Abschiebung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Abschiebung · Nominativ Plural: Abschiebungen
Aussprache 
Worttrennung Ab-schie-bung
Wortzerlegung abschieben-ung
Wortbildung  mit ›Abschiebung‹ als Letztglied: ↗Sammelabschiebung
Wahrig und DWDS

Bedeutungen

1.
behördlich angeordnete Ausweisung aus einem Land (und Rücktransport in das Herkunftsland)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die sofortige, schnelle, eine drohende Abschiebung
in Präpositionalgruppe/-objekt: Angst, Schutz vor Abschiebung
mit Genitivattribut: die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber, ausländischer Straftäter
Beispiele:
Jede freiwillige Rückkehr [von Flüchtlingen in ihre Heimat] ist besser als eine erzwungene via Abschiebung. [Süddeutsche Zeitung, 28.12.2016]
Die Abschiebung auf den Westbalkan ist einfacher als bei anderen Herkunftsstaaten, da dort Reisepapiere akzeptiert werden, die Deutschland selbst ausstellen kann. [Neue Zürcher Zeitung, 18.11.2016]
Die Flüchtlinge hatten unter anderem ein Bleiberecht und ein Ende von Abschiebungen in vermeintlich sichere Herkunftsländer gefordert. [Spiegel, 04.11.2016 (online)]
Denn die geplanten 45000 Betten reichen nur, wenn die Asylverfahren innerhalb von sechs Wochen abgewickelt werden – inklusive Anhörung, Gerichtsverfahren und Abschiebung. [Der Spiegel, 21.10.1991, Nr. 43]
Nach Ausbruch des Krieges nahmen die antijüdischen Maßnahmen an Heftigkeit und Brutalität zu. So beteiligte sich der Angeklagte Bormann zusammen mit der SS und der Gestapo an den Maßnahmen für die Abschiebung von sechzigtausend jüdischen Einwohnern Wiens nach Polen. [o. A.: Fünfunddreißigster Tag. Mittwoch, 16. Januar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 5354]
übertragenWenige Jahre nachdem Maurice Halbwachs aus Preußen ausgewiesen worden war, begann ein deutscher Autor mit der Arbeit an einem großen Pamphlet, das auf die Abschiebung des französischen, republikanisch orientierten Rationalismus aus dem deutschen Geistesleben abzielte. [Lepenies, Wolf: Kultur und Politik, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 244]
2.
das Abgeschobenwerden, der Landesverweis
Kollokationen:
als Aktivsubjekt: die Abschiebung droht [jmdm.]
Beispiele:
Flüchtlingen und Asylwerbern droht nach Straftaten die Abschiebung – aber erst nach Verbüßen der Haft in Österreich. [Der Standard, 26.04.2016]
Sie wurden damals zwar nicht als Flüchtlinge anerkannt, erhielten aber einen sogenannten subsidiären Schutz, der sie zumindest vorerst vor einer Abschiebung schützt. [Süddeutsche Zeitung, 02.03.2016]
Dutzende Flüchtlinge sind in einem tschechischen Durchgangslager aus Protest gegen ihre Festnahme und eine mögliche Abschiebung in ihre Heimat in einen Hungerstreik gegangen. [Neue Zürcher Zeitung, 11.11.2015]
Damit [mit dem Ausbau der Haftkapazitäten] soll verhindert werden, dass sich Einwanderer nach Ablehnung von Asylanträgen der Abschiebung durch Untertauchen oder Flucht in ein anderes EU‑Land entziehen. [Die Zeit, 07.10.2015 (online)]
Es droht ihm indes weiter die Abschiebung nach Polen und dort eine Gefängnisstrafe. [Die Zeit, 11.12.1964, Nr. 50]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Abschiebung · ↗Aussiedlung · ↗Exilierung · ↗Vertreibung  ●  ↗Ausschaffung  schweiz. · ↗Rückführung  verhüllend · ↗Rückschaffung  schweiz.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Abschiebung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abschiebung‹.

Zitationshilfe
„Abschiebung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abschiebung>, abgerufen am 08.03.2021.

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