Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Aber, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Abers · Nominativ Plural: Aber(s)
Aussprache 
Grundformaber1
Mehrwortausdrücke  Wenn und Aber · ohne Wenn und Aber
eWDG

Bedeutung

Einwand, Bedenken
Beispiele:
wenn das Aber nicht wäre!
viele Wenn und Aber
Der Mann, der das Wenn und das Aber erdacht [ BürgerKaiser u. Abt]
Schwierigkeit
Beispiele:
die Sache hat ihr Aber
es ist ein (großes) Aber dabei
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

aber · Aber · Aberglaube · abergläubisch · abermals · Aberwitz
aber Adv. Konj. drückt als stets betontes Adv. mehrfache Wiederholung aus ‘wieder(um), abermals, noch einmal’, seit dem 16. Jh. allmählich durch wieder (s. d.) verdrängt, heute nur noch in bestimmten Verbindungen wie aber und aber(mals) (‘immer wieder’), tausend und abertausend (‘viele tausend’), Hunderte und aber Hunderte, bezeichnet als Konj. den Gegensatz ‘(je)doch, dagegen’, schränkt eine Behauptung ein ‘allerdings, freilich, immerhin’, verstärkt eine Behauptung, Aufforderung ‘wirklich’, drückt Verwunderung, einen Vorwurf aus aber, aber! (‘nicht doch!, was soll das?’). Ahd. (Adv. und Konj.) avur (auch afa, afar, 8. Jh.), mhd. aber, aver, mnd. āver, ōver, ēver ‘abermals, wiederum, von neuem; aber, dagegen’ sind wie verwandtes got. afar Präp. ‘nach’, Adv. in afaruh þan ‘nachher, später’, anord. norw. (mundartlich) aur- ‘unter, hinter’ (nur in Zusammensetzungen), z. B. anord. aurborð ‘Schiffsplanke vom Kiel’, norw. (mundartlich) aurbenk ‘hinterste Bank in der Stube’, und wohl auch anord. afar- ‘besonders, sehr’ alte Komparativbildungen zu den unter ab und von (s. d.) angeführten Ansätzen ie. *apo, *apu ‘ab, weg’, ebenso aind. aparám ‘später, künftig’, eine adverbial gebrauchte Flexionsform von aind. áparaḥ ‘hinterer, späterer’, awest. apara- Adj. (örtlich) ‘hinterer’, (der Reihenfolge nach) ‘folgender, zweiter’, (zeitlich) ‘späterer, künftiger’ und die (der Deklination der n-Stämme folgenden) germ. Formen asächs. aƀaro, aengl. eafora ‘Nachkomme’. aber bedeutet danach ursprünglich ‘weiter entfernt, später’, woraus sich im Dt. die Bedeutung ‘wieder, noch einmal’ entwickelt. Aus dieser Verwendung im Sinne einer Wiederholung konnte die einen Gegensatz bezeichnende Funktion entstehen. Beides ist bereits im Ahd. ausgebildet, der Gebrauch als Konjunktion endgültig allerdings erst im Spätahd. Aber n. ‘Einwand, Bedenken, Schwierigkeit’ (16. Jh.), Substantivierung der adversativen Konjunktion aber. Aberglaube m. (selten) Aberglauben ‘in falschen Vorstellungen wurzelnder Glaube, Irrglaube, trügerische Vorstellung, Einbildung, Vorurteil’, spätmhd. abergloube, doch geläufig erst seit Ende des 15. Jhs. In Zusammensetzungen dieses Typs (s. auch unten Aberwitz) bezeichnet aber-, ausgehend von der wiederholenden Funktion, das Gegenteil oder unechte Gegenstück des im Grundwort genannten Begriffs. abergläubisch Adj. ‘im Aberglauben befangen, dem Aberglauben entspringend’ (Anfang 16. Jh.), älter (heute ungebräuchlich) abergläubig (Ende 15. Jh.); vgl. mnd. āver(ge)lȫvich, (häufiger) āver(ge)lȫvisch. abermals Adv. ‘noch einmal, von neuem, wiederum’; zusammengezogen aus gleichbed. aber ein(e)s mal(e)s (2. Hälfte 15. Jh.). Aberwitz m. ‘völliger Unsinn, Unsinnigkeit, Irrsinn’, zunächst (14. bis 17. Jh.) Fem., dann (17. Jh.) Mask., gebildet mit aber- (s. oben Aberglaube) zu Witz im Sinne von ‘Vernunft, Verstand, Klugheit’ (s. d.); voraus geht mhd. abewitze f. ‘Unverstand, Wahnsinn’, vgl. mnd. āwit(te).

Typische Verbindungen zu ›Aber‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Aber‹.

Verwendungsbeispiele für ›Aber‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Solch einem Mann vertraut man sich ohne Wenn und Aber an. [Der Tagesspiegel, 29.07.2001]
Aber bei solch einem Einzelereignis gibt es mehr abwartendes Verhalten. [Süddeutsche Zeitung, 30.07.1994]
Aber manch ein Hersteller stellt schon keine neuen Modelle mehr vor. [Der Tagesspiegel, 29.08.2003]
Aber mit solch depressiven Gedanken kann man nicht ins neue Jahr gehen. [Der Tagesspiegel, 31.12.2002]
Das gilt nicht mehr und es gibt zahlreiche Wenns und Abers beim Immobilienerwerb. [Süddeutsche Zeitung, 09.07.2004]
Zitationshilfe
„Aber“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Aber>.

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