Abreibung, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Abreibung · Nominativ Plural: Abreibungen
Aussprache
WorttrennungAb-rei-bung
Wortzerlegungabreiben-ung
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Reibung der Haut
Beispiele:
der Arzt verordnete eine nasse, heiße Abreibung
eine (gelegentliche) Abreibung mit Schnee
2.
salopp, übertragen Schelte, Prügel
Beispiele:
eine (ordentliche) Abreibung kriegen
jmdm. eine tüchtige, böse, scharfe, gehörige, anständige Abreibung geben, verabreichen, verabfolgen
er hatte seine Abreibung weg
dafür verdiente er auch seine Abreibung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

reiben · Reibe · Reibeisen · Reiberei · abreiben · Abreibung · aufreiben · zerreiben · ribbeln · rubbeln · rebeln
reiben Vb. ‘einen Gegenstand an einem anderen hin und her bewegen, mit den Händen unter leichtem Druck über einen Körperteil streichen’. Für das nur westgerm. bezeugte starke Verb ahd. rīban (um 800), mhd. rīben, mnd. mnl. wrīven, nl. wrijven (westgerm. *wrīban) mit dem Intensivum nd. wribbeln ‘wirbeln, schwenken, reiben, quetschen’ (vgl. auch seemännisch Wreifholz ‘Reibeholz, das zwischen Schiff und Anlegestelle gehängt wird’) bietet sich keine sichere außergerm. Anknüpfungsmöglichkeit. Am ehesten läßt sich noch griech. rhī́ptein (ῥίπτειν) ‘werfen, schleudern, stoßen, stürzen’ vergleichen, so daß mit einer Ausgangsbedeutung ‘drehen, hin und her bewegen’ über eine Labialerweiterung ie. *u̯reip-, *u̯rīp- Anschluß an die Wurzel ie. *u̯er- ‘drehen, biegen’ (s. auch ↗werden, ↗werfen, ↗Wurm) möglich ist. S. auch ↗gerieben. Reibe f. ‘Küchengerät mit durchlöcherter, rauher Oberfläche zum Zerkleinern, Zermahlen verschiedener Lebensmittel oder Gewürze’ (15. Jh.). Reibeisen n. mhd. rībīsen. Reiberei f. ‘Meinungsverschiedenheit, Auseinandersetzung, Streitigkeit’ (19. Jh.), gebildet im Anschluß an sich an jmdm. reiben ‘mit jmdm. Streit anfangen, in Streit geraten’ (16. Jh.). abreiben Vb. ‘durch Reiben entfernen, säubern, reibend bearbeiten, frottieren, massieren, durch Reibung abnutzen’, mhd. aberīben ‘durch Reiben entfernen, loslösen’; Abreibung f. ‘das Abreiben’ (16. Jh.), umgangssprachlich ‘Tracht Prügel’, auch ‘Schelte, Abkanzelung’ (Anfang 20. Jh.). aufreiben Vb. ‘völlig zerreiben, wundreiben’, übertragen ‘eine militärische Einheit im Kampf vernichten, überbeanspruchen und völlig verbrauchen, zermürben, erschöpfen, ermüden’ (um 1500). zerreiben Vb. ‘durch Reiben zerkleinern, pulverisieren’, mhd. zerrīben. ribbeln Vb. ‘reiben, aufrauhen’, Intensivbildung (16. Jh.) zu reiben. Daneben die Lautvariante rubbeln Vb. ‘heftig reiben’, regional auch ‘poltern, rumpeln’ (20. Jh., wohl älter), vgl. engl. to rub. In Weinanbaugebieten dazu ablautend rebeln Vb. ‘Trauben zerreiben, pressen, quetschen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abnützung · Abreibung · Abschaben · ↗Abschleifung
Synonymgruppe
Abreibung · Reiben · ↗Reibung · Scheuern
Synonymgruppe
Hiebe · Körperstrafe · ↗Prügel · Schläge · Tracht Prügel · ↗Züchtigung · es setzt Prügel · es setzt was · es setzt was mit dem Rohrstock  ●  (die) Jacke voll  ugs. · ↗(eine) Wucht  ugs., regional · (es gibt) langen Hafer  ugs. · (es gibt) was hinter die Löffel  ugs. · (es gibt) was hinter die Ohren  ugs. · Abreibung  ugs. · ↗Dresche  ugs. · ↗Haue  ugs. · Keile kriegen  ugs. · ↗Kloppe  ugs. · ↗Senge  ugs. · den Arsch voll kriegen  derb · langen Hafer kriegen  ugs.
Unterbegriffe
  • Bastinado · ↗Bastonade  ●  Falaka  arabisch · Sohlenstreich  veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
Abkanzelung · ↗Belehrung · ↗Ermahnung · ↗Lehre · ↗Lektion · ↗Maßregelung · ↗Moralpredigt · ↗Rüffel · ↗Schelte · ↗Tadel · ↗Verweis · ↗Zurechtweisung  ●  ↗Abmahnung  juristisch · Adhortation  veraltet · ↗Ordnungsruf  politisch · ↗Rüge  Hauptform · Abreibung  ugs. · ↗Anpfiff  ugs. · ↗Anschiss  ugs., salopp · ↗Denkzettel  ugs. · ↗Donnerwetter  ugs. · ↗Einlauf  ugs., salopp, fig. · Opprobration  geh., veraltet, lat. · ↗Schimpfe  ugs. · ↗Standpauke  ugs. · ↗Strafpredigt  ugs. · ↗Zigarre  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

deftig erteilen kalt kriegen kräftig ordentlich proletarisch saftig verdienen verpassen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abreibung‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für eine nicht mal besonders intensive "Abreibung" müssen wir umgerechnet 40 Mark berappen.
Der Tagesspiegel, 22.10.1999
Lange nicht mehr hat sich eine Bundesregierung eine derartige Abreibung von der deutschen Presse eingefangen.
Die Welt, 15.11.2002
Sie wollten ihm eine Abreibung verpassen, weil er sie angeblich bei der Polizei verpfiffen hatte.
Bild, 21.02.2001
Eine vorzügliche Anwendung ist die kalte Abreibung des ganzen Körpers, am vorteilhaftesten morgens sofort nach dem Verlassen des wärmenden Bettes vorgenommen.
Die Landfrau, 09.05.1925
Ein großer Teil der Inschriftenpublikationen beschränkt sich auf eine kommentarlose Reproduktion von Abreibungen.
Franke, Herbert: Sinologie, Bern: A. Francke 1953, S. 53
Zitationshilfe
„Abreibung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abreibung>, abgerufen am 11.12.2019.

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