Abneigung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Abneigung · Nominativ Plural: Abneigungen
Aussprache 
Worttrennung Ab-nei-gung
eWDG

Bedeutung

leichter Widerwille, Aversion
in gegensätzlicher Bedeutung zu Zuneigung
Beispiele:
eine heftige, lebhafte, unerklärliche, instinktive, unüberwindliche, tiefe, persönliche, krankhafte Abneigung gegen jmdn., etw. haben, empfinden
jmd., etw. erregte seine Abneigung
seine Abneigung nicht verbergen können, überwinden
jmds. Abneigung erwidern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

neigen · geneigt · abgeneigt · Neigung · Abneigung · Neige · verneigen · Verneigung · zuneigen · Zuneigung
neigen Vb. ‘beugen, schräg stellen, senken’, reflexiv ‘zu Ende gehen’. Das schwache Verb ahd. (h)neigen ‘neigen, senken, biegen, abwenden, beugen, unterwerfen’ (8. Jh.), mhd. neigen, asächs. gihnēgian, mnl. neighen, nl. neigen, aengl. hnǣgan, anord. hneigja, got. hnaiwjan ‘erniedrigen’ (germ. *hnaigwjan) kann entweder als Kausativum zum starken Verb (im Dt. bis 15. Jh. belegt) ahd. (h)nīgan ‘sich neigen (vor), sich niederbücken’ (8. Jh.), mhd. nīgen, asächs. aengl. hnīgan, mnd. nīgen, mnl. nīghen, nl. nijgen, anord. hnīga ‘sich neigen, sinken, fallen’, schwed. niga ‘knicksen’, got. hneiwan ‘sich neigen’ (germ. *hneigwan) oder als denominative jan-Ableitung zu dem in aengl. hnāg, hnāh ‘gebeugt, demütig’, got. hnaiws ‘niedrig, demütig’ vorliegenden Adjektiv angesehen werden. Außergerm. vergleichbar ist lediglich die Wortgruppe lat. nītī (nīs(s)us, (g)nīxus sum) ‘sich stemmen, stützen, sich in der Schwebe halten, steigen, klettern’, nictāre ‘zwinkern’, cōnīvēre ‘die Augen zudrücken, blinzeln’, so daß von ie. *kneigu̯h- ‘neigen, sich biegen’ ausgegangen werden kann. Dazu stellt sich mit Labialerweiterung ie. *kneib-, wozu anord. hnipinn ‘mißmutig, biegsam’, hnīpa ‘den Kopf hängen lassen, mißmutig sein’ und wohl auch lit. knìbti ‘zusammenknicken, zusammensinken’, kneĩbtis, kneĩptis ‘sich beugen, sich versenken, sich vertiefen’. geneigt Part.adj. ‘gewogen, zugetan’, in der Fügung geneigt sein, mhd. geneiget sīn; abgeneigt Part.adj. ‘nicht willens, frei von jeder Neigung, übel gesinnt’ (17. Jh.). Neigung f. ‘Zuneigung, freundschaftliche Gesinnung’, mhd. neigunge; dann auch ‘geneigte Haltung, Lage’ (2. Häfte 16. Jh.). Abneigung f. ‘ablehnende Haltung, Widerwille’ (17. Jh.), vgl. mhd. abeneigunge ‘Gefälle’. Neige f. ‘letzter Inhalt eines Gefäßes’ (Ende 15. Jh.), vor allem in der Wendung bis zur Neige ‘völlig, restlos’ und zur Neige gehen ‘dem Ende zugehen’ (Anfang 17. Jh.); vgl. mhd. neige ‘Biegung, Senkung, Tiefe, Ende’. verneigen Vb. reflexiv ‘sich verbeugen’ (17. Jh.); vgl. mhd. verneigen ‘herabbeugen, unterdrücken’; Verneigung f. ‘Verbeugung’ (Anfang 19. Jh.). zuneigen Vb. ‘hinwenden, eine Vorliebe haben’, reflexiv ‘Sympathie empfinden, sich hingezogen fühlen’, mhd. zuoneigen ‘hinwenden’; Zuneigung f. ‘das Hingewendetsein, Liebe’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem ein) Gräuel · (körperliche) Ablehnung · (körperliche) Abneigung · Abscheu · Aversion · Ekelgefühl(e) · Sich-Abwenden · Widerwille  ●  Ekel  Hauptform · Degout  geh., franz.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(einen) Horror (haben vor) · (moralische) Abscheu · (moralischer) Ekel · (starke) Antipathie · Abneigung · Aversion · Widerstreben · Widerwillen
Synonymgruppe
Abneigung (gegen) · Antipathie (gegen) · Aversion(en) · Unwille · ablehnende Haltung (gegenüber)
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›Abneigung‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abneigung‹.

Verwendungsbeispiele für ›Abneigung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch Rita dachte zum ersten Mal ohne Abneigung über ihn nach. [Wolf, Christa: Der geteilte Himmel, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verl. 1963, S. 199]
Nein, wir haben es mit einer rein technischen Abneigung zu tun. [Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 158]
Die Helden der vorromantischen Romane verraten eine zuweilen fast krankhafte Abneigung, sich mit dem zeitgenössischen Leben einzulassen. [Auerbach, Erich: Mimesis, Bern: Francke 1959 [1946], S. 434]
Die Folge davon sei die Abneigung der übrigen europäischen Völker gewesen. [Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1931, S. 203]
Dazu gehört in erster Linie die Abneigung gegen körperliche Arbeit. [konkret, 1997]
Zitationshilfe
„Abneigung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abneigung>.

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