Ablieferung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ablieferung · Nominativ Plural: Ablieferungen
Aussprache 
Worttrennung Ab-lie-fe-rung
Wortzerlegung abliefern -ung
Wortbildung  mit ›Ablieferung‹ als Erstglied: Ablieferungsbescheid · Ablieferungsbescheinigung · Ablieferungsfrist · Ablieferungspflicht · Ablieferungsrückstand · Ablieferungssoll · Ablieferungstermin · ablieferungsfrei
 ·  mit ›Ablieferung‹ als Letztglied: Getreideablieferung · Milchablieferung · Obstablieferung · Pflichtablieferung
eWDG

Bedeutung

Abgabe, Aushändigung
Beispiele:
die (pünktliche, vorfristige, restlose) Ablieferung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, von Waren, Arbeiten
zur rechtzeitigen Ablieferung der letzten Heeresaufträge [ A. ZweigJunge Frau248]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

liefern · abliefern · Ablieferung · ausliefern · Auslieferung · überliefern · Überlieferung · Lieferant · Lieferung
liefern Vb. ‘bestellte Ware an einen vereinbarten Ort bringen, zustellen, produzieren, erzeugen’. Aus der hanseatischen Kaufmannssprache wird li(e)vern (um 1400), li(e)bern, li(e)fern (15. Jh.) ins Hd. aufgenommen. Vorauf geht mnd. (Mitte 14. Jh.), mnl. lēveren ‘liefern’, das aus gleichbed. afrz. livrer (dazu s. Livree) entlehnt ist. Zugrunde liegt lat. līberāre ‘frei-, losmachen, befreien’ (zu lat. līber ‘frei’), mlat. auch ‘(fort)schicken’ sowie ‘geben, aushändigen, ausliefern, leisten, spenden’. abliefern Vb. ‘abgeben, pflichtgemäß überreichen, aushändigen’; Ablieferung f. (beide 17. Jh.). ausliefern Vb. ‘Waren zum Verkauf ausgeben, verteilen, jmdn. der zuständigen Gerichtsbarkeit übergeben’; Auslieferung f. (beide 17. Jh.). überliefern Vb. ‘an spätere Generationen mündlich oder schriftlich weitergeben’ (18. Jh.), älter (heute selten) ‘in jmds. Gewalt übergeben, ausliefern, preisgeben’ (15. Jh.); Überlieferung f. ‘das aus der Vergangenheit Überlieferte, von früher her Erhaltene, überkommener Brauch, Tradition’ (18. Jh.), älter (heute selten) ‘Übergabe, Auslieferung’ (16. Jh.). Lieferant m. ‘wer anderen Waren liefert’ (17. Jh.); die mit der Endung bestimmter aus dem Lat., Frz. oder anderen roman. Sprachen stammender Wörter (vgl. die älteren kaufmännischen Ausdrücke Negoziant ‘Kaufmann’, Partizipant ‘Teilhaber’, Trafikant ‘Handelsmann’) versehene Bildung zu liefern setzt sich gegen gleichaltriges Lieferer (Stieler 1691) durch. Lieferung f. ‘das Liefern einer bestellten Ware, die gelieferte Ware’ (Anfang 16. Jh.), dann auch ‘Teil eines nach und nach erscheinenden Buches, Heft, Faszikel’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ablieferung · Aushändigung · Übergabe · Überreichung
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Ablieferung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ablieferung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ablieferung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Zahlung braucht erst bei Ablieferung des Gutes zu erfolgen. [Eltzbacher, Paul: Deutsches Handelsrecht, Berlin: Simon 1925 [1924], S. 372]
Wie verlautet sind die Ergebnisse durchwegs unbedeutende Noten mit internationalem Wert gelangten nur in nicht nennenswertem Umfang zur Ablieferung. [Süddeutsche Zeitung, 1995 [1945]]
Die Ablieferungen waren bei beiden Unternehmen im vergangenen Jahr rückläufig. [Die Zeit, 11.01.1965, Nr. 02]
Die Ablieferungen jedoch blieben bisher um ein Viertel hinter den vorjährigen zurück. [Die Zeit, 02.12.1948, Nr. 49]
Neben der Erzeugung steht heute die Frage der ausreichenden Ablieferung. [Die Zeit, 14.01.1946, Nr. 02]
Zitationshilfe
„Ablieferung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ablieferung>.

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