der Sonne zu dieser Tageszeit), vereinzelt schon Ende des 14. Jhs. im Md. (unter Einfluß von lat. vesper ‘Abend, Abendgegend, Westen’), wird seit Anfang des 16. Jhs. besonders durch Luther geläufig. abendlich Adj. ‘zum Abend gehörig, am Abend geschehend’, ahd. ābandlīh (9. Jh.), mhd. ābentlich; die wie mnl. avontlike, aengl. ǣfenlīc als Übersetzung für lat. vespertīnus gebildete Ableitung ist in älterer Zeit nur schwach bezeugt und erst seit Ende des 18. Jhs. allgemein verbreitet; vom 17. bis ins 19. Jh. kommt auch die Bedeutung ‘westlich’ vor. abends Adv. ‘am Abend’, mhd. ābendes, ābents, mnd. āvendes, zunächst Genitivform des Substantivs, verselbständigt sich bereits um 1200 in adverbiellem Gebrauch. Abendland n. ‘im Westen gelegenes Land’, im Anschluß an die Bedeutung ‘Westen, Okzident’ von Abend seit dem 16. Jh. üblich, bis ins 18. Jh. vorwiegend im Plur. die Abendländer, -lande; vom Ende des 18. Jhs. an wird der Sing. als zusammenfassender Begriff für die historisch und kulturgeschichtlich enger verbundenen europäischen Länder dem älteren Morgenland gegenübergestellt und in neuerer Zeit vielfach auch als politisches Schlagwort benutzt. Abendmahl n. ‘Altarssakrament der evangelischen Kirche’; spätmhd. ābentmāl, mnd. āventmāl ‘Abendmahlzeit’ (s. ↗Mahl) tritt (vielleicht nach mnl. avontmael ‘Abendzeit, Abendmahlzeit’) neben älteres mhd. ābenteʒʒen, das nicht nur die abendliche Mahlzeit allgemein, sondern vom 13./14. Jh. an auch Christi Abschiedsmahl und das von diesem ausgehende kirchliche Sakrament bezeichnet. Seit Beginn des 16. Jhs., namentlich unter Luthers Einfluß, setzt sich im kirchlichen Sprachgebrauch Abendmahl für die letzte Mahlzeit Christi mit seinen Jüngern durch, bleibt aber als Bezeichnung für das Altarssakrament auf die evangelische Kirche beschränkt. Abendrot n. Abendröte f. ‘rötliche Färbung des Himmels bei Sonnenuntergang’; ahd. ābandrōto m. (Hs. 13. Jh.), mhd. ābentrōt m. und n. (12. Jh.) und daneben mhd. ābentrœte f., mnd. āventrȫde schließen sich entsprechend vorausgehendem ahd. morganrōto ‘Morgenröte’ (s. ↗Morgenrot) als Zusammensetzungen an das Adjektiv ahd. mhd. rōt ‘rot’ und das davon abgeleitete Substantiv ahd. rōtī, mhd. rœte ‘Röte’ (s. ↗rot) an. Vorabend m. ‘Abend vor einem Ereignis, besonders vor einem Fest’. Das verdeutlichende Kompositum kommt um 1700 in Gebrauch (mnd. vȫrāvent schon im 15. Jh.), während vorher seit dem Ahd. das Grundwort allein diese Bedeutung haben kann, die auf der jüdisch-christlichen, aber auch germanischen Vorstellung beruht, daß der neue Tag mit dem Abend beginne. Wie mlat. vigilia, frz. veille bezieht Vorabend und Abend in älterer Zeit oft den ganzen Tag vor einem kirchlichen Fest mit ein (vgl. noch jetzt Heiliger Abend und Sonnabend). Heute ist vor allem die metaphorische Verwendung ‘Zeitabschnitt, in dem sich ein bedeutendes historisches Ereignis vorbereitet’ üblich.

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
Abendmahl · Altarssakrament · ↗Eucharistie · ↗Herrenmahl · ↗Kommunion · Tisch des Herrn · allerheiligstes Sakrament · heilige Kommunion
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Apostel Austeilung Beichte Einsetzung Einsetzungswort Eucharistie Feier Festgottesdienst Fußwaschung Getaufte Gethsemane-Kirche Gottesdienst Hostie Judas Jünger Katholik Kelch Kirchentag Kommunion Konfession Kreuzigung Mona Lisa Protestant Refektorium Sakrament Taufe austeilen evangelisch heilig ökumenisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abendmahl‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer wäre nicht gerne dabei gewesen, bei diesem letzten Abendmahl.
Süddeutsche Zeitung, 06.09.2003
Mit der Trennung beim Abendmahl wird sichtbar, dass der Leib des Herrn gespalten ist.
Die Welt, 31.05.2000
Um sich mit dem Geistigen zu verbinden, bedarf man nicht mehr des Abendmahls mit seinen stofflichen Elementen.
Scheuerl, H.: Anthroposophie. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1957], S. 28533
Da hing ein Bild mit dem Abendmahl, in teuren Ölfarben gemalt.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 133
Und seit ich da in der Kirche gekaut habe und zwar etwas, das den Leib Jesu vorstellen soll, ist mit das Abendmahl nichts mehr.
Strauß, Emil: Freund Hein, Berlin: S. Fischer 1907 [1902], S. 131
Zitationshilfe
„Abendmahl“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abendmahl>, abgerufen am 12.11.2019.

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