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Abstand, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Abstand(e)s · Nominativ Plural: Abstände
WorttrennungAb-stand
Grundformabstehen
Wortbildung mit ›Abstand‹ als Erstglied: ↗Abstandhalter · ↗Abstandsgefühl · ↗Abstandshalter · ↗Abstandskontrolle · ↗Abstandsregeltempomat · ↗Abstandssensor · ↗Abstandssumme · ↗Abstandstempomat · ↗Abstandswarner · ↗Abstandswarnung · ↗Abstandszahlung · ↗abständig
 ·  mit ›Abstand‹ als Letztglied: ↗Achsabstand · ↗Achsenabstand · ↗Altersabstand · ↗Augenabstand · ↗Balkenabstand · ↗Gleisabstand · ↗Mindestabstand · ↗Minutenabstand · ↗Radabstand · ↗Schwellenabstand · ↗Sicherheitsabstand · ↗Zeilenabstand · ↗Zeitabstand · ↗Zinsabstand · ↗Zugabstand
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Entfernung zwischen zwei festen Punkten, Zwischenraum
a)
Grammatik: räumlich
Beispiele:
der Abstand der Häuser, der Bäume voneinander beträgt nur wenige Meter
drei Schritt(e) Abstand
in Abständen von je zehn Meter(n)
Abstand (zum Vordermann) halten! (= in gleicher Entfernung bleiben!)
der Abstand zwischen C und D
der Abstand der Erde von der Sonne
der Abstand vergrößerte sich zusehends, mehr und mehr
Sie folgte ihm mit einer halben Treppe Abstand [FalladaJeder stirbt309]
übertragen Distanz
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
den (gebührenden, gehörigen, angemessenen, nötigen) Abstand wahren
auf Abstand halten
den Abstand zu überbrücken suchen
Schranken, Abstand, Aristokratie – hier wie dort [Th. MannBuddenbrooks1,140]
b)
Grammatik: zeitlich
Beispiele:
es donnerte in kurzen Abständen
ein Abstand von drei Jahren
ein beträchtlicher Abstand im Alter
Irgendwo fielen Tropfen in regelmäßigen Abständen auf ein Blech [Hausm.Überfall28]
übertragen
Beispiele:
(inneren) Abstand zu einem Erlebnis gewinnen (= eine Zeit verstreichen lassen)
Noch hatten die beiden nicht den genügenden Abstand zu den Prüfungen der letzten Nacht [TurekWende222]
2.
Abstand von etw. nehmenauf etw. verzichten
Beispiel:
wir mussten von dem Kauf, von unserem Plan Abstand nehmen
3.
umgangssprachlich Abfindung
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
er musste Abstand zahlen
wir wollen Ihnen auch gerne einen Abstand zahlen, dreißig Mark [FalladaBlechnapf381]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stehen · gestanden · abstehen · Abstand · auferstehen · Auferstehung · aufstehen · Aufstand · aufständisch · ausstehen · Ausstand · Außenstände · beistehen · Beistand · bestehen · Bestand · beständig · Bestandteil · einstehen · Einstand · entstehen · gestehen · eingestehen · zugestehen · geständig · Geständnis · Umstand · unterstehen1 · Unterstand · unterstehen2 · vorstehen · Vorsteher · Vorstand · zustehen · Zustand · zuständig
stehen Vb. ‘auf die Füße gestellt sein, auf einer Stelle verharren’ geht zurück auf ahd. (8. Jh.), mhd. stēn, woraus (bei Überführung in die regelmäßige Konjugation mit zur Silbentrennung und wohl auch als Dehnungszeichen nach dem Muster von ↗sehen, s. d., eingefügtem h) stehen (zuerst md. 14. Jh.) wird. Ahd. mhd. stēn ist eine (wohl unter dem Einfluß von ahd. mhd. gēn neben gān, s. ↗gehen, entstandene) Nebenform zu ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. mnd. stān, mnl. staen, nl. staan, schwed. stå. Daneben besteht ein nasalierter und Dentalerweiterung aufweisender Stamm germ. *stand- in ahd. stantan (8. Jh.), mhd. standen, asächs. standan, mnl. standen, afries. stonda, aengl. standan, engl. to stand, anord. standa, got. standan (wozu auch ↗Stand und mit sekundärem Ablaut ↗Stunde, s. d., gehören). Wie Präteritalformen ohne n (got. stōþ, stōþum, aengl. stōd, stōdon, engl. stood ‘stand, standen’) zeigen, war der Nasal in germ. *stand- ursprünglich nur präsensbildend. Verwandt sind aind. sthā- ‘stehen’, tíṣṭhati ‘steht’, griech. histánai, Aorist stḗnai (ἱστάναι, στῆναι) ‘stellen’, lat. stāre ‘stehen’, air. tair(ṡ)issiur ‘stehe, bleibe stehen’, lit. stóti ‘sich (hin)stellen, treten’, aslaw. stojati, russ. stoját’ (стоять) ‘stehen’, aslaw. stati ‘sich stellen’, russ. stat’ (стать) ‘werden, anfangen, sich stellen’. Man vereinigt alle Formen unter einem Wurzelansatz ie. *stā, *stə- ‘stehen, stellen’ und betrachtet die aspirierte Tenuis (th) des Aind. als Neuerung gegenüber der ie. Ausgangsform. Das ā in den Kurzformen des germ. Verbs (statt eines lautgesetzlich zu erwartenden germ. ō) geht auf eine frühe Angleichung an das unter ↗gehen (s. d.) behandelte, zur Wurzel ie. *g̑hē-, *g̑hēi- gehörende Gegenwort zurück (vgl. ahd. mhd. gān, s. oben). An die Wurzel ie. *stā- bzw. deren unterschiedliche Erweiterungen schließen sich eine Vielzahl von Wörtern an (s. z. B. ↗Stadel, ↗Stadt, ↗Statt, ↗Staude, ↗stauen, ↗staunen, ↗stet, ↗Steuer f. ↗Steuer n., ↗stieren, ↗Stuhl, ↗stur, ↗Stute, ↗stützen). gestanden Part.adj. ‘erfahren, gesetzt’ (ein gestandener Mann), spätmhd. gestanden ‘groß, erwachsen’, also wohl ‘zum Stehen gekommen’. abstehen Vb. ‘von etw. ablassen, abgehen, von etw. entfernt sein’, seit dem 16. Jh. auch ‘durch langes Stehen an Qualität verlieren, verderben’, mhd. abestān, abestēn, auch ‘absteigen’ (vom Pferd); Abstand m. ‘Distanz, Entfernung’ (17. Jh.), ‘das Ablassen, Aufgeben von etw.’ (15. Jh.), Abstand nehmen von etw. ‘auf etw. verzichten’ (19. Jh.). auferstehen Vb. ‘vom Tode wieder erstehen’, ahd. ūfirstantan, -stān, -stēn (9. Jh.), mhd. ūferstān ‘aufstehen, sich erheben, vom Tode auferstehen’; Auferstehung f. ‘Wiedererwecktwerden vom Tode’ (15. Jh.); vgl. mhd. ūferstandunge. aufstehen Vb. ‘sich erheben’, ahd. ūfstantan, -stān, -stēn (9. Jh.), mhd. ūfstān, auch ‘jmdm. aufkündigen, aus dem Dienst treten’; Aufstand m. ‘Erhebung, Empörung, Aufruhr’, spätmhd. ūfstant; aufständisch Adj. ‘aufrührerisch, sich erhebend, empörend’ (19. Jh.). ausstehen Vb. ‘fällig, zu zahlen sein’ (14. Jh.), ‘weggehen, seinen Dienst verlassen, eine Verpflichtung erfüllen’ (15. Jh.), ‘etw. bis zum Ende durchstehen, ertragen, aushalten’ (16. Jh.), mhd. ūʒstān, -stēn ‘aus-, wegbleiben, ausruhen (vom Pferd)’; Ausstand m. ‘Arbeitsniederlegung, Streik’; seit dem 17. Jh. im Obd. (zunächst im Bair.) in der speziellen Bedeutung ‘Ausscheiden aus einem Dienst, einer Stellung’ (Gegensatz Einstand, s. unten); seit den 80er Jahren des 19. Jhs. auf Arbeitsniederlegungen bezogen; in dieser Bedeutung seit etwa 1890 allgemein verbreitet neben dem aus dem Engl. entlehnten Konkurrenzwort ↗Streik (s. d.). Außenstände Plur. ‘fälliges, noch nicht (zurück)gezahltes Geld’ (19. Jh.); älter Ausstände Plur., Ausstand m., mhd. ūʒstant ‘ausstehendes Geld’. beistehen Vb. ‘unterstützen, helfen’, ahd. bīstantan, -stān, -stēn (9. Jh.), mhd. bīstān ‘dabeistehen, Hilfe leisten’; Beistand m. ‘Hilfe, Unterstützung’, spätmhd. bīstant. bestehen Vb. ‘(auf längere Zeit) existieren, vorhanden sein, erfolgreich zum Ende führen’, ahd. bistantan, -stān, -stēn ‘bleiben, verharren’ (9. Jh.), mhd. bestān, bestēn ‘stehenbleiben, standhalten, umstehen, entgegentreten, feindlich angreifen, etw. unternehmen’; Bestand m. ‘Dauer, Existenz, Vorrat’, frühnhd. bestant (Anfang 15. Jh.), auch ‘Waffenstillstand, Pacht’; vgl. ahd. bistentida f. (10. Jh.); beständig Adj. ‘dauerhaft, immer wiederkehrend, festbleibend’, mhd. bestendec; Bestandteil m. ‘Teil eines Ganzen, einer größeren Einheit’ (18. Jh.). einstehen Vb. ‘für etw. eintreten, bürgen, etw. verantworten’ (18. Jh.), frühnhd. ‘in eine Gemeinschaft eintreten, einen Dienst antreten’, spätmhd. īnstān (substantiviert) ‘das In-sich-selbst-Sein’; Einstand m. ‘Amts-, Dienstantritt, Eintrittsleistung, -geld, Eintrittsschmaus’, spätmhd. īnstant ‘Vorkaufsrecht, Einstellung der Gerichtsverhandlung’. entstehen Vb. ‘sich entwickeln, hervorgehen’, ahd. intstantan, -stān, -stēn ‘verstehen’ (8. Jh.), mhd. entstān, -stēn ‘verstehen, wahrnehmen, merken’, vom Mhd. an auch (gemäß den unterschiedlichen Verwendungen von ↗ent-, s. d.) ‘sich von etw. wegstellen, entgehen, mangeln’ (so bis ins 19. Jh.) und ‘zu sein beginnen, werden’. gestehen Vb. ‘bekennen, nicht leugnen’, ahd. gistantan, -stān, -stēn ‘(be)stehen, fest-, stillstehen, beruhen, aufhören, anfangen, standhalten’ (9. Jh.), mhd. gestān, -stēn, auch ‘sich stellen, treten, beistehen, zugestehen, wozu stehen, bekennen (vor Gericht), kosten’; eingestehen Vb. ‘bekennen’ (18. Jh.); zugestehen Vb. ‘gewähren, einräumen’ (17. Jh.); vgl. mhd. zuogestēn ‘mit jmdm. einmütig sein, zur Seite stehen’; geständig Adj. ‘seine Schuld bekennend’ (16. Jh.), mhd. gestendec ‘beständig, unveränderlich, einwilligend, zustimmend, hilfreich’; Geständnis n. ‘Bekenntnis der Schuld, das Eingestehen’ und ‘das Eingestandene’ (17. Jh.). Umstand m. ‘besondere Lage, Sachverhalt’ (15. Jh.), in (gesegneten, anderen) Umständen sein ‘schwanger sein’ (17. Jh.), ‘Umschweif, Umständlichkeit’ (15. Jh.), (keine) Umstände (‘Umständlichkeiten’) machen (16. Jh.), ‘(keine) Mühe, Förmlichkeit machen’ (18. Jh.); vgl. mhd. umbestant ‘was, wer herumsteht’ (kollektiver Sing.). unterstehen1 Vb. ‘unter einem Schutzdach stehen, sich unterstellen’, spätmhd. understān, -stēn; Unterstand m. ‘Unterkunft, wo man sich unterstellt, Schutz’ (16. Jh.), militärisch ‘abgedeckter Schutzraum’ (19. Jh.), spätmhd. understant ‘Stütze, Hilfe’. unterstehen2 Vb. ‘untergeordnet, unterstellt sein’ (17. Jh.), reflexiv ‘wagen, sich erlauben, erdreisten’ (16. Jh.), ahd. untarstantan, -stān, -stēn ‘haltmachen, zukommen’ (8. Jh.), mhd. understān, -stēn ‘zustande bringen, bewirken, bestehen, bekämpfen’, reflexiv ‘etw. unternehmen, sich einer Sache unterziehen’. ↗verstehen s. d. vorstehen Vb. ‘hervorragen, an der Spitze stehen, leiten’, ahd. forastantan, -stān, -stēn ‘voranstehen, sich auszeichnen, vorhanden sein’ (9. Jh.), mhd. vorestān, -stēn ‘bevorstehen, sorgen für, regieren’; Vorsteher m. ‘Leiter’ (16. Jh.); Vorstand m. ‘Leitungsgremium, Leiter’ (Anfang 19. Jh.), älter ‘Verteidiger, Bürge’ (15. Jh.), ursprünglich auch ‘Zustand des Stehens vor einem anderen oder etw. anderem, Bürgschaft, erste Stelle’ (16. Jh.). Widerstand, widerstehen s. ↗wider. zustehen Vb. ‘von Rechts wegen gebühren, Anspruch auf etw. haben’ (15. Jh.), mhd. zuostān, -stēn ‘verschlossen sein, zu einem treten, ihm beistehen, zukommen, angehören, zuständig sein’; Zustand m. ‘Art und Weise, Verhältnisse, worin sich Personen und Dinge befinden’ (17. Jh.), älter ‘Hinzugehöriges, Dabeistehendes’ (15. Jh.); zuständig Adj. ‘zur Sache gehörig, kompetent’, auch ‘dazugehörig’ (16. Jh.), ‘zeitlich bevorstehend’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abstand · ↗Leerschritt · ↗Leerstelle · Wortzwischenraum  ●  Leerschlag  schweiz. · ↗Leerzeichen  Hauptform
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Dauerleerzeichen · geschütztes Leerzeichen
Synonymgruppe
Abstand · ↗Distanz · ↗Entfernung
Unterbegriffe
  • Anzahl der Meilen · Distanz in Meilen
  • gleich große Entfernung · ↗Äquidistanz
  • Schreibmaschinendistanz · Tastaturdistanz
  • Hamming-Abstand · Hamming-Distanz
  • Raumdistanz · Schrägdistanz · Schrägstrecke · schiefe Seite
  • Achsabstand · ↗Achsenabstand
Assoziationen
Synonymgruppe
(zeitlicher) Abstand · ↗(zeitliches) Intervall · ↗Dauer · ↗Frist · ↗Periode · ↗Phase · ↗Spanne · ↗Weile · ↗Zeit · ↗Zeitabschnitt · ↗Zeitabstand · ↗Zeitdauer · ↗Zeitdifferenz · ↗Zeitintervall · ↗Zeitlang · ↗Zeitrahmen · ↗Zeitraum  ●  ↗Zeitspanne  Hauptform
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Abstand  fig. · ↗Graben  fig. · ↗Kluft  fig.
Synonymgruppe
Ablösesumme · Abstand · ↗Abstandszahlung  ●  ↗Ablöse  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstiegsplatz Marktführer Meter Vordermann Zentimeter betragen deutlich einhalten einig folgen gebührend gehörig gering gewiss gleich groß kurz messen nehmen regelmäßig respektvoll schrumpfen unregelmäßig vergrößern verkleinern verkürzen verringern wahren weit zeitlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abstand‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach Madonna kommt Lady Gaga - wenn auch mit einem gehörigen Abstand von 45 Millionen Dollar.
Die Zeit, 20.11.2013 (online)
In gleichmäßigem Abstand hörte ich ein Stoßen, Holz auf Holz.
Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 37
Gleichzeitig müssen alle zwölf Töne den gleichen Abstand voneinander haben.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 307
Wie groß aber ist dieser Abstand, und wie läßt er sich historisch erklären?
Jahn, Janheinz: Afrika. Der neue Partner in der Weltgeschichte. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 34024
Ihre wirkliche Größe zeigt sich dem Auge unverzerrt erst aus dem Abstand des historischen Bewußtseins.
Plessner, Helmuth: Die verspätete Nation, Stuttgart: Kohlhammer 1962 [1935], S. 20
Zitationshilfe
„Abstand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abstand>, abgerufen am 10.12.2019.

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