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Abschuss, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Abschusses · Nominativ Plural: Abschüsse
Aussprache 
Worttrennung Ab-schuss
Grundformabschießen
Ungültige Schreibung Abschuß
Rechtschreibregeln § 2, § 25 (E1)
Wortbildung  mit ›Abschuss‹ als Erstglied: Abschussbasis · Abschusskanone · Abschussliste · Abschussplan · Abschussprämie · Abschussrampe · Abschussregelung · Abschussverbot · Abschussvorrichtung · Abschusszeit · Abschussziffer
 ·  mit ›Abschuss‹ als Letztglied: Felsabschuss · Geschützabschuss · Raketenabschuss · Wildabschuss
eWDG

Bedeutungen

1.
das Abfeuern
Beispiele:
der Abschuss der Rakete
im Augenblick des Abschusses
Abschuss und Einschlag (= Schuss und Einschlag)
der Himmel war rot, und das Flackern der Abschüsse wurde deutlicher [ RemarqueZeit zu leben23]
2.
das Abschießen, Niederschießen
Beispiele:
der Abschuss von wilden Kaninchen
Wild zum Abschuss freigeben
daß Graf Egge sich wohl … mit dem Abschuß des alten Paares [Adler] begnügen müßte [ GanghoferHubertus419]
3.
Anzahl des erlegten Wildes
Beispiele:
den Abschuss beschränken, regeln
der jährliche, ein erhöhter Abschuss
4.
veraltet Steilabfall
Beispiel:
er steht nun verirrt am schwindelnden Abschuß [ Tieck8,8]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schießen · vorschießen · Vorschuß · verschießen · zuschießen · Zuschuß · Schuß · Abschuß · abschüssig · Schießprügel
schießen Vb. ‘ein Geschoß abfeuern, sich schnell in einer Richtung bewegen, schnell wachsen’. Das gemeingerm. Verb ahd. skioʒan ‘schießen, schleudern, schnell bewegen’ (9. Jh.), mhd. schieʒen ‘wund- oder totschießen, schieben, stoßen, schleudern, sich schnell wie ein Geschoß bewegen’, asächs. skiotan, mnd. schēten, mnl. scieten, nl. schieten, afries. skiāta, aengl. scēotan, engl. to shoot, anord. skjōta, schwed. skjuta (germ. *skeutan). Herkunft ungewiß. Vielleicht im Sinne von ‘(sich) schnell bewegen’ verwandt mit aind. cṓdati ‘treibt an, feuert an’, lett. kūdināt, kūdīt ‘antreiben, hetzen’, aslaw. iskydati ‘hinaus-, abwerfen’, russ. kidát’ (кидать) ‘werfen’, ferner mit lit. skudrùs ‘flink’. Auszugehen ist von ie. *(s)keud- ‘werfen, schießen, hetzen’, intransitiv ‘dahinschießen, eilen, hervorschießen’, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *skē̌u- ‘werfen, schießen, stoßen’ (s. auch scheu, schieben, Schoß2) bzw. *sk̑ē̌u-, falls auch lit. šáuti ‘schießen, schnell laufen, schieben’ hierhergehört. – vorschießen Vb. ‘sich heftig, schnell nach vorn bewegen, plötzlich hervorsprießen’, ahd. furiskioʒan ‘hervor-, über etw. hinauswachsen’ (um 1000), mhd. vürschieʒen ‘vorschieben, hervortreten’; dann auch ‘einen Teil einer Zahlung sofort, im voraus aushändigen, leihen’ (16. Jh.); Vorschuß m. ‘Vorauszahlung’ (17. Jh.), ‘plötzliche Bewegung nach vorn’ (16. Jh.). verschießen Vb. ‘ein Geschoß abfeuern, daneben schießen’ (16. Jh.), übertragen (reflexiv) ‘sich plötzlich und unüberlegt verlieben’ (um 1800). zuschießen Vb. ‘helfend beisteuern, auf ein Ziel hin schießen’ (16. Jh.); Zuschuß m. ‘finanzielle Zuwendung’ (18. Jh.), frühnhd. ‘Hilfe, Begünstigung’; vgl. mhd. zuoschuʒ ‘Stoßflug (des Falken)’. Schuß m. ‘das Fortschleudern, Fortfliegen eines Geschosses, das Abfeuern einer Waffe, Knall, schnelle Bewegung, schnelles Wachstum, kleine Menge einer Flüssigkeit, die auf einmal zugegeben wird’, ahd. scuʒ ‘das Schleudern, Wurf, das Geworfene, Geschwindigkeit’ (9. Jh.), mhd. schuʒ ‘Stoß, Stich, Schuß, Lanzenwurf, schnelle Bewegung’, aengl. scyte, ablautende Abstraktbildung zum Verb. Abschuß m. ‘das Absenden, Abfeuern eines Geschosses, das Niederstürzen des Wassers, Abhang, Steilabfall’ (16. Jh.), ‘das Erlegen des Wildes’ (19. Jh.); abschüssig Adj. ‘steil abfallend’ (16. Jh.). Schießprügel m. verächtlich oder scherzhaft für ‘Gewehr’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abschuss · Tötung (Wildtier)  ●  letale Entnahme  fachspr., Amtsdeutsch, verhüllend, juristisch

Typische Verbindungen zu ›Abschuss‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bieten die DWDS-Wortprofile zu ›Abschuss‹ und ›Abschuß‹.

Verwendungsbeispiele für ›Abschuss‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese Worte fallen mehr als zwanzig Stunden nach dem Abschuß. [Der Spiegel, 15.10.1984]
Über den Abschuss hatten die sowjetischen Medien zunächst nichts verlauten lassen. [Die Zeit, 03.05.2010, Nr. 18]
Zudem seien die Kosten je Abschuss im Vergleich zu den derzeitigen Technologien niedrig. [Die Zeit, 15.02.2010, Nr. 07]
Das bewegt sich alles im Rahmen des Gesetzes, nicht aber ein Abschuss. [Die Zeit, 17.09.2007, Nr. 38]
Die Zahlen liegen wesentlich niedriger als die von der anderen Seite gemeldeten Abschüsse. [Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 965]
Zitationshilfe
„Abschuss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abschuss>.

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