Abschnitt, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Abschnitt(e)s · Nominativ Plural: Abschnitte
Aussprache
WorttrennungAb-schnitt (computergeneriert)
Grundformabschneiden
eWDG, 1967

Bedeutung

in sich abgegrenzter Teil aus einem Ganzen
Beispiel:
der erste, ein neuer, besonderer, wichtiger Abschnitt
a)
abtrennbarer Teil eines Formulars, Dokuments
Beispiele:
der Abschnitt des Überweisungsformulars
diesen Abschnitt (der Eintrittskarte) gut aufbewahren
b)
Kapitel, Paragraph
Beispiele:
den nächsten Abschnitt (des Buches) anfangen, durchnehmen
einen Text in Abschnitte einteilen
übertragen Einschnitt
Beispiel:
Das Ereignis hat einen Abschnitt in die Geschichte von Gschaid gebracht [StifterBergkristall2,340]
c)
Gebiet, Teilgebiet
Beispiele:
auf diesem Abschnitt des Geländes, der Front war Ruhe
DDR ein Abschnitt des (Handels)bereiches
DDR zehn Verkaufsstellen bilden einen Abschnitt
DDR der Leiter dieses Abschnittes
Der Wehrmachtsbericht hatte in Graebers Abschnitt schwere Kämpfe gemeldet [RemarqueZeit zu leben182]
Strecke
Beispiel:
große Abschnitte unseres Kontinents
d)
Mathematik
Beispiel:
ein Abschnitt des Kreises, der Kugel (= Segment)
e)
Zeitspanne, Periode
Beispiele:
ein Abschnitt im Jahr, Leben, in der Entwicklung eines Menschen, der Weltgeschichte
der fruchtbarste, schönste Abschnitt seines Lebens, Schaffens
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schneiden · Schneid · schneidig · Schneide · zweischneidig · Schneider · schneidern · abschneiden · Abschnitt · anschneiden · Aufschnitt · beschneiden · durchschneiden · überschneiden · verschneiden · Verschnittener · Verschnitt · Schneidezahn
schneiden Vb. ‘mit einem scharfen Werkzeug zertrennen’, ahd. snīdan (8./9. Jh.), mhd. mnd. snīden, asächs. snīðan, mnl. snīden, nl. snijden, afries. snītha, aengl. snīþan, anord. snīða, schwed. snida, got. sneiþan (germ. *snīþan). Außergerm. werden herangezogen tschech. (mundartlich) snět ‘Ast’, poln. (älter) śniat ‘Baumstamm’, so daß eine Wurzel ie. *sneit- ‘schneiden’ angenommen werden kann, dazu vielleicht (mit abweichendem Dental) mir. snēid ‘klein, kurz’. Angesichts dieser geringen Vergleichsmöglichkeiten aber ist erwägenswert, auch schneiden zu der lautmalenden, etw. Spitzes, etw. Zupackendes, Schnappendes bezeichnenden Wortgruppe mit anlautendem germ. sn- (s. ↗Schnabel) zu rechnen. schneiden ist ursprünglich wohl ein Landwirtschaftswort und bedeutet in alter Zeit ‘mit der Sichel abmähen, ernten’, vgl. noch heute Gras, Getreide, Korn schneiden. In übertragener Wendung jmdn. schneiden ‘gesellschaftlich ignorieren’ (Mitte 19. Jh.) nach gleichbed. engl. to cut (a person); in der Mathematik sich schneiden (von zwei Linien) ‘sich in einem Punkt kreuzen’ (16. Jh.). Schneid m. (bair.-öst. f.) ‘Mut, Tapferkeit, Draufgängertum’ (18. Jh.), besonders in Wendungen wie (keinen) Schneid haben; eigentlich südd. (mit Apokope eines auslautenden unbetonten e), im Krieg von 1870/71 durch norddeutsche Truppen als Mask. aufgenommen und verbreitet. schneidig Adj. ‘forsch, mutig’ (2. Hälfte 19. Jh.), älter nd. een sneidigen Kopp ‘Kopf mit hellem, scharfem Verstand’, een sneidigen (‘schnellen, energischen’) Gang (18. Jh.), mhd. snīdec, snīdic ‘schneidend, scharf, stark, kräftig’. Schneide f. ‘scharfe, schneidende Kante von Waffen, Werkzeugen, Geräten’, mhd. snīde. zweischneidig Adj. ‘mit zwei Schneiden versehen’ (15. Jh.), daher auch ‘sehr scharf’, übertragen ‘mit Vorteilen und Nachteilen versehen’ (da nach zwei Seiten schneidend), ‘gefährlich’ (17. Jh.). Schneider m. ‘Handwerker, der Kleidung anfertigt’ (eigentlich ‘Stoff, Tuch für Kleidung zuschneidet’), mhd. snīdære. schneidern Vb. ‘Kleidung nähen, anfertigen’ (17. Jh.). abschneiden Vb. ‘mit einem Schneidwerkzeug abtrennen, durchtrennen, den Weg ab-, verkürzen, den Zugang verwehren, verhindern’, ahd. abasnīdan (9. Jh.), mhd. abesnīden. Vgl. gut, schlecht abschneiden ‘mit gutem, schlechtem Ergebnis abschließen, Erfolg bzw. keinen Erfolg haben’ (Mitte 19. Jh.). Abschnitt m. ‘Gliederungseinheit, Textteil, Zeitraum, Zäsur, abtrennbares, abgetrenntes Stück’, mhd. abesnit. anschneiden Vb. ‘nicht völlig durchschneiden, das erste Stück abschneiden’ (das Brot anschneiden, übertragen eine Frage, ein Problem anschneiden ‘eine Aussprache darüber beginnen’), mhd. anesnīden ‘(ein Kleid) anmessen, zurechtmachen’. Aufschnitt m. ‘Braten- und Wurstscheiben’ (19. Jh.), zuvor ‘Schnittstelle’ (18. Jh.), ‘Prahlerei’ (17. Jh.), frühnhd. ūfsnit ‘das Anschneiden’ (15. Jh.). beschneiden Vb. ‘stutzen, zurückschneiden, glattschneiden, die Vorhaut entfernen’, ahd. bisnīdan (8. Jh.), mhd. besnīden. durchschneiden Vb. ‘mit einem Schneidwerkzeug zerteilen’, mhd. durchsnīden ‘zerschneiden, verwunden, zerteilen’ (s. ↗Durchschnitt). überschneiden Vb. (reflexiv) ‘sich kreuzen, teilweise zusammenfallen’ (19. Jh.), zuvor mhd. übersnīden ‘beim Schneiden der Feldfrüchte auf den Grund und Boden eines anderen übergreifen, übertreffen’. verschneiden Vb. ‘kürzen, zurechtschneiden, durch Schneiden verderben’, ahd. firsnīdan ‘weg-, abschneiden, zerschneiden’ (8. Jh.), mhd. versnīden ‘zerschneiden, fehlerhaft zuschneiden, ab-, wegschneiden, beschneiden, kastrieren, verwunden, töten, schmälern’. Verschnittener m. ‘Kastrat, Eunuch’ (16. Jh.). Verschnitt m. ‘Wein, Branntwein, Rum mit Beimischungen anderer Sorten’ (um 1900); vgl. verschneiden übertragen ‘schädigen, verderben, verschlechtern’, daher auch ‘guten Wein mit schlechtem versetzen’, in diesem Sinne zuerst (18. Jh.) nd. versnīden (als Praktik der Weinimporteure?). Schneidezahn m. fast nur im Plur. Schneidezähne ‘die vorderen, scharfen Zähne, mit denen abgebissen wird’ (18. Jh.), wohl Übersetzung von medizin.-lat. dentes incisivi, Neubildung zur Unterscheidung gegenüber älterem ↗Backzahn, ↗Backenzahn, ↗Stockzahn (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Absatz · Abschnitt · ↗Artikel · ↗Kapitel · ↗Paragraf · ↗Paragraph · ↗Passage · ↗Passus · ↗Textabschnitt · ↗Textstelle
Synonymgruppe
Abschnitt · ↗Ausschnitt · ↗Bereich · ↗Bruchstück · ↗Fetzen · ↗Fragment · ↗Segment · ↗Stück · ↗Stückchen · ↗Teil · ↗Teilbereich · ↗Teilstück · Unvollendetes
Assoziationen
Synonymgruppe
Abschnitt · ↗Phase · ↗Schritt · ↗Stufe
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Abschnitt · ↗Entwicklungsabschnitt · ↗Entwicklungsphase · ↗Entwicklungsstadium · ↗Entwicklungsstand · ↗Entwicklungsstufe · ↗Entwicklungszustand · ↗Phase · ↗Punkt · ↗Stadium · ↗Station · ↗Stufe  ●  ↗Periode  fachspr.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschnitt Autobahn Erbgut Erbsubstanz Kapitel Ostfront bestimmt betreffend dritt einteilen einzeln erst fertig folgend fünft gliedern kurz lang letzt mittel nächst nördlich sonnig sperren südlich unterteilen viert vorstehend widmen zweit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abschnitt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im zweiten Abschnitt konnte Bayer das Spiel bei strömendem Regen ausgeglichen gestalten.
Die Zeit, 25.07.2012 (online)
Wie die einzelnen Arbeiten durchgeführt werden, finden Sie in den entsprechenden Abschnitten dieses Buches.
Van der Plas, Rob: Das Fahrrad, Ravensburg: Maier 1989, S. 233
Diese Frage wird in Abschnitt 7.4. noch etwas genauer erläutert werden.
Rösler, Frank: Hirnelektrische Korrelate Kognitiver Prozesse, Berlin: Springer 1982, S. 389
Dies leitet unmittelbar zum nächsten Abschnitt, der Förderung der zwischenbetrieblichen Kooperation, über.
Dichtl, Erwin: Grundzüge der Binnenhandelspolitik, Stuttgart u. a.: Fischer 1979, S. 73
Schon die ersten Minuten des zweiten Abschnitts brachten eine Wendung.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 10.03.1925
Zitationshilfe
„Abschnitt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abschnitt>, abgerufen am 26.03.2019.

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