Abgabe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Abgabe · Nominativ Plural: Abgaben
Aussprache
WorttrennungAb-ga-be
Ableitung vonabgeben
Wortbildung mit ›Abgabe‹ als Erstglied: ↗Abgabebescheid · ↗Abgabedruck · ↗Abgabenlast · ↗Abgabenpflicht · ↗Abgabensenkung · ↗Abgabensoll · ↗Abgabenverwaltung · ↗Abgabepflicht · ↗Abgabepreis · ↗Abgabesenkung · ↗Abgabesoll · ↗Abgabestelle · ↗Abgabetermin · ↗abgabefrei · ↗abgabenfrei · ↗abgabenpflichtig · ↗abgabepflichtig
 ·  mit ›Abgabe‹ als Letztglied: ↗Angebotsabgabe · ↗Ausbildungsabgabe · ↗Ausbildungsplatzabgabe · ↗Ballabgabe · ↗Buchabgabe · ↗Bücherabgabe · ↗Einfuhrabgabe · ↗Energieabgabe · ↗Exportabgabe · ↗Fehlbelegungsabgabe · ↗Förderabgabe · ↗Gemeindeabgabe · ↗Gepäckabgabe · ↗Hafenabgabe · ↗Heroinabgabe · ↗Importabgabe · ↗Infrastrukturabgabe · ↗Kirchenabgabe · ↗Kommunalabgabe · ↗Konzessionsabgabe · ↗Lenkungsabgabe · ↗Markenabgabe · ↗Mietzinsabgabe · ↗Naturalabgabe · ↗Pachtabgabe · ↗Paketabgabe · ↗Sachabgabe · ↗Sonderabgabe · ↗Sozialabgabe · ↗Steuerabgabe · ↗Stimmabgabe · ↗Verbrauchsabgabe · ↗Vermögensabgabe · ↗Wärmeabgabe · ↗Zollabgabe · ↗Zwangsabgabe
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
meist im Singular
Ablieferung
Beispiele:
die pünktliche, rechtzeitige Abgabe der Arbeit
die (richtige) Abgabe der (bestellten) Ware, des Briefes, Telegrammes, Stimmzettels
die Abgabe des Gepäcks (zur Aufbewahrung) am Schalter
die Abgabe der (geliehenen) Bücher (= die Rückgabe der (geliehenen) Bücher)
übertragen
Beispiele:
die Abgabe von Wärme (= das Ausströmen von Wärme)
die Abgabe von Feuchtigkeit, Energie
2.
Ballspiel
Beispiel:
die Abgabe des Balles (= das Zuspielen des Balles)
3.
Verkauf
Beispiele:
die Abgabe von Eiern im Einzelhandel
Börsenwesen größere Abgaben von Wertpapieren drückten auf den Kurs (= größere Verkäufe von Wertpapieren drückten auf den Kurs)
4.
meist im Singular
Beispiel:
die Abgabe eines Schusses (= das Abfeuern eines Schusses)
5.
meist im Singular
Mitteilung
Beispiele:
die Abgabe einer Erklärung, eines Gutachtens
die Abgabe der Stimmen (= Abstimmung)
6.
meist im Plural
Steuer
Beispiele:
allgemeine, laufende, regelmäßige, jährliche, öffentliche, städtische, (in)direkte Abgaben
drückende, rückständige, erhöhte, hohe, niedrige, geringe Abgaben
eine einmalige Abgabe
die Abgaben eintreiben, erheben, einziehen, fordern, auferlegen
die Abgaben zahlen, entrichten, leisten, abführen
Abgaben an die Gemeinde
die Höhe der Abgaben
die Befreiung von (Lasten und) Abgaben
die Abgaben auf Tabak
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

geben · abgeben · Abgabe · angeben · Angabe · Angeber · angeblich · aufgeben · Aufgabe · ausgeben · Ausgabe · ausgiebig · begeben · Begebenheit · beigeben · Beigabe · eingeben · Eingabe · Eingebung · ergeben · Ergebung · ergeben · Ergebenheit · Ergebnis · ergiebig · freigebig · Freigebigkeit · hingeben · Hingabe · Hingebung · hingebungsvoll · nachgeben · nachgiebig · übergeben · Übergabe · umgeben · Umgebung · Untergebener · vergeben · Vergebung · vergebens · vergeblich · zugeben · Zugabe
geben Vb. ‘(hin-, dar)reichen, schenken, überlassen’. Das gemeingerm. Verb ahd. geban (8. Jh.), mhd. geben, asächs. geƀan, mnd. gēven, mnl. ghēven, nl. geven, aengl. giefan (engl. to give ist aus dem Nord. entlehnt), anord. gefa, schwed. giva, got. giban (germ. *geban). Herkunft ungesichert. Das Verb wird allgemein mit lat. habēre ‘halten, haben, besitzen’, habilis ‘handlich, geeignet’, air. gaibid ‘nimmt, ergreift, erhält’, lit. gabénti ‘fördern, transportieren, herbei-, fortschaffen’, aruss. gabati ‘bedrängen, verfolgen (?)’, tschech. (älter) habati ‘raffen’, poln. gebać ‘anfechten, reizen, beunruhigen’ zu der in mehreren Varianten vorliegenden Wurzel ie. *ghabh-, *ghab-, *ghap- ‘fassen, nehmen’ (die letzte Variante wohl unter Einfluß der Wurzel ie. *kap- ‘fassen’, s. ↗heben) gestellt. Der auffallende Bedeutungsunterschied zwischen den germ. Vertretern und dem ie. Wurzelansatz (‘geben’ – ‘nehmen’) wird damit erklärt, daß hier eine germ. Eigenbildung als Ersatz für ie. *dō- ‘geben’ vorliegt, die sowohl lautlich (im Vokalismus der Stammsilbe) wie inhaltlich unter dem Einfluß von germ. *neman (s. ↗nehmen) als Gegenwort steht (was man hat, auswählend ergreift, „nimmt“, kann man darreichen, schenken, „geben“). Die reiche Bedeutungsentfaltung des Verbs führt zu zahlreichen Präfixbildungen mit weiteren Ableitungen. abgeben Vb. ‘(einen Teil) hergeben, abtreten, überlassen, darstellen, sein’ reflexiv ‘sich beschäftigen, befassen’, frühnhd. ab(e)geben, vgl. ahd. abageban ‘verlassen, im Stich lassen’ (9. Jh.); Abgabe f. ‘zu entrichtende Leistung, Überlassung’ (2. Hälfte 17. Jh.). angeben Vb. ‘(aus)sagen, anzeigen, verraten, bestimmen, prahlen, aufschneiden’, mhd. an(e)geben, auch ‘(ein Kleid) anlegen’; Angabe f. ‘Aussage, Prahlerei, Aufschneiderei’ (Anfang 16. Jh.); Angeber m. ‘Denunziant, Aufschneider’, frühnhd. angeber ‘Anfänger, Anstifter’; angeblich Adj. ‘vermeintlich’ (1. Hälfte 18. Jh.). aufgeben Vb. ‘zur Weiterleitung übergeben, erledigen lassen, verzichten, zurücktreten’, mhd. ūfgeben; Aufgabe f. ‘Übergabe zur Weiterleitung, Auftrag, Verzicht’, mhd. ūfgābe. ausgeben Vb. ‘austeilen, aushändigen, verkünden, Geld verbrauchen, spendieren’, reflexiv ‘seine Kräfte verbrauchen, verausgaben’, ahd. ūʒgeban ‘(her)ausgeben, ausschütten’ (9. Jh.), mhd. ūʒgeben; Ausgabe f. ‘Austeilung, Aushändigung, Verkündigung, Verbrauch an Geld, Edition, Nummer einer Zeitung, Zeitschrift’, spätmhd. ūʒgābe; ausgiebig Adj. ‘reichlich’ (Mitte 18. Jh.). begeben Vb. reflexiv ‘sich aufmachen, gehen, sich ereignen, geschehen’, sich einer Sache begeben ‘auf etw. verzichten’, ahd. bigeban ‘verlassen, aufgeben’ (10. Jh.), mhd. begeben; Begebenheit f. ‘Ereignis, Geschehen’ (1. Hälfte 17. Jh.). beigeben Vb. ‘mitgeben, hinzufügen, zur Verfügung stellen, nachgeben, sich fügen’ (1. Hälfte 16. Jh.); Beigabe f. (1. Hälfte 19. Jh.). eingeben Vb. ‘einflößen, einreichen’, mhd. īngeben ‘übergeben, überweisen’; Eingabe f. ‘das Einflößen, schriftlicher Vorschlag, Gesuch’, spätmhd. ingābe; Eingebung f. ‘plötzlich auftauchender Gedanke, Intuition’ (1. Hälfte 15. Jh.). ergeben Vb. ‘als Ergebnis hervorbringen’, reflexiv ‘zustande kommen, sich hingeben, widmen, die Waffen strecken, sich dem Feind ausliefern’, ahd. irgeban ‘(von sich) geben, heraus-, übergeben, sich jmdm. ausliefern, Rechenschaft ablegen’ (8. Jh.), mhd. ergeben ‘zeigen, herausgeben, übergeben, anheimgeben, einträglich sein’, reflexiv ‘sich in jmds. Gewalt geben, sich fügen’; Ergebung f. ‘das Sichergeben, Unterwerfung, Ergebenheit’ (14. Jh.); ergeben Part.adj. ‘gefügig, hingebungsvoll, wohlgeneigt’, in frühnhd. Zeit aus dem Part. Prät. mhd. ergeben ‘sich durch Gelübde dem Mönchsleben ergeben habend’; Ergebenheit f. ‘demütige Hingabe, Fügsamkeit’, mhd. ergebenheit ‘Klostergelübde’; Ergebnis n. ‘Resultat’ (um 1800); ergiebig Adj. ‘ertragreich, fruchtbar’ (16. Jh.). freigebig Adj. ‘gern gebend, großzügig’, Freigebigkeit f. (1. Hälfte 16. Jh.). hingeben Vb. ‘weg-, fortgeben, verschenken’ (15. Jh.), reflexiv ‘sich aufopfern, sich widmen’ (18. Jh.); vgl. schon ahd. hinageban ‘hingeben, übergeben, preisgeben’ (um 1000); Hingabe f. ‘Opferbereitschaft, Leidenschaft’ und gleichbed. Hingebung f. (1. Hälfte 19. Jh.), älter im Sinne von ‘das Weg-, Fortgeben’ (Hingebung seit dem 17. Jh., Hingabe seit dem 18. Jh.); hingebungsvoll Adj. ‘voll Eifer, Aufopferung’ (1. Hälfte 19. Jh.). nachgeben Vb. ‘nicht standhalten, Widerstand aufgeben, sich fügen, erschlaffen, locker werden’, spätmhd. nāchgeben ‘zulassen, einräumen’; nachgiebig Adj. ‘nicht standhaltend, keinen Widerstand entgegensetzend, schlaff, leicht umzustimmen, fügsam’ (18. Jh.). übergeben Vb. ‘aushändigen, überantworten, ausliefern, für etw. freigeben’, reflexiv ‘sich erbrechen’, mhd. übergeben ‘übertreffen, beeinträchtigen, verletzen, verzichten’, reflexiv ‘sich aufgeben, schuldig bekennen’; Übergabe f. ‘Aushändigung, Auslieferung’ (Ende 15. Jh.). umgeben Vb. ‘ein-, umschließen’, ahd. umbigeban ‘umgeben, umstellen’ (8. Jh.), mhd. umbegeben; Umgebung f. ‘einen Ort umgebende Landschaft, jmdn. umgebender Kreis von Menschen’ (um 1800; vorher dafür Environs, nach gleichbed. frz. environs Plur.), älter im Sinne von ‘das Herumgeben, Umhängen’ (Ende 15. Jh.). Untergebener m. ‘wer einem Vorgesetzten dienstlich unterstellt ist’ (um 1600), substantivierte Form zum Part.adj. untergeben ‘einem Vorgesetzten dienstlich unterstellt’, eigentlich Part. Prät. zu heute nicht mehr üblichem untergeben ‘unter Aufsicht stellen’, ahd. untargeban ‘unterwerfen, unterstellen’ (um 800), spätmhd. undergeben. vergeben Vb. ‘weggeben, austeilen, verschenken, verzeihen’, meist reflexiv ‘seinem Ansehen schaden’, nur reflexiv ‘sich beim Austeilen (der Spielkarten) irren, falsch geben’, ahd. firgeban ‘vergeben, schenken, einräumen’ (8. Jh.), mhd. vergeben; Vergebung f. ‘das Vergeben, Vergabe, Verzeihung’, spätmhd. vergebunge ‘Verzeihung’; vergebens Adv. ‘vergeblich, erfolglos, umsonst, nutzlos’, spätmhd. vergeben(e)s, mit sekundärem s für gleichbed. mhd. vergebene ‘geschenkweise, unentgeltlich, umsonst, unnütz, vergeblich’, Adverb zum Part. Prät. mhd. vergeben; vgl. ahd. firgebano Adv. ‘umsonst, ohne Gegenleistung’ (um 1000). vergeblich Adj. ‘erfolglos, nutzlos, umsonst’, zuerst md. vergebelich (15. Jh.), vgl. mhd. frühnhd. vergebenlich (wohl gekürzt aus vergebendlich). zugeben Vb. ‘hinzufügen, dazugeben, für richtig erklären, einräumen, gestehen’ (15. Jh.), vgl. schon ahd. zuogeban ‘hinzufügen, zuteilen, verteilen’ (9. Jh.), dagegen mhd. zuogeben ‘tapfer auf jmdn. eindringen, jmdm. zusetzen’; Zugabe f. ‘was zusätzlich über die pflichtgemäße Leistung oder Menge hinaus gegeben wird’, spätmhd. zuogābe ‘Zugabe, Mitgift’.

Thesaurus

Politik, Ökonomie
Synonymgruppe
Abgabe · ↗Steuer  ●  Zehend  veraltet · ↗Zehent  veraltet · ↗Zehnt  veraltet · Zehnter  veraltet · ↗Zent  veraltet
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
Abgabe · ↗Gebühr · ↗Preis · ↗Taxe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Abgabe · ↗Steuer  ●  Zehend  veraltet · ↗Zehent  veraltet · ↗Zehnt  veraltet · Zehnter  veraltet · ↗Zent  veraltet
  • Obolus · ↗Peanuts · unbedeutende Summe
Ökonomie
Synonymgruppe
Abgabe · ↗Aufschlag · ↗Aufwand · ↗Ertrag · ↗Verzinsung · ↗Zins
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Belastung Drogen Erhebung Erhöhung Frist Gebühren Heroin Rechenschaftsberichts Senkung Sozialversicherung Steuererklärung Steuern Waffen Zölle befreit belastet einmalige entrichten erhoben erhobenen freiwillige fällig kommunalen kontrollierte kostenlose pauschale senken sonstigen steigende zahlen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abgabe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch die Abgabe der Mehrheit sei kein Tabu, sagte Erlen.
Süddeutsche Zeitung, 16.06.2004
Braun warnte die Regierung davor, weiter mit einer staatlichen Abgabe zu drohen.
Der Tagesspiegel, 11.09.2003
Insgesamt brachte die Abgabe im vergangenen Jahr 18 Millionen Mark ein.
o. A. [hc.]: Feuerschutzabgabe. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1979]
An die Stelle der verborgenen Abgabe trat die offene Fürsorge.
Mahling, F. u. Erler, A.: Findelhäuser. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 5008
Wir hatten doch keine Abgaben zu zahlen, schufen doch nichts für ihn?
Kubin, Alfred: Die andere Seite, München: Spangenberg 1990 [1909], S. 165
Zitationshilfe
„Abgabe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abgabe>, abgerufen am 26.05.2018.

Weitere Informationen …