Abschuss, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Abschusses · Nominativ Plural: Abschüsse
WorttrennungAb-schuss
Grundformabschießen
Ungültige SchreibungAbschuß
Rechtschreibregeln§ 2, § 25 (E1)
Wortbildung mit ›Abschuss‹ als Erstglied: ↗Abschussbasis · ↗Abschusskanone · ↗Abschussprämie · ↗Abschussrampe · ↗Abschussregelung · ↗Abschussverbot · ↗Abschusszeit
 ·  mit ›Abschuss‹ als Letztglied: ↗Felsabschuss · ↗Geschützabschuss · ↗Raketenabschuss · ↗Wildabschuss
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das Abfeuern
Beispiele:
der Abschuss der Rakete
im Augenblick des Abschusses
Abschuss und Einschlag (= Schuss und Einschlag)
der Himmel war rot, und das Flackern der Abschüsse wurde deutlicher [RemarqueZeit zu leben23]
2.
das Abschießen, Niederschießen
Beispiele:
der Abschuss von wilden Kaninchen
Wild zum Abschuss freigeben
daß Graf Egge sich wohl ... mit dem Abschuß des alten Paares [Adler] begnügen müßte [GanghoferHubertus419]
3.
Anzahl des erlegten Wildes
Beispiele:
den Abschuss beschränken, regeln
der jährliche, ein erhöhter Abschuss
4.
veraltet Steilabfall
Beispiel:
er steht nun verirrt am schwindelnden Abschuß [Tieck8,8]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schießen · vorschießen · Vorschuß · verschießen · zuschießen · Zuschuß · Schuß · Abschuß · abschüssig · Schießprügel
schießen Vb. ‘ein Geschoß abfeuern, sich schnell in einer Richtung bewegen, schnell wachsen’. Das gemeingerm. Verb ahd. skioʒan ‘schießen, schleudern, schnell bewegen’ (9. Jh.), mhd. schieʒen ‘wund- oder totschießen, schieben, stoßen, schleudern, sich schnell wie ein Geschoß bewegen’, asächs. skiotan, mnd. schēten, mnl. scieten, nl. schieten, afries. skiāta, aengl. scēotan, engl. to shoot, anord. skjōta, schwed. skjuta (germ. *skeutan). Herkunft ungewiß. Vielleicht im Sinne von ‘(sich) schnell bewegen’ verwandt mit aind. cṓdati ‘treibt an, feuert an’, lett. kūdināt, kūdīt ‘antreiben, hetzen’, aslaw. iskydati ‘hinaus-, abwerfen’, russ. kidát’ (кидать) ‘werfen’, ferner mit lit. skudrùs ‘flink’. Auszugehen ist von ie. *(s)keud- ‘werfen, schießen, hetzen’, intransitiv ‘dahinschießen, eilen, hervorschießen’, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *skē̌u- ‘werfen, schießen, stoßen’ (s. auch ↗scheu, ↗schieben, ↗Schoß) bzw. *sk̑ē̌u-, falls auch lit. šáuti ‘schießen, schnell laufen, schieben’ hierhergehört. vorschießen Vb. ‘sich heftig, schnell nach vorn bewegen, plötzlich hervorsprießen’, ahd. furiskioʒan ‘hervor-, über etw. hinauswachsen’ (um 1000), mhd. vürschieʒen ‘vorschieben, hervortreten’; dann auch ‘einen Teil einer Zahlung sofort, im voraus aushändigen, leihen’ (16. Jh.); Vorschuß m. ‘Vorauszahlung’ (17. Jh.), ‘plötzliche Bewegung nach vorn’ (16. Jh.). verschießen Vb. ‘ein Geschoß abfeuern, daneben schießen’ (16. Jh.), übertragen (reflexiv) ‘sich plötzlich und unüberlegt verlieben’ (um 1800). zuschießen Vb. ‘helfend beisteuern, auf ein Ziel hin schießen’ (16. Jh.); Zuschuß m. ‘finanzielle Zuwendung’ (18. Jh.), frühnhd. ‘Hilfe, Begünstigung’; vgl. mhd. zuoschuʒ ‘Stoßflug (des Falken)’. Schuß m. ‘das Fortschleudern, Fortfliegen eines Geschosses, das Abfeuern einer Waffe, Knall, schnelle Bewegung, schnelles Wachstum, kleine Menge einer Flüssigkeit, die auf einmal zugegeben wird’, ahd. scuʒ ‘das Schleudern, Wurf, das Geworfene, Geschwindigkeit’ (9. Jh.), mhd. schuʒ ‘Stoß, Stich, Schuß, Lanzenwurf, schnelle Bewegung’, aengl. scyte, ablautende Abstraktbildung zum Verb. Abschuß m. ‘das Absenden, Abfeuern eines Geschosses, das Niederstürzen des Wassers, Abhang, Steilabfall’ (16. Jh.), ‘das Erlegen des Wildes’ (19. Jh.); abschüssig Adj. ‘steil abfallend’ (16. Jh.). Schießprügel m. verächtlich oder scherzhaft für ‘Gewehr’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Airbus Aufklärungsflugzeug Flugzeug Hubschrauber Jumbo Kampfflugzeug Kampfjet Kassem-Rakete Kleinflugzeug Kormoran Linienmaschine Militärflugzeug Militärhubschrauber Militärjet Panzer Passagierflugzeug Passagierflugzeuge Passagiermaschine Rakete US-Aufklärungsflugzeug US-Hubschrauber Verkehrsflugzeug Verkehrsmaschine Wintergatter Zivilflugzeug Zivilmaschine Zwergwal freigeben irrtümlich versehentlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abschuß‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So taumelte Struck gerade noch einmal an seinem Abschuss vorbei.
Die Welt, 24.09.1999
Das tschetschenische Militär meldete den Abschuß eines zweiten russischen Hubschraubers.
Süddeutsche Zeitung, 15.12.1994
Die Zahlen liegen wesentlich niedriger als die von der anderen Seite gemeldeten Abschüsse.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 965
Mitunter hört man auch nach dumpfem Abschuß ein pfeifendes, flatterndes Geräusch.
Jünger, Ernst: In Stahlgewittern, Stuttgart: Klett-Cotta 1994 [1920], S. 41
Noch zu Beginn unseres Jahrhunderts wurden Prämien für den Abschuß gezahlt.
Erwin Hemke, Neustrelitzer Seengebiet Wesenberg-Mirow-Fürstenberg: Berlin-Leipzig: VEB Tourist-Verlag 1979, S. 13
Zitationshilfe
„Abschuss“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abschuss>, abgerufen am 21.08.2019.

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