Absolutismus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Absolutismus · wird nur im Singular verwendet
WorttrennungAb-so-lu-tis-mus
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Absolutismus‹ als Letztglied: ↗Neoabsolutismus
eWDG, 1967

Bedeutung

historisch unumschränkte Herrschaft, Willkürherrschaft
Beispiel:
das Zeitalter des Absolutismus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

absolut · Absolution · Absolutismus
absolut Adj. ‘uneingeschränkt, nicht bedingt, unumschränkt, völlig’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. absolūtus (Adv. absolūtē) ‘in sich abgeschlossen, vollständig, vollkommen, unbedingt, ohne Einschränkung’, eigentlich Part. Perf. von lat. absolvere ‘ab-, loslösen, los-, freisprechen, vollenden’ (s. ↗absolvieren), daneben (bis ins frühe 19. Jh.) auch als Adverb in lat. Form absolute. Zuerst (um 1520) bei Paracelsus in der Bedeutung ‘befreit, erlöst’, seit Ende des 16. Jhs. ‘uneingeschränkt, nicht bedingt’, danach ‘unumschränkt’ (Anfang 17. Jh.) im Sinne der politischen Herrschaft (unter Einfluß von frz. absolu) und ‘vollkommen, ganz und gar, durchaus’ (2. Hälfte 17. Jh.). Seit Anfang des 18. Jhs. ist absolut im Sinne von ‘unabhängig, losgelöst, an (und für) sich’ im philosophischen wie auch im allgemeinen Sprachgebrauch (im Gegensatz zu relativ) üblich, auch fachsprachlich in Verbindungen wie absolute Höhe ‘Höhe über dem Meeresspiegel’ (1706), absolute Mehrheit ‘Mehrheit von über 50 % der Gesamtstimmenzahl’ (1790), absoluter Mehrwert ‘durch Verlängerung des Arbeitstages produzierter Mehrwert’ (Marx 1857/58), absoluter Nullpunkt ‘tiefste Temperatur überhaupt’ (1894), absolute Zahl ‘ohne Vorzeichen betrachtete Zahl’ (1803). Absolution f. ‘Los-, Freisprechung’ (von Bann, Acht), vor allem im religiösen und kirchlichen Sinne ‘Freisprechung von Sünden, Sündenvergebung’ (zuerst absolutie Mitte 14. Jh.), aus gleichbed. mlat. absolutio, lat. ‘Los-, Freisprechung (vor Gericht)’, ferner ‘Trennung, Scheidung, Befreiung, Vollendung’. Absolutismus m. ‘unumschränkte Herrschaft eines Alleinherrschers, Willkürherrschaft, Staatsform in der letzten Phase des Feudalismus’ (1832), nach frz. absolutisme (1796), älter ‘Unbedingtheit, Uneingeschränktheit’, in der Philosophie ‘Lehre, Auffassung vom Absoluten’ (1. Hälfte 19. Jh.), nlat. Bildung zu lat. absolūtus (s. oben).

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
Absolutismus · absolute Monarchie
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Absolutismus‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Absolutismus‹.

Verwendungsbeispiele für ›Absolutismus‹

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Bis dahin galt der Absolutismus, die "gottgegebene" Ordnung der Welt, als unumstößlich.
Bild, 24.03.1999
Als Gegner des Absolutismus bekannte er sich 1848 zur Revolution.
Sprengler, G.: Guericke. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1958], S. 17005
Absolutismus auf diesem Gebiete ist nicht mehr an der Zeit.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 01.03.1905
Mit der Verteidigung des katholischen Glaubens wollte man ständische Interessen und Freiheiten gegen den Absolutismus wahren.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 7588
Die barocke höfische Kultur des Absolutismus brauchte neue Formen für ihr Staatstheater.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 304
Zitationshilfe
„Absolutismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Absolutismus>, abgerufen am 29.03.2020.

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