Ablass, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ablasses · Nominativ Plural: Ablässe
Worttrennung Ab-lass
Grundform ablassen
Ungültige Schreibung Ablaß
Rechtschreibregeln § 2
Wortbildung  mit ›Ablass‹ als Erstglied: ↗Ablassbrief · ↗Ablasserteilung · ↗Ablassgeld · ↗Ablassgewinnung · ↗Ablasshandel · ↗Ablassjahr · ↗Ablasskrämer · ↗Ablasslehre · ↗Ablasstag · ↗Ablasszettel
 ·  mit ›Ablass‹ als Letztglied: ↗Generalablass · ↗Grundablass · ↗Jubelablass
eWDG

Bedeutung

Religion, historisch Erlass der zeitlichen Sündenstrafe
Beispiele:
jmdm. Ablass gewähren, geben
7 Jahre, 100 Tage Ablass
Ablass erhalten
gehoben Ablass gewinnen
Tut Buße und kauft Ablaß! [ Feuchtw.Goya507]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ablaß m. ‘Nachlaß zeitlicher Sündenstrafen’, ahd. ablāʒ, ablāʒi (9. Jh.), mhd. abelāʒ, aplāʒ, mnd. aflāt(e), mnl. aflaet, aflate, nl. aflaat, got. aflēt oder aflēts sind Ableitungen von den unter ↗ablassen (s. ↗lassen) angeführten Verben sowie mnd. af-, āvelāten, nl. aflaten, got. aflētan (‘ent-, ver-, erlassen’). Ablaß steht ahd. ausschließlich, mhd. vorwiegend für ‘Nachlaß der Sündenschuld, Vergebung der Sünden’. Die jüngere Bedeutung ‘Nachlaß zeitlicher Sündenstrafen gegen Vollbringung bestimmter guter Werke’ entwickelt sich seit der 2. Hälfte des 13. Jhs. im Zusammenhang mit der Verkündung großer päpstlicher Ablässe anläßlich der Kreuzzüge. Nhd. Ablaß ist bekannt als Bezeichnung für die kirchliche Institution des Ablaßwesens, die insbesondere seit Luther und der Reformation heftig umstritten ist; dazu die Zusammensetzungen Ablaßbrief ‘Urkunde über Sündenstraferlaß’ (15. Jh.), Ablaßkram ‘Ablaßhandel’ (um 1520, oft seit 1530 bei Luther), Ablaßkrämer ‘Händler mit Ablaßbriefen’ (Hutten 1520), Ablaßprediger (Luther 1518). Von weiteren Bedeutungen wie ‘Erlaß von Forderungen’ (Mitte 13. Jh.), ‘das Unterlassen, Aufhören’ (14. Jh.), ‘(erster) Abstich des Weines’ (Mitte 15. Jh.) sind in der Sprache der Gegenwart nur ‘Abflußvorrichtung’ und ‘das Abfließenlassen, Entleeren von Gewässern’ (beide 15. Jh.) erhalten.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ablass · ↗Absolution · ↗Freisprechung · ↗Gnade · ↗Lossprechung · ↗Straferlass · ↗Sündenerlass
Assoziationen
  • (oh) Entschuldigung! · ist nicht böse gemeint · nichts für ungut! · war nicht böse gemeint  ●  war nicht so gemeint  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Ablass‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ablass‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ablass‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diskrete Zahlungen an die Opfer wirken wie ein Ablass, mit dem deren Schweigen erkauft wurde.
Der Tagesspiegel, 28.04.2002
Es geht um den Ablaß, nur heißt er heute anders.
Die Zeit, 16.08.1996, Nr. 34
Hierzu bot vor allem der Ablaß für die Toten Gelegenheit.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 21644
So bringt etwa der Stoßseufzer »Mein Gott und alles« 50 Tage Ablaß.
Sucker, W.: Katholizismus. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 25098
Ablaß war in der katholischen Kirche ursprünglich die Bezeichnung für den Erlaß einer öffentlich verhängten und zeitlich befristeten Kirchenbuße.
o. A. [rast]: Ablaß. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1985]
Zitationshilfe
„Ablass“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ablass>, abgerufen am 23.02.2021.

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