Abscheu, der oder die

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Abscheu(e)s · wird nur im Singular verwendet
Grammatikveraltet Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Abscheu · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungAb-scheu
Wortbildung mit ›Abscheu‹ als Erstglied: ↗abscheuerregend · ↗abscheulich  ·  mit ›Abscheu‹ als Grundform: ↗verabscheuen
eWDG, 1967

Bedeutung

heftiger Widerwille
a)
(physischer) Ekel
Beispiele:
Man weicht vor pestilenzialischen Gerüchen mit Abscheu zurück [Tieck28,190]
Mein Abscheu vor Tabak und Sprit ist panisch [BrechtArturo Ui13]
b)
(moralische) Abneigung, Unwille
Beispiele:
einen heftigen, maßlosen, ausgesprochenen Abscheu über eine Tat empfinden
von tiefstem Abscheu ergriffen sein
Abscheu (gegen jmdn.) äußern, zeigen
gehoben Abscheu (gegen jmdn.) hegen, bekunden
jmdm. Abscheu einflößen
(allgemein) Abscheu erregen
jmdn. mit Ekel und Abscheu, mit Hass und Abscheu erfüllen
sich mit Abscheu von jmdm. abwenden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Abscheu · abscheulich
Abscheu m. f. ‘heftiger Widerwille, Abneigung, Unwille, Ekel’ (1. Hälfte 16. Jh.), gebildet zu ↗Scheu f. (s. d.) oder zu dem seit dem 15. Jh. bezeugten, im 19. Jh. durch verabscheuen verdrängten abscheuen ‘zurückscheuen, sich entsetzen, verabscheuen’. Zu vergleichen ist ferner das vom 15. bis 17. Jh. in gleichen Verwendungen wie Abscheu gebräuchliche Abscheuen n. Das mask. Genus bei Abscheu überwiegt von Anfang an; daneben im 16./17. Jh. gebräuchliches fem. Genus fehlt vom 18. bis zum Ende des 19. Jhs., tritt aber in jüngerer Sprache unter dem Einfluß von Scheu f. wieder auf. abscheulich Adj. ‘ekelhaft, scheußlich, verwerflich’ (Anfang 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem ein) Gräuel · ↗(körperliche) Ablehnung · ↗(körperliche) Abneigung · Abscheu · ↗Aversion · ↗Ekelgefühl(e) · Sich-Abwenden · ↗Widerwille  ●  ↗Ekel  Hauptform · ↗Degout  geh., franz.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Abscheu · ↗Hass
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(einen) Horror (haben vor) · (moralische) Abscheu · ↗(moralischer) Ekel · ↗(starke) Antipathie · ↗Abneigung · ↗Aversion · ↗Widerstreben · ↗Widerwillen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bekundung Bestürzung Betroffenheit Bewunderung Ehrfurcht Ekel Empörung Entsetzen Faszination Grauen Haß Mischung Mitleid Neid Schauder Verachtung Widerwille Widerwillen Wut Zorn abwenden bekunden einflößen empfinden erregen hervorrufen kundtun unverhohlen unüberwindlich voll

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abscheu‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber jetzt hat die Welt für ihn nur noch Abscheu.
Bild, 30.06.1997
In der ganzen römischen Literatur gibt es kaum ein Wort des Abscheus.
Die Zeit, 19.07.1974, Nr. 30
Ich war auf einmal ein braver Sohn und hatte einen Abscheu gegen die Lüge.
Thoma, Ludwig: Lausbubengeschichten. In: ders., Lausbubengeschichten, Frankfurt a. M.: Büchergilde Gutenberg 1961 [1905], S. 61
Mit einer seltsamen Mischung aus Abscheu und Interesse war er hierhergekommen.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 255
Mit alledem erreichte er in der Tat mühelos, was er erwartet hatte, nämlich ihren tiefsten, gründlichsten, herzinnigsten Abscheu.
Spitteler, Carl: Imago, Jena: Diederichs 1910 [1910], S. 97
Zitationshilfe
„Abscheu“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abscheu>, abgerufen am 16.12.2018.

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