Abstraktion, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Abstraktion · Nominativ Plural: Abstraktionen
Aussprache 
Worttrennung Ab-strak-ti-on · Abs-trak-ti-on
Wortbildung  mit ›Abstraktion‹ als Erstglied: Abstraktionsebene · Abstraktionsfähigkeit · Abstraktionsgrad · Abstraktionsniveau · Abstraktionsprozess · Abstraktionsstufe · Abstraktionsvermögen · abstraktionsfähig
Herkunft aus gleichbedeutend abstrāctiospätlat < abstraherelat (abstrahieren)

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Begriffsbildung
  2. 2. Begriff
eWDG

Bedeutungen

1.
Begriffsbildung
Beispiel:
die Fähigkeit zur Abstraktion
2.
Begriff
Beispiel:
eine geistreiche, leere Abstraktion
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

abstrakt · Abstraktum · Abstraktion
abstrakt Adj. ‘vom Gegenständlichen, Einzelnen absehend, losgelöst und daher unanschaulich, begrifflich’ (Gegensatz konkret), entlehnt (2. Hälfte 15. Jh.) aus gleichbed. mlat. abstractus, Part. Perf. von lat. abstrahere ‘wegziehen, fortschleppen’ (s. abstrahieren). Aus ‘nicht sinnlich’ entwickelt sich (um 1800) ‘nur gedacht, vorgestellt, nicht wirklich’. Vgl. Fügungen wie abstrakte Zahl ‘unbenannte, reine Zahl’ (1803), abstrakte Arbeit ‘den (Tausch)wert schaffende Arbeit’ (Marx 1859), abstrakte Kunst ‘ungegenständliche Kunst’ (1899). In der Bedeutung ‘losgelöst, für sich stehend, beziehungslos’ ist abstrakt seit der Mitte des 18. Jhs. bezeugt. Abstraktum n. ‘(allgemeiner, ungegenständlicher) Begriff’ (2. Hälfte 16. Jh.), in der Sprachwissenschaft ‘Substantiv mit begrifflichem, nichtgegenständlichem, unsinnlichem Inhalt’ (Ende 17. Jh.; Gegensatz Konkretum), von gleichbed. mlat. abstractum, dem substantivierten Neutr. Sing. von mlat. abstractus (s. oben). Abstraktion f. ‘Begriffsbildung, Verallgemeinerung, allgemeiner Begriff’ (1. Hälfte 18. Jh.), älter ‘Abziehung, Hinführung’ (2. Hälfte 16. Jh.), aus gleichbed. spätlat. abstrāctio (Genitiv abstrāctiōnis). zu lat. abstrahere (s. oben). Seltener begegnet Abstraktion in den Bedeutungen ‘das Außerachtlassen’ und ‘Loslösung, Abwendung (von Unerwünschtem, Störendem)’ (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abstraktion · Erkennen des Wesentlichen · Vereinfachung
Oberbegriffe
  • Abstraktion
Assoziationen
Synonymgruppe
Abstraktion [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
  • Irgendetwas
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›Abstraktion‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abstraktion‹.

Verwendungsbeispiele für ›Abstraktion‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einige Monate später vollzogen die Kinder solche Abstraktionen jedoch selbständig. [Brumme, Gertrud-Marie: Muttersprache im Kindergarten, Berlin: Volk u. Wissen 1981 [1966], S. 51]
Dem Film gelingt es auch, die statistische Abstraktion schlagkräftig zu veranschaulichen. [Schultze-Pfaelzer, Gerhard: Propaganda, Agitation, Reklame, Berlin: Stilke 1923, S. 118]
In ihr ist die Tendenz zur Abstraktion notwendig schon angelegt. [Busch, Werner: Das sentimentalische Bild, München: Beck 1993, S. 84]
In allen drei Fällen haben die methodischen Abstraktionen dieselbe Folge. [Habermas, Jürgen: Theorie des kommunikativen Handelns - Bd. 2. Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 926]
In separaten Beschreibungen für jede einzelne Abstraktion listet man anschließend alle Daten detailliert auf. [C't, 1996, Nr. 4]
Zitationshilfe
„Abstraktion“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abstraktion>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Abstraktheit
Abstrahlung
Abstrafung
Abstract
Abstoßungsreaktion
Abstraktionsebene
Abstraktionsfähigkeit
Abstraktionsgrad
Abstraktionsniveau
Abstraktionsprozess