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Absolutismus, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Absolutismus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ab-so-lu-tis-mus
Wortzerlegung absolut1 -ismus
Wortbildung  mit ›Absolutismus‹ als Letztglied: Neoabsolutismus
Herkunft zu absolūtuslat ‘in sich abgeschlossen, vollständig, vollkommen, unbedingt, ohne Einschränkung’ (absolut¹); vgl. absolutismefrz ‘Absolutismus’
eWDG

Bedeutung

historisch unumschränkte Herrschaft, Willkürherrschaft
Beispiel:
das Zeitalter des Absolutismus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

absolut · Absolution · Absolutismus
absolut Adj. ‘uneingeschränkt, nicht bedingt, unumschränkt, völlig’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. absolūtus (Adv. absolūtē) ‘in sich abgeschlossen, vollständig, vollkommen, unbedingt, ohne Einschränkung’, eigentlich Part. Perf. von lat. absolvere ‘ab-, loslösen, los-, freisprechen, vollenden’ (s. absolvieren), daneben (bis ins frühe 19. Jh.) auch als Adverb in lat. Form absolute. Zuerst (um 1520) bei Paracelsus in der Bedeutung ‘befreit, erlöst’, seit Ende des 16. Jhs. ‘uneingeschränkt, nicht bedingt’, danach ‘unumschränkt’ (Anfang 17. Jh.) im Sinne der politischen Herrschaft (unter Einfluß von frz. absolu) und ‘vollkommen, ganz und gar, durchaus’ (2. Hälfte 17. Jh.). Seit Anfang des 18. Jhs. ist absolut im Sinne von ‘unabhängig, losgelöst, an (und für) sich’ im philosophischen wie auch im allgemeinen Sprachgebrauch (im Gegensatz zu relativ) üblich, auch fachsprachlich in Verbindungen wie absolute Höhe ‘Höhe über dem Meeresspiegel’ (1706), absolute Mehrheit ‘Mehrheit von über 50 % der Gesamtstimmenzahl’ (1790), absoluter Mehrwert ‘durch Verlängerung des Arbeitstages produzierter Mehrwert’ (Marx 1857/58), absoluter Nullpunkt ‘tiefste Temperatur überhaupt’ (1894), absolute Zahl ‘ohne Vorzeichen betrachtete Zahl’ (1803). Absolution f. ‘Los-, Freisprechung’ (von Bann, Acht), vor allem im religiösen und kirchlichen Sinne ‘Freisprechung von Sünden, Sündenvergebung’ (zuerst absolutie Mitte 14. Jh.), aus gleichbed. mlat. absolutio, lat. ‘Los-, Freisprechung (vor Gericht)’, ferner ‘Trennung, Scheidung, Befreiung, Vollendung’. Absolutismus m. ‘unumschränkte Herrschaft eines Alleinherrschers, Willkürherrschaft, Staatsform in der letzten Phase des Feudalismus’ (1832), nach frz. absolutisme (1796), älter ‘Unbedingtheit, Uneingeschränktheit’, in der Philosophie ‘Lehre, Auffassung vom Absoluten’ (1. Hälfte 19. Jh.), nlat. Bildung zu lat. absolūtus (s. oben).

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
Absolutismus · absolute Monarchie
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Absolutismus‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Absolutismus‹.

Verwendungsbeispiele für ›Absolutismus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Absolutismus auf diesem Gebiete ist nicht mehr an der Zeit. [Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 01.03.1905]
Nach 1848 gewann der J. in einem neuen Absolutismus wieder an Kraft gegenüber liberalistisch‑nationalistischen Tendenzen. [Wolf, Ernst: Josephinismus. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 19472]
Als Gegner des Absolutismus bekannte er sich 1848 zur Revolution. [Sprengler, G.: Guericke. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 17005]
Dieser Entwicklung konnten nur die stehenden Heere des Absolutismus ein Ende bereiten. [Die Zeit, 20.05.1994, Nr. 21]
Er mag seine provokativen Thesen von der langen Dauer des demokratischen Absolutismus auch heute noch. [Die Zeit, 16.09.1988, Nr. 38]
Zitationshilfe
„Absolutismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Absolutismus>.

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