Abgeschiedenheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Abgeschiedenheit · Nominativ Plural: Abgeschiedenheiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungAb-ge-schie-den-heit
Grundformabgeschieden
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben Einsamkeit
Beispiele:
in der Abgeschiedenheit der Berge, Wälder
in völliger Abgeschiedenheit
Die Tage im Jungfernkloster verbrachte Barbara in Abgeschiedenheit [Bergengr.Feuerprobe13]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Abschied · abgeschieden · Abgeschiedenheit · verabschieden
Abschied m. ‘Aufbruch, Trennung, Entlassung aus einem Dienstverhältnis’, übertragen ‘Tod’, (bis zum 18. Jh.) ‘Beschluß, Vereinbarung, Entscheidung’ (vgl. Reichsabschied, ein Gesetz verabschieden). Das gegen Ende des 14. Jhs. aufkommende Substantiv ist (wahrscheinlich in Analogie zu Ableitungen von anderen starken Verben, vgl. Abstieg zu absteigen) die Konkurrenzform von dem aus dem reduplizierenden Verb abscheiden ‘(sich) trennen’ gebildeten, nur wenig jüngeren Abscheid m., das im 18. Jh. durch Abschied verdrängt wird. Von dem heute vorwiegend fachsprachlich verwendeten Verb abscheiden ‘(sich) absondern, abtrennen’, veraltet ‘weggehen, Abschied nehmen’, übertragen ‘verscheiden, sterben’ (mhd. abescheiden ‘lostrennen, entfernen, entlassen, verabschieden’, vgl. asächs. ofskīðan, mnd. afschēden, got. afskaidan ‘trennen’) ist vor allem das zugehörige abgeschieden Part.adj. ‘entlegen, einsam, zurückgezogen, verstorben, tot’ gebräuchlich, das die im Sprachgebrauch der Mystik (um 1300) entstandene ältere Form abgescheiden ‘losgelöst von irdischen Dingen, weltabgewandt’ im 17. Jh. ablöst. Zur Etymologie s. ↗scheiden. Dazu Abgeschiedenheit f. ‘Entlegenheit, Einsamkeit’ (18. Jh.), in religiösem Sprachgebrauch ‘Weltabgewandtheit’ (17. Jh.), nach älterem, in der Mystik geprägtem Abgescheidenheit (um 1300). verabschieden Vb. ‘(aus dem Dienst) entlassen, in den Ruhestand versetzen, ein Gesetz annehmen und für rechtsgültig erklären’, (reflexiv) ‘auf Wiedersehen sagen, sich empfehlen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abgelegenheit · Abgeschiedenheit · ↗Einsamkeit · ↗Einöde · ↗Isolation

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atelier Bergwelt Domizil Einsamkeit Klausur Kloster Kurort Landsitz Oase Ruhe Stille Tal Urwald Wahlkabine behütet dörflich erholsam erzwungen geographisch häuslich idyllisch klösterlich luxuriös ländlich mönchisch provinziell selbstgewählt still total vornehm

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abgeschiedenheit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach dem Innehalten in der Abgeschiedenheit geht es nun an die Umsetzung.
Der Tagesspiegel, 11.09.1997
Doch hier, in der Abgeschiedenheit des kastilischen Dorfes, betrachten wir es mit wacheren Augen.
Die Zeit, 05.04.1991, Nr. 15
In dieser häuslichen Abgeschiedenheit hatte das befangene Wesen der Frauen seine Ursache.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 64
Jetzt, in dieser Abgeschiedenheit seines herrschaftlichen Besitzes, mußte er fast darüber lächeln.
Reger, Erik [d.i. Dannenberger, Hermann]: Union der festen Hand, Kronberg/Ts.: Scriptor 1976 [1931], S. 378
Bisher hatte sich wegen der Abgeschiedenheit des Ortes kein Käufer gefunden.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 86
Zitationshilfe
„Abgeschiedenheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abgeschiedenheit>, abgerufen am 13.11.2019.

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