Abklatsch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Abklatsch(e)s · Nominativ Plural: Abklatsche
Aussprache
WorttrennungAb-klatsch
Grundformabklatschen
eWDG, 1967

Bedeutung

(schlechte) Nachbildung eines Originals
a)
(künstlerisch) unvollkommene Nachbildung, Nachahmung
Beispiel:
ein bloßer, schwacher, billiger, plumper Abklatsch der Wirklichkeit, der Natur
b)
Druckerei Probeabzug, Bürstenabzug
Beispiel:
einen Abklatsch machen, herstellen
c)
Philatelie Abdruck des Markenbildes auf der Rückseite der Briefmarke
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

klatschen · Klatsch · Klatsche · Fliegenklatsche · Klatschmohn · Abklatsch
klatschen Vb. schallnachahmend für Geräusche, besonders beim Zusammenschlagen der flachen Hände oder beim Aufprall eines (flachen, feuchten) Körpers, ‘einen schallenden Laut von sich geben, durch Zusammenschlagen der Hände Beifall bekunden’. Dem seit dem 17. Jh. bezeugten Verb geht frühnhd. klatzen, später klatzschen, glatschen ‘schallen, schallend schlagen’ vorauf; ihm vergleichen sich nd. klats(k)en und nl. kletsen. Ebenfalls schallnachahmend steht klatschen im Sinne von ‘schwatzen, über Abwesende reden’ (17. Jh.), in der Schülersprache ‘ausplaudern, hinterbringen, petzen’. Klatsch m. ‘schallendes Geräusch, Schlag’, auch ‘Geschwätz, Gerede über Abwesende, üble Nachrede’ (18. Jh.); dazu Kaffeeklatsch m. (2. Hälfte 19. Jh.), klatschhaft Adj. (17. Jh.), Klatschmaul n. (18. Jh.). Klatsche f. ‘flaches Gerät zum Schlagen, klatschhafte Person, Schwätzerin’ (17. Jh.), Fliegenklatsche f. (17. Jh.). Klatschmohn m. scharlachrot blühendes Unkraut in Getreidefeldern (19. Jh.), nach dem Geräusch, das entsteht, wenn die in einem gefalteten Blütenblatt befindliche Luft dieses beim Zerdrücken sprengt, älter Glaczen (15. Jh.), Klatsche (17. Jh.), Klatschrose (17. Jh.), Klapperrose (16. Jh.). Abklatsch m. ‘(unvollkommene) Nachbildung, Nachahmung’, in der Druckersprache ‘Rohabzug, Probeabdruck’ (18. Jh.), weil dieser ohne Presse nur durch Klatschen und Klopfen mit der Bürste hergestellt wird, auch Bürstenabzug.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abklatsch · ↗Attrappe · ↗Falsifikat · ↗Fälschung · ↗Imitat · ↗Imitation · ↗Klischee · ↗Kopie · ↗Nachahmung · ↗Nachbildung · ↗Plagiat · ↗Schablone · ↗Simulation · Simulierung · Vorspiegelung falscher Tatsachen · Vortäuschung falscher Tatsachen · potemkinsches Dorf  ●  ↗Fake  ugs., engl. · ↗Mimikry  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abklatsch Original Realität Stil Vorbild Vorgänger Wirklichkeit billig blass bloß fad matt müd müde schal schwach wirken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abklatsch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Heute ist sie nur noch ein müder Abklatsch früherer Tage.
Der Tagesspiegel, 19.10.1999
Irdische Schönheit war für den Philosophen ein bloßer Abklatsch eines visuellen Ideals.
Die Zeit, 12.12.1997, Nr. 51
Das Bild wird unmittelbar auf die nichtsaugende Platte gemalt und erscheint nach dem Abdrucken oder Abklatschen seitenverkehrt auf dem Papier.
o. A.: Lexikon der Kunst - M. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1992], S. 11951
Ihre Perfektion ist ein Abklatsch des American way of life.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 242
Der zweite schwere Punkt des Tages ist das Abklatschen morgens.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1929. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1929], S. 82
Zitationshilfe
„Abklatsch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abklatsch>, abgerufen am 15.09.2019.

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